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Alex Wurz: Größe verhinderte BMW-Cockpit - Kubica griff zu

Formel1.de-Logo Formel1.de 11.02.2017 Daniel Halder
Alexander Wurz: Alex Wurz musste sich oft anhören, dass er zu groß für ein Formel-1-Cockpit sei © GEPA/Red Bull Alex Wurz musste sich oft anhören, dass er zu groß für ein Formel-1-Cockpit sei

Der Österreicher erinnert sich an die Qualen, die ihm seine Körpergröße in der Formel 1 bescherte - Wegen zwei Zentimeter nicht ins BMW-Cockpit gepasst

Nico Hülkenberg kann ein Lied davon singen: Der 1,84 Meter große Deutsche zählt zu den "Riesen" im Formel-1-Fahrerfeld, die wegen ihrer Körpergröße immer wieder Probleme bekommen. Denn eigentlich bevorzugen die Teams kleine und leichte Piloten, um keinen Gewichtsnachteil zu haben und aerodynamisch das Maximale aus dem Chassis herausholen zu können. Noch zwei Zentimeter größer als Hülkenberg ist Ex-Pilot Alexander Wurz, der mit seinen 1,86 Meter oft an seine Grenzen im Motorsport stieß.

"Vom ersten Tag an im Motorsport war gestraft durch meine Größe und mein Gewicht", verrät der 77 Kilogramm schwere Österreicher im Gespräch mit 'Motor Sport Magazine'. "Speziell mein Gewicht machte mir zu schaffen. Ich war eigentlich zu schwer fürs Kartfahren und auch für die Formel 1. Aber ich sagte mir immer: Egal, ich bin hier, ich will's versuchen", so der heute 42-Jährige. Dennoch habe es alle möglichen Leute gegeben, die ihm eine Karriere im Rennsport ausreden wollten.

"Viele meinten zu mir: Du wirst es nicht in die Formel 1 schaffen. Niemand baut ein Chassis für dich! Doch das stachelte mich nur mehr an", so Wurz, dem 1997 als Testfahrer bei Benetton tatsächlich der Sprung in die Königsklasse gelang. Als Ersatzmann für den kranken Gerhard Berger landete er im selben Jahr gleich in seinem dritten Rennen in Silverstone auf dem Podium. Zwei weitere Podiumsplatzierungen sammelte der heutige Vorsitzende der Fahrervereinigung GPDA noch - doch seine Körpergröße blieb während seiner gesamten Laufbahn ein Thema.

"Bei BMW-Sauber hat mich das sogar das Cockpit gekostet", erinnert sich Wurz an eine Nacht- und Nebelaktion Ende 2005. "Ich bin quasi über Mitternacht in die Fabrik gekommen um zu sehen, ob ich ins Auto passe - es war spät im Designprozess des Autos. Sie hatten schon die Crashtests absolviert und es musste schnell gehen. Aber ich passte nicht hinein und sie konnten das Chassis nicht mehr so schnell modifizieren, dass ich damit fahren kann."

Des einen Freud, des anderen Leid: Das BMW-Cockpit ging dann an Robert Kubica, der 2006 zunächst die Testfahrerrolle bekam, mitten in der Saison aber den enttäuschenden Jacques Villeneuve als Stammfahrer ersetzte. Ironischerweise ist Kubica mit 1,84 Meter nur zwei Zentimeter kleiner als Wurz. "Ich habe ihm von meinen Problemen erzählt, denn er ist ja nur unwesentlich kleiner als ich. Er tat dann alles, um sich anzupassen und versicherte den Verantwortlichen, dass es schon ginge", schmunzelt der Österreicher.

Kubica fuhr die folgenden vier Jahre für BMW und holte auch den einzigen Sieg in der Teamgeschichte. "Robert hatte eine gute Karriere bei BMW und ich habe ihm indirekt dabei geholfen", sagt Wurz mit einem Lächeln. Doch auch für den Niederösterreicher war die Absage beim deutsch-schweizerischen Rennstall noch nicht das Ende seiner Formel-1-Karriere. 2006 bekam er stattdessen den Testfahrersitz bei Williams. Für die Briten bestritt er 2007 sogar noch eine Saison als Stammpilot an der Seite von Nico Rosberg, ehe er es als Honda-Testfahrer in der Königsklasse ausklingen ließ.

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