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Formel-1-Autos 2020: Neuer „Pink Panther“ geleakt – Stroll will wieder Vettel ärgern

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 16.02.2020 Oliver Reuter
Der neue Racing Point RP20 für die Formel-1-Saison 2020 steht am österreichischen Mondsee und wurde im Internet enthüllt. © Racing Point Der neue Racing Point RP20 für die Formel-1-Saison 2020 steht am österreichischen Mondsee und wurde im Internet enthüllt.

Die Formel-1-Fans fiebern der neuen Saison entgegen. Am 15. März geht in Melbourne die Jagd los auf den Titel von Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton (35). Doch schon jetzt heulen die ersten neuen Motoren auf und täglich wird ein neues Auto enthüllt. Die ersten Testfahrten starten ja bereits am 19. Februar in Barcelona.

Wir zeigen die frischen Fotos von den Präsentationen von Ferrari, Mercedes und Co. Und wir erklären auch, welche neue Technik unter dem Kohlefaser-Kleid steckt.

Racing Point

Kein Tag ohne ein neues Formel-1-Auto. Selbst am Sonntag  wurde ein neuer Bolide für die am 15. März in Melbourne startende Saison enthüllt – allerdings unfreiwillig. Der Racing Point-Mercedes RP20  steht am österreichischen Mondsee, wo er eigentlich erst am Montag offiziell präsentiert werden soll. Das erste Foto wurde im Internet am Team vorbei geleakt.

Aus Racing Point wird 2021 Aston Martin

Der letzte Bolide unter dem Namen Racing Point vor der Umbenennung in Aston Martin 2021 ist noch einmal ein „Pink Panther“ – wegen des österreichischen Hauptsponsors BWT (Wasser-Aufbereitung). Verschwunden ist mit dem Abgang von Sponsor SportPesa hingegen die 2019 noch komplett blaue Motorverkleidung.

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Racing Point ging im August 2018 aus dem insolventen Team Sahara-Force-India hervor, deren indische Eigner Vijay Mallya (64) und Subrata Roy (71) wegen betrügerischen Bankrotts im Knast saßen bzw. per Haftbefehl gesucht wurden.

Mode-Milliardär sichert sich James-Bond-Marke

Haupteigner ist der kanadische Mode-Milliardär Lawrence Stroll (61), der mit einem Konsortium nun auch die britische James-Bond-Marke Aston Martin übernahm und nach der großen Regel-Reform 2021 mit Technik-Partner Mercedes durchstarten will.

Hier lesen Sie mehr: Michael Schumachers Ex-Team startet 2021 als Aston Martin durch.

Schumi_Stroll_180526 © AP Schumi_Stroll_180526

Sohn Lance Stroll (21) bleibt neben dem Mexikaner Sergio Perez (30) Fahrer und hofft, ab und zu die Fahrer der drei Topteams ärgern zu können. Das gelang dem Kanadier beim glücklichen dritten Platz in Baku.

Lance Stroll kam Sebastian Vettel ins Gehege

Mit Ferrari-Star Sebastian Vettel (32) geriet er dagegen zweimal ins Gehege. In Sepang 2017 kollidierten beide auf der Auslaufrunden, in Monza 2019 fuhr ihm Vettel nach einem Dreher gefährlich vors Auto.

Hier lesen Sie mehr: Ober-Rüpel Sebastian Vettel droht Rennsperre.

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Alpha Tauri

Alles neu beim Red-Bull-Tochterteam: Toro Rosso heißt jetzt Alpha Tauri, das neue Auto heißt jetzt AT01 statt STR15 und ist jetzt ein weißer Hai statt ein roter Bulle. Und in dem schickt Teamchef Franz Tost (64) seine Piloten Pierre Gasly (24) und Daniil Kwjat (25) auf Punktejagd. Der fixe Franzose und der Torpedo-Russe ärgerten schon mehrfach Ferrari-Star Sebastian Vettel (32).

Hier lesen Sie mehr: Daniil Kwjat: Die Rückkehr des Russen-Torpedos.

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Durch die enge Zusammenarbeit mit Red Bull und den nochmals verbesserten Honda-Motor erhofft sich Tost, die Topteams angreifen zu können. „Alle wissen, dass Red Bull Technologies die besten Ingenieure hat. Im dritten Jahr mit Honda sollten sich die Fortschritte richtig zeigen.“

Franz Tost will Mercedes und Ferrari angreifen

Der Österreicher ist zuversichtlich: „Wir haben Grund zum Optimismus, was Haltbarkeit und Leistung betrifft. Das Aufschließen zu Mercedes und Ferrari geht weiter.“

Vor allem Gasly hat nach seiner starken zweiten Saisonhälfte Blut geleckt. Nach der Degradierung seitens Red-Bull-Teamchef Christian Horner (46), der dem Thailänder Alexander Albon das zweite Cockpit neben Max Verrstappen (22) anvertraute, raste der Franzose beim Brasilien-GP auf Rang zwei.

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Pierre Gasly hat Red-Bull-Degradierung verkraftet

Gasly freut sich über seine Leistungssteigerung: „In den vergangenen sieben Jahren war ich immer sehr konkurrenzfähig, die einzige Ausnahme bilden die sechs Monate bei Red Bull Racing. Wenn man sich die Resultate anschaut, die ich seit Belgien für Toro Rosso erzielte, dann habe ich mir mein Cockpit für 2020 auf jeden Fall verdient.“

Hier lesen Sie mehr: Daniil Kwjat: seine bildschöne Frau ist Deutsche.

Der WM-Siebte von 2019 sagt: „Ich bin glücklich, auch 2020 Teil dieses Teams zu sein, wir stehen vor aufregenden Zeiten. Ich bin bis in jede Haarwurzel motiviert, mich mit guten Leistungen zu bedanken für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird. Wir steigern uns von Jahr zu Jahr und können auch 2020 Großes erreichen.“

Mercedes

Die Serien-Weltmeister präsentierten als letztes Topteam ihren neuen Silberpfeil, den Mercedes AMG W11. Und ein Detail stach sofort ins Auge: Die rote Lackierung an den Frontflügel-Endplatten und der Airbox. Wollen die Silberpfeile damit den 2019 verstorbenen Aufsichtsrat Niki Lauda (†70) ehren oder ihrem Konkurrenten Ferrari optisch die Show stehlen?

Grund für das Rot ist die Grundfarbe des neuen Sponsors Ineos – ein britisches Chemie-Unternehmen, das auch ein Profi-Radteam sponsert. Aber an Legende Lauda erinnert auch weiterhin ein roter Mercedes-Stern auf der Motorhaube.

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Valtteri Bottas durfte Jungernfahrt absolvieren

Die Jungfernfahrt durfte ausnahmsweise Valtteri Bottas absolvieren. Der Teamkollege von Weltmeister Lewis Hamilton (35) fuhr auf dem Silverstone International Circuit die ersten Kilometer, die vor allem für Systemchecks genutzt wurden.

„Die echte Arbeit beginnt nächste Woche“, sagte Bottas mit Blick auf den Start der Testfahrten ab Mittwoch in Barcelona. Hamilton soll ihn am Nachmittag im Cockpit ablösen.

Lewis Hamilton strotzt vor Selbstvertrauen

„Zu diesem Zeitpunkt fühlt man noch keinen echten Druck, es geht vielmehr darum Spaß zu haben. Man ist auch fokussiert, aber es geht wirklich darum, den Moment zu genießen“, sagte Hamilton, der in diesem Jahr mit seinem siebten WM-Titel mit Rekordchampion Michael Schumacher (51) gleich ziehen kann.

Der Brite strotzt nur so vor Selbstvertrauen: „Ich habe physisch und mental das Gefühl, dass ich auf einem anderen Level bin als im letzten Jahr.“

Und Hamilton ließ die Kampfansage von Red-Bull-Heißsporn Max Verstappen („Lewis ist sehr gut und definitiv einer der Besten, aber er ist nicht Gott“) abtropfen: „Ich finde es lustig, so etwas zu sehen. Für mich ist das ein Zeichen der Schwäche.“

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Mercedes will siebten Titel in Serie

Mercedes wiederum peilt seinen siebten Konstrukteurstitel nacheinander an. Doch Teamchef Toto Wolff (48) gibt sich traditionell bodenständig: „Wir sehen Siege oder Titel nicht als selbstverständlich an und wissen, dass wir wie in jedem Jahr extrem hart dafür kämpfen müssen.“

Toto Wolff warnt vor Doppelbelastung

Der Österreicher erklärt auch die besondere Situation: „Die Saison wird herausfordernd sein, da es Teams geben wird, die sich stark auf 2020 konzentrieren, und es wird Teams geben, die beginnen, ihre Ressourcen bis 2021 zu verlagern. Es wird sehr wichtig sein, dieses Gleichgewicht zu finden, aber das ist nicht einfach. Unser Ziel ist klar: Wir wollen sowohl 2020 als auch 2021 wettbewerbsfähig sein. Das ist eine große Herausforderung, aber je größer die Herausforderung, desto mehr gefällt es uns.“

Mercedes_Lackierung © Getty Images Mercedes_Lackierung

Mercedes-Teamchef glaubt an Hamilton-Verbleib

Derweil geht Wolff von einem Verbleib seines Sechsfach-Weltmeisters Hamilton über die anstehende Saison hinaus aus. „Wir möchten den schnellsten Mann im Auto haben. Und ich weiß, dass Lewis im schnellsten Auto sein möchte. Wir sind die offensichtliche Paarung“, glaubt der Östrerreicher.

Hamilton hat fünf seiner sechs WM-Titel im Silberpfeil gewonnen, aber in der vergangenen Saison auch schon mit einem Wechsel zu Ferrari geliebäugelt und sich zweimal mit Ferrari-Oberboss John Elkann (43) getroffen.

Hier lesen Sie mehr: Ferrari bestätigt Geheimtreffen mit Mercedes-Weltmeister Lewis Hamilton.

Doch Wolff bleibt cool, will mit den Vertragsverhandlungen erst im Laufe der Saison beginnen: „Wir reisen jedes Jahr zehn Monate um die Welt, aber über den Winter lassen wir uns in Ruhe. Das letzte Gespräch, das ich mit ihm hatte, war auf der Weihnachtsfeier.“

McLaren

Das britische Traditionsteam präsentierte am Donnerstag seinen neuen MCL35-Boliden, mit dem Carlos Sainz jr. (25) und Lando Norris (20) ab dem 15. März in Melbourne auf Punktejagd gehen werden.

Der vierte Bolide der Nach-Ron-Dennis-Ära ist wieder eine Orangenkiste (McLaren-Urfarbe Papaya), diesmal aber mit mattem Lack und mit mehr Hellblau an Frontflügel, Seitenkästen und Motorhutze.

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Darunter steckt letztmals ein Renault-V6-Turbo, in der Saison 2021 kehrt McLaren zum langjährigen Motorpartner Mercedes (1995-2014) zurück.

Technikchef Andreas Seidl als Erfolgsgarant

Dass der Rennstall trotz der anfälligen Renault-Triebwerke das französische Werksteam auf WM-Rang fünf verdrängen konnte, ist vor allem ein Verdienst des deutschen Technikchefs Andreas Seidl (44). Der Passauer brachte McLaren wie schon zuvor Porsche mit den Le-Mans-Siegen in die Erfolgsspur.

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Die Erwartungen an den MCL35 sind hoch, ist er doch der erste Woking-Renner, dessen Entwicklung ganz von James Key (46) geleitet wurde. Den genialen Konstrukteur lotste Seidl im März 2019 von der Scuderia Toro Rosso nach Woking.

Sainz jr. schwärmt von seinen neuen Dienstwagen: „Er sieht schlanker, besser und einfach schöner aus, auch die matte Lackierung gefällt mir sehr gut.“

Teamkollege Norris ergänzt: „Es fühlt sich sehr viel mehr als mein Baby an, denn alle Kommentare und Diskussionen, die wir im vergangenen Jahr hatten, sind in die Entwicklung eingeflossen.“

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Norris: „Im Vorjahr habe ich mir in die Hosen gemacht“

Der junge Brite, der 2015 noch gegen Mick Schumacher (20) in der deutschen Formel 4 fuhr, frohlockt: „Es fühlt sich sehr gut an, hier zu stehen, wenn ich das mit dem vergangenen Jahr vergleiche, da habe ich mir noch in die Hosen gemacht, heute bin ich sehr viel selbstbewusster und entspannter.“

Renault

Schwarz sehen musste man zunächst beim Renault-Werksteam. Das lag allerdings nicht am Rauswurf von Pilot Nico Hülkenberg (32) und Technikchef Nick Chester, sondern an der schwarzen Tarnlackierung des neuen Boliden RS20. Den bekamen die neuen Konstrukteure Pat Fry und Dirk de Beer, beide früher bei Ferrari, nicht rechtzeitig zur Präsentation fertig.

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Teamchef gibt WM-Platz vier als Ziel aus

Dennoch gab der unter Druck stehende Teamchef Cyril Abiteboul (42) die Rückkehr auf Platz vier in der Team-Wertung als Ziel aus. Im Vorjahr war das ambitionierte Werksteam, das bei seinem Königsklassen-Comeback vor vier Jahren den WM-Titel 2020 ins Auge gefasst hatte, nur die fünfte Kraft.

Dabei blieben Hülkenberg und der von Red Bull gewechselte Australier Daniel Ricciardo (30) ohne Podestplatz. Hülkenberg wird nun durch den ehemaligen Force-India-Piloten Esteban Ocon (23) ersetzt.

Hier lesen Sie mehr: Nico Hülkenberg: „Formel-1-Aus nicht so tragisch“

Alain Prost lobt Esteban Ocon

Der Franzose bekommt schon mal Vorschusslorbeeren von Renault-Berater und Vierfach-Weltmeister Alain Prost (64): „Ich bin sehr glücklich, dass Esteban zu uns an Bord kommt. Er musste eine unfreiwillige Auszeit nehmen, die sicherlich eine Erfahrung für ihn war. Das hat ihn sicher etwas reifen lassen.“

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Red Bull

Die Roten Bullen bleiben ihrer Tradition treu. Sie nennen den Nachfolger des RB15 einfach RB16, das 16. Formel-1-Auto des Dosen-Teams. Und sie lackieren den neuen Mercedes-Herausforderer auch wieder in den Farben Dunkelblau, Gelb und Rot.

Abschiedssaison mit Aston Martin

Letztmals mit dem Schriftzug „Aston Martin“, läuft das Sponsoring der britischen Nobelmarke doch am Saisonende aus. Nach der Übernahme durch den kanadischen Mode-Milliardär  Lawrence Stroll (61) wird dessen Racing-Point-Team ab 2021 als Aston Martin an den Start gehen.

Hier lesen Sie mehr: Michael Schumachers Ex-Team startet als Aston Martin durch.

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Red Bull hofft auf PS-Spritze von Honda

Fahrgestell und Aerodynamik der neuesten Kreation von Designguru Adrian Newey (61) sind auch wieder auf maximalen Abtrieb getrimmt. Auffälligste Neuerung ist die neue Fahrzeugnase, die in zwei Luftkanäle unterteilt ist und mit zwei Streben in einem sogenannten „Manta-Wing“ endet.

Vom neuen Honda-Hybridmotor verspricht sich Teamchef Christian Horner (46) den entscheidenden Schub, um mit Mercedes und Ferrari um den Titel kämpfen zu können.

Dann in erster Linie mit Heißdüse Max Verstappen (22). Der „fliegende Holländer“ präsentierte auch ein neues, aggressiveres Helm-Design mit goldenem Löwen.

Max Verstappen mit Kampfansage an Lewis Hamilton

Der WM-Dritte der Vorsaison schickte bereits eine Kampfansage an die Silberpfeile: „Wir wollen vor allem Mercedes vor eine Herausforderung stellen. Und ich denke auch, dass wir das tun können.“

Und Verstappen griff Weltmeister Lewis Hamilton (35) direkt an: „Lewis ist sehr gut, er ist ganz bestimmt einer der Besten, aber er ist nicht Gott. Vielleicht ist Gott mit ihm, aber er ist nicht Gott.“

Verstappen will jüngster Weltmeister aller Zeiten werden

Das will „Mad Max“ in der am 15. März in Melbourne startenden Saison beweisen und am Saisonende jüngster Weltmeister aller Zeiten sein. Diesen Titel trägt noch Sebastian Vettel (32). Der war bei seinem ersten WM-Titel 2010 – ebenfalls mit Red Bull – 23 Jahre alt.

Ferrari

Die Scuderia wählte für die Präsentation seines neuen Formel-1-Autos die ganz große Bühne. Im Theater Romolo Valli in Reggio Emilia wurde um 18.55 Uhr der neue Dienstwagen von Sebastian Vettel (32) und Charles Leclerc (22) enthüllt. Die Stadt in der Region Emilia-Romagna war vor 223 Jahren Geburtsort der italienischen Nationalflagge.

Der neue Ferrari heißt SF1000

Und auch beim Namen der neuen Roten Göttin wählten CEO Louis Camilleri (65) und Teamchef Mattia Binotto (50) einen pathetischen: SF1000 heißt der 71. Formel-1-Bolide aus Maranello – im Hinblick auf den 1000. Grand-Prix-Einsatz, der am 14. Juni in Montréal ansteht.

Die 1000 soll dem neuen Auto mehr Glück bringen als die 90 ihres Vorgängers SF90, die an die Gründung der Scuderia Ferrari im Jahr 1929 durch Enzo Ferrari (†90) erinnerte.

Sebastian Vettel: „Er sieht einfach klasse aus“

„Es steckt sehr viel Arbeit in diesem Auto. Das werde ich spüren, wenn ich es fahre. Es wurden kluge Lösungen gefunden. Wir müssen noch eine Woche warten, bis wir einsteigen dürfen. Aber es sieht einfach klasse aus“, sagte Vettel über den seinem Vorgänger SF90 sehr ähnlichen Wagen. 

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Doch der legendäre Enzo Ferrari würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie dilettantisch seine Nachfolger seit Jahren die WM vermasseln.

Ferrari als Clown-Mobil verspottet

Das inspirierte Spötter in den sozialen Netzwerken bereits zu Fotomontagen, die den neuen Ferrari als Clown-Mobil zeigen.

Seit dem Glücks-Titel von Kimi Räikkönen (40) 2007 bzw. der Konstrukteurs-WM 2008 wartet die stolze Scuderia auf die Titel 16 (Fahrer) und 17 (Team). In der vergangenen Saison fehlten satte 235 Punkte auf Serien-Weltmeister Mercedes.

Sebastian Vettel vergeigte es dreimal selbst

Trotz Rekordbudgets von bis zu 570 Millionen Euro mussten die Tifosi am Saisonende leiden. Nach zwei von Fernando Alonso (38) hauchdünn an Red Bull (Vettel) verlorene Titel (2010, 2012)   vergeigte es Vettel seit seinem Wechsel 2015 dreimal selbst.

2017 und 2018 saß er in einem siegfähigen Auto und vermasselte es ab der Saison-Halbzeit mit Fahrfehlern. Im Vorjahr kam er mit dem auf Topspeed getrimmten SF90 nicht zurecht und verlor auch noch seinen Nummer-1-Status an Ferrari-Novize Leclerc.

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In Italien gilt Vettel als gescheitert, eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags als unwahrscheinlich. Da kann Teamchef Binotto noch so oft beteuern: „Sebastian ist zentral für unser Projekt.“ Die Tifosi fordern von ihm, schon ab dem WM-Start in Melbourne (25. März) auf Leclerc zu setzen.

Ferrari-Teamchef stellt klar: Keine Stallorder mehr

Für Binotto sind aber vorerst beide Fahrer gleichauf: Es wird 2020 keine Stallorder geben, die Fahrer dürfen frei nach dem Titel jagen, vorerst. Aber ihnen muss klar sein, dass keiner über dem Team steht. Eine Kollision wie in Brasilien ist nicht akzeptabel, sonst ziehen wir die Zügel wieder an. Wenn sich im Laufe der WM herausstellt, dass der eine Fahrer klar vorne liegt, dann schätzen wir die Situation neu ein.

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Doch noch gibt Vettel seinen Traum nicht auf, im sechsten Anlauf seinen ersten Ferrari-Titel zu holen und es seinem Idol Michael Schumacher (51) gleich zu tun: „Ich weiß, dass ich mich steigern muss und steigern kann.“

Hier mehr lesen: Früheres Michael-Schumacher-Team startet als Aston Martin durch.

Neue Ferrari-Göttin bietet mehr Anpressdruck

Dafür brauche er aber auch ein Auto, mit dem er mehr spielen könne als mit dem leichten Heck des SF90. Das Fahrgestell der neuen Roten Göttin soll ihm deutlich mehr Anpressdruck in den Kurven bieten.

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Binotto erklärt: „Unser neues Auto zielt auf deutlich mehr Abtrieb hin, und mit mehr Abtrieb kommt auch mehr Luftwiderstand. Wir erwarten, dass wir auf den Geraden nicht mehr so überlegen sein werden. Die letzten Rennen dieser Saison haben uns gezeigt, dass mehr Abtrieb der bessere Weg ist. Auch weil die Reifen gleich bleiben.“

Not-Programm mit noch mehr Millionen

Doch die ersten Windkanal-Daten waren enttäuschend. Seitdem läuft in Maranello ein Not-Programm mit einem signifikant erhöhten Millionen-Budget und mehr Mitarbeitern. Ob der SF1000 endlich Vettels Weltmeister-Auto ist, wird sich bei den ersten Testfahrten vom 19. bis 21. Februar in Barcelona zeigen.

Hier lesen Sie mehr: Neuer Ferrari schockt die Ingenieure – WM-Chance schon verspielt?

Haas-Ferrari

Das US-Team war wie im Vorjahr das schnellste – zumindest bei der Enthüllung des neuen Autos. Die Truppe um Kult-Teamchef Günther Steiner (54) kehrt bei der Lackierung des VF-20 zu seinen traditionellen Farben Schwarz, Weiß und Rot zurück.

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In der vergangenen Saison war der Vorgänger in einer schwarz-goldenen Lackierung des damaligen Hauptsponsors „Rich Energy“ angetreten. Der Energiedrink-Hersteller hatte sich einen bizarren Twitter-Streit mit dem durchgeknallten Besitzer William Storey geliefert und war im September vom Haas-Sponsorship zurückgetreten.

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Auch sportlich lief die vergangene Saison alles andere als glatt für Haas. Das Auto war eine Diva, funktionierte mal ordentlich und rumpelte mal hinterher. In der Konstrukteurs-WM wurde das durch die Netflix-Doku „Drive to Survive“ berühmt gewordene Steiner-Team mit 28 Punkten nur Vorletzter.

Steiner hält an Crash-Piloten Grosjean und Magnussen

Auch wegen ständiger Reibereien und Kollisionen der Fahrer Romain Grosjean (33, Frankreich) und Kevin Magnussen (27, Dänemark). Dennoch hielt Haas überraschend an beiden Crash-Piloten fest und erteilte dem bei Renault aussortierten und zuvor von Teamchef Steiner gelobten Nico Hülkenberg (32) eine Absage.

Hier lesen Sie mehr: Max Verstappen, Kevin Magnussen und Co. – die Rüpelliste der Formel 1.

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Technisch ist der VF-20 eine Weiterentwicklung des Vorgängers und orientiert sich dank der Gleichteile-Politik auch wieder stark am neuen Ferrari. Offiziell wird er zu Beginn der Testfahrten am 19. Februar in Barcelona vorgestellt.

Hier lesen Sie mehr: Coronavirus: Formel-1-Bosse planen Verlegung des China-GP.

Hier die weiteren Präsentations-Termine

17. Februar: Racing Point, Williams

19. Februar: Alfa Romeo

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