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Zypern-Fans zeigen Hitlergruß bei Spiel gegen Frankfurt

WELT-Logo WELT 09.11.2018
Frankfurts Torschütze Sébastian Haller © REUTERS Frankfurts Torschütze Sébastian Haller

Eintracht Frankfurt setzt auch in der Europa League weiter Ausrufezeichen. Bei Apollon Limassol gelang der vierte Sieg im vierten Spiel. Der aber wurde von unangenehmen Auswüchsen begleitet.

Wegen faschistischer und rassistischer Ausfälle beim Gruppenspiel der Europa League gegen Eintracht Frankfurt droht Apollon Limassol ein Nachspiel. Anhänger des zyprischen Vizemeisters hatten während der Partie am Donnerstagabend (2:3) den Hitlergruß gezeigt sowie die dunkelhäutigen Profis des DFB-Pokalsiegers mit Affenlauten beleidigt.

"Ich war über die faschistischen Zeichen und Bekundungen irritiert", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Die Uefa-Delegierten hätten die Vorfälle dokumentiert.

Es war eine bittere Begleiterscheinung eines an sich vom Ergebnis her gelungen Europapokal-Abends. So stand etwa Adi Hütter mit zur Faust geballter Hand vor den etwa 5000 begeisterten Fans und startete zur Feier des Tages die La-Ola-Welle. Nach dem vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Phase des Wettbewerbes legte der introvertierte Trainer von Eintracht Frankfurt seine übliche Zurückhaltung ab und ließ den Emotionen freien Lauf.

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Eintracht Frankfurts beeindruckende Bilanz

"Das war ein unglaublich toller Moment", schilderte der 48 Jahre alte Österreicher die ungewohnte Szene. "Ich wollte mich bei den Fans bedanken, denn ich habe das Gefühl, dass ich in Frankfurt mehr und mehr ankomme und die Fans mich schätzen."

Als erst drittes deutsches Team nach dem VfB Stuttgart (2010/11) und Schalke 04 (2016/17) schaffte die Eintracht mit dem 3:2 (1:0) bei Apollon Limassol in den ersten vier Gruppenspielen der Europa League vier Siege – und damit den frühzeitigen Sprung in die Runde der besten 32 Mannschaften. "Es ist überraschend und beeindruckend, dass wir in dieser schweren Gruppe nach vier Spielen mit zwölf Punkten dastehen", stellte Hütter fest.

Luka Jovic traf zur Führung für die Eintracht (17.), die neben den Zyprioten zudem noch Lazio Rom und Olympique Marseille besiegt hat. Sébastien Haller (55.) und Mijat Gacinovic (58.) legten nach. Emilio Zelaya (71., 90.+4/Foulelfmeter) traf für Limassol, Frankfurts Marc Stendera sah die Gelb-Rote Karte (81.). "Das Weiterkommen bedeutet mir sehr viel, weil es nicht selbstverständlich ist. Darauf bin ich stolz", sagte Trainer Hütter.

Er selbst hat einen großen Anteil an dem Erfolg. Nach dem Fehlstart mit der 0:5-Pleite im Supercup gegen die Bayern, dem blamablen Pokal-Aus beim Viertligisten Ulm und nur vier Punkten aus den ersten fünf Bundesligaspielen hat der im Sommer als Nachfolger von Niko Kovac geholte Hütter die Hessen in die Erfolgsspur gebracht. "Was wir europäisch und in der Bundesliga nach dem Holperstart geleistet haben, ist richtig gut", lobte Sportdirektor Bruno Hübner den Trainer und die Mannschaft.

Aus deren Kreis lieferte einer sogar noch nach dem Spiel einen denkwürdigen Moment ab. Die Journalisten brauchte Eintracht Frankfurts Danny da Costa nur zum Halten von Kamera und Mikrofon. "Ich kann die Fragen und Antworten selber geben", sagte der 25-Jährige. Also begann da Costa, zu einem 58-sekündigen Monolog anzusetzen und die Fragen gleich selbst zu stellen:

Frage: "Bin ich froh, dass wir eine Runde weiter sind?" Antwort: "Ja!"

Frage: "Finde ich es cool, dass die Fans uns so unterstützen?" Antwort: "Ja!"

Frage: "Geht jetzt der Fokus schon auf Sonntag und das Schalke-Spiel?" Antwort: "Ja!"

Dann griffen die Journalisten aber doch einmal ein. Als da Costa von acht gewonnenen Pflichtspielen in Serie berichtete, korrigierte ein Reporter: "Nee, nicht ganz. 22 von 24 Punkten nur geholt." Da Costa scherzte: "Das ist ausbaufähig." Kurze Zeit danach beendete er sein Interview in Eigenregie und ging bester Laune davon.

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