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Lustiger Lauda: "Wo ist die depperte Reifentemperatur?"

Formel1.de-Logo Formel1.de 18.05.2017 Christian Nimmervoll
Alex Kristan als Niki Lauda ist nach jedem Rennen ein Renner auf Facebook. © Alex Kristan Alex Kristan als Niki Lauda ist nach jedem Rennen ein Renner auf Facebook.

Alex Kristan im Porträt: Jeder kennt die witzigen "Rennanalysen" auf Facebook und YouTube, aber wer steckt eigentlich hinter "Niki Lauda"?

"Der Lewis hat an die Box reingefunkt, dass seine Reifentemperatur im Keller ist. So, jetzt waren natürlich alle an der Box in hellster Aufregung. Wo ist die depperte Reifentemperatur? Toto Wolff, Paddy Lowe, alle Ingenieure, alle Mechaniker sind runter in den Keller und haben diese depperte Reifentemperatur gesucht. Hat natürlich keiner gefunden."

Es sind messerscharfe "Analysen" wie diese, mit denen "Niki Lauda" zum Facebook-Star geworden ist. "Niki Lauda" ist in dem Fall natürlich nicht der Mercedes-Boss selbst, sondern Alex Kristan, ein österreichischer Comedian, der seine Community seit Jahren nach jedem Grand Prix mit rotem Kapperl und einer hochamüsanten Nachbetrachtung der Formel-1-Rennen erheitert.

Und sobald ein neues Video auf Facebook oder YouTube online ist, läuft Niki Lauda himself (der echte) im Mercedes-Team rum und zeigt allen ganz begeistert, wie er wieder einmal auf den Arm genommen wurde. "Es ist ein schönes Zeichen, wenn derjenige, der parodiert wird, auch selbst drüber lachen kann", sagt Kristan im Interview mit Motorsport-Total.com. "Das ist das größte Kompliment, wenn er selbst eine Hetz hat damit."

Akribische Vorbereitung auf jede Parodie

Das Rezept klingt einfach: "Englischer Slang, Räuspern, eine gewisse Gleichgültigkeit, die er immer mitschwingen lässt", beschreibt Kristan sein Erfolgsgeheimnis hinter den Lauda-Parodien. "Eine Parodie ist wie eine gesprochene Karikatur. Ein Karikaturist sucht sich an einer Figur ein Merkmal und überzeichnet das. Eine Nase zum Bespiel, einen Mund. Und bei einer Parodie macht man das halt hör- und sichtbar."

Aber was zunächst ganz simpel klingt, bedarf akribischer Vorbereitung. Während eines jeden Rennwochenendes macht sich der Comedian "Notizen von den Highlights". Anschließend verbringt er etwa eine Stunde damit, seine Kurzvideos grob zu scripten, "und danach gehe ich in mein Kämmerchen und versuche, das mit meinem iPhone aufzuzeichnen". Vom langwierigen intensiven Studium der kleinen Unzulänglichkeiten der Person mal ganz abgesehen.

Früher als "echter" Formel-1-Journalist tätig

Die Grundvoraussetzung für jede Parodie ist: "Der Mensch muss mich interessieren." Und es hilft, dass Kristan selbst Formel-1-Fan ist. Das kommt nicht von ungefähr. 2000 und 2001, also lange vor seiner "Umschulung" zum Comedian, war er als Journalist für österreichische Privatradios in den Paddocks dieser Welt unterwegs. "Das war eine richtig seriöse journalistische Tätigkeit", erinnert er sich.

Erst 2003 begann sein Ausflug in die Humor-Branche: "Angefangen hat es in meiner Jugend, mit 15, 16 Jahren. Ich hab zur Gaudi meinen Freunden bei Feiern zum Beispiel die Analysen von einem Tennismatch gemacht oder von einem Grand Prix. Und die haben gesagt: "So arg, wie du das machst, unglaublich authentisch!"

Niki Lauda, Gerhard Berger, Kult-Kommentator Heinz Prüller und Tennis-Legende Thomas Muster waren seine ersten "Opfer". Wobei "Opfer" eigentlich der falsche Ausdruck ist. Negatives Feedback oder gar Unterlassungserklärungen hat Kristan noch nie erhalten: "Wahrscheinlich, weil ich versuche, bei dem, was ich tue, immer oberhalb der Gürtellinie zu bleiben. Die Parodie endet für mich dort, wo der andere selbst nicht mehr drüber lachen kann", sagt er.

2004: Sieger bei TV-Casting-Show

Und lachen können viele über seine Parodien. Im Jahr 2004 gewann er im österreichischen Privatfernsehen die Castingshow "Österreich sucht den Comedy-Star", und seine Lauda-Analysen liefen zuletzt sogar im reichweitenstärksten Radiosender der Alpenrepublik. Dabei war eigentlich nie der Plan, mit Humor Geld zu verdienen.

"Es hat sich einfach ergeben", schmunzelt Kristan. "Irgendwann habe ich schon gemerkt, das Talent ist da. Aber das erklärte Berufsziel Comedian kam viel später. Da dachte ich mir dann, ich mach das, was ich am besten kann, nämlich Leute zum Lachen zu bringen, zum Beruf. Nach dem Motto: Schauen wir mal, was passiert."

22. und 24. Mai: Alex Kristan live

Kristan ist übrigens nicht nur als Niki Lauda unterwegs, sondern tourt auch mit seinem Soloprogramm als Comedian. Das bestehe "zu 70 Prozent aus Alex und zu 30 Prozent aus Parodien". Bestandteil seines Repertoires sind inzwischen auch Jogi Löw, "Terminator" Arnold Schwarzenegger oder der austro-kanadische Polit-Milliardär Frank Stronach und viele mehr.

Wer Kristan demnächst live erleben möchte: Am 22. Mai trägt er sein Soloprogramm "Heimvorteil" im Orpheum in Wien vor, am 24. Mai in der Alten Mühle in Maria Anzbach (beides in Österreich). Bei der Premiere der Show war übrigens ein prominenter Gast dabei: Niki Lauda.

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