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Zoll überführt Argentiniens Nationalmannschaft

WELT-Logo WELT 14.09.2018

Der argentinische Tross wählte beim Zoll den falschen Weg © Getty Images/Bengt Geijerstam Der argentinische Tross wählte beim Zoll den falschen Weg

Argentiniens Nationalteam erlebte eine böse Überraschung. Nach einem Trip in die USA wurde der Zoll im Gepäck des Teams fündig. Das versuchte sich herauszureden. Doch die Beweise sind erdrückend.

Auf ihren Reisen in die Metropolen dieser Welt bringen speziell gut betuchte Fußballprofis sich oder ihren Lieben gern mal etwas mit. Sie vergessen aber auch mal gern etwas, vor allem wenn sie wieder gelandet sind. Etwa die schönen Geschenke oder Mitbringsel beim Zoll zu deklarieren.

Im Fall des ehemaligen deutschen Nationalspielers Michael Ballack war das früher mal eine Handtasche im Wert von 2000 Euro, die er für eine Frau gekauft hatte. Er war aus Dubai gekommen. Bei Oliver Kahn waren es einst neue Kleidungsstücke im Wert von mehr als 6600 Euro. Auch er war aus Dubai gekommen. Bei Karl-Heinz Rummenigge waren es damals zwei Rolex-Uhren im Wert von rund 100.000 Euro. Er kam aus Katar zurück.

Nur drei von vielen, aber es kam sie teuer zu stehen. Nicht deklariert, vom Zoll aufgedeckt, dumm gelaufen. Ballack zahlte 70.000 Euro Strafe, Kahn, 125.000 und Rummenigge gar 250.000.

Zollbeamte vermuten, dass Prominente dem Irrglauben erlegen sind, sie würden anders als Economy-Reisende kontrolliert. Nachsichtiger, im besten Fall gar nicht. Besonders sicher würde sich dieses Klientel fühlen, so die Annahme, wenn sie in der Gruppe auftreten, also in Mannschaftsstärke durch die Zollschranke einfallen.

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Die Ausrede wurde schnell als Lüge entlarvt

Doch immer wieder gibt es böse Überraschungen, wie jetzt für Argentiniens Fußballer. Bei ihrer Rückkehr von der US-Tour mit Testspielen gegen Guatemala (3:0) und Kolumbien (0:0) nahmen die heimischen Zollbeamten am Flughafen Ezeiza gleich elf Kisten aus dem Reisegepäck der Nationalmannschaft in Beschlag. Laut Behörden verbargen sich darin anmeldepflichtige Waren im Wert von rund 25.000 Dollar, die die Verantwortlichen des Verbandes AFA am sogenannten grünen Ausgang durchschleusen wollten.

Weil die Nachricht in dem von einer Wirtschaftskrise geschüttelten Land für Empörung sorgte, veröffentlichte die AFA umgehend ein Kommuniqué "zu den böswilligen Meldungen" und erklärte, dass es sich bei den beschlagnahmten Gütern um Material zur Videoanalyse und für die Kinesiologie handle, die "die Seleccion für gewöhnlich bei Spielen und im Training benutzt".

Doch die Zollbehörde AFIP widersprach der Erklärung mit eigenen Fotos. Zu sehen sind auf den veröffentlichten Bildern unter anderem Elektronikartikel, Musikinstrumente, Kinderspielzeug und neuwertige Kleidungsstücke. Die Freigabe der Waren bedarf nun eines richterlichen Urteils.

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