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Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Formel1.de-Logo Formel1.de 19.02.2020 Norman Fischer, Co-Autor: Luke Smith
Chase Carey kann die Vorgehensweise seiner Vorgänger nicht verstehen © LAT Chase Carey kann die Vorgehensweise seiner Vorgänger nicht verstehen

Formel-1-Boss Chase Carey hat seine Vorgänger stark kritisiert und gesagt, dass sie dem Sport zu kritisch gegenüberstanden und auf das Produkt "geschissen" haben, anstatt die Probleme der Formel 1 zu lösen. Vor allem Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte sich immer wieder abfällig über die V6-Hybridmotoren geäußert und sogar gesagt, dass er kein Ticket für die Formel 1 kaufen würde.

Das stößt auf wenig Verständnis bei Carey: "Ich denke, dass sich der Sport nicht organisiert hat", sagt er auf einer Konferenz in Baku. "Ich habe über die Hybrid-Motoren und die unglaubliche Technologie dahinter gesprochen, aber in den Jahren vor uns haben alle Leute drauf geschissen, anstatt zu sagen: 'Das ist der effizienteste Motor, es ist ein unglaubliches Stück Technologie'", ärgert er sich.

Damit habe man die Angelegenheit aber nur kritisiert, anstatt sie zu lösen. "Es gab einige Probleme, aber man hat nicht genügend unternommen, um die Probleme anzugehen", sagt er.

Ein wichtiges Thema sind für den Amerikaner die Kosten. Liberty Media versucht, die Formel 1 zum Wachsen zu bringen und die Meisterschaft für die Teams nachhaltiger zu machen. Bei Bernie Ecclestone stand vor allem Profitmaximierung im Vordergrund, was zu steigenden Kosten und auch einer unfairen Geldverteilung geführt hatte.

Liberty Media hat nun eine Budgetgrenze ausgehandelt und will die Preisgelder fairer verteilen. Für Carey kommt das alles aber recht spät: "Wir sind an einem Punkt, an dem man das Thema schon lange hätte angehen müssen", sagt er. "Die Leute haben sich darüber beschwert, aber sie haben nichts gemacht. Normalerweise löst man Probleme im Leben, wenn man welche hat."

Ein anderes Thema ist der Kalender. Die Formel 1 drängt in immer neue Märkte und lässt den Kalender weiter wachsen. Obwohl man schon 22 Rennen pro Jahr hat, gibt es immer neue Interessenten, die auf den Markt drängen. Das sieht der Formel-1-Boss als Stärke. "Wir haben das Glück, dass wir viel mehr Nachfrage als Angebot haben."

Zur Auswahl künftiger Rennen meint er: "Wir wollen selektiv sein und langfristige Partnerschaften eingehen." Er sieht es als Zeichen für Interesse am Sport. "Und das Interesse hat man früher nicht eingefangen, weil der Sport nicht die Dinge gemacht hat, die er machen musste."

"Der Sport ist zu kritisch geworden und hat wie gesagt auf die Motoren geschissen. Und Bernie hat gesagt, dass er keine Karte kaufen würde. Das ist beschweren, nicht reparieren."

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