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Niki Lauda arbeitete bis zum Kollaps

Der Bund-Logo Der Bund 06.08.2018
Niki Laudas Zustand war «extrem kritisch» © (TA) Niki Laudas Zustand war «extrem kritisch»

Am Ende musste alles sehr schnell gehen: Die Zeitung «Österreich» gibt Details zur Lungentransplantation von Niki Lauda preis.

Am Samstag, zwei Tage nach seiner Lungentransplantation, ist Niki Lauda aus dem künstlichen Koma erwacht. Der 69-Jährige hat den Eingriff ohne Komplikationen überstanden und atmet bereits wieder selbstständig. Am Montag will das Allgemeine Krankenhaus in Wien über den Gesundheitszustand des dreifachen Formel-1-Weltmeisters informieren.

Die Zeitung «Österreich», deren Herausgeber als Freund Laudas gilt, schildert nun, wie prekär Laudas Situation vor dem Eingriff war. Begonnen hatte alles mit einer Sommergrippe während seiner Ferien auf Ibiza. Daraus wurde eine Lungenentzündung. Der 69-Jährige, so wird es in diversen Medien erzählt, soll selbst mit dem Privatjet nach Wien geflogen sein, wo er seit dem 20. Juli im Spital liegt.

Die Lunge versagte

Nachdem es ihm zunächst besser gegangen war, verschlechterte sich sein Zustand am vergangenen Mittwoch abrupt. Die Lunge versagte, der ehemalige Rennfahrer wurde während einer Woche von einer Herz-Lungen-Maschine am Leben erhalten. Dabei war er stets bei vollem Bewusstsein.

Die Ärzte gaben ihm noch drei bis sieben Tage. Walter Klepetko, der zuständige Arzt und Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie, sprach am Sonntag von einem extrem kritischen Zustand, der eine rasche Durchführung der Transplantation zur Folge hatte.

Folgen seines Unfalls

Die Lunge Laudas ist nach dem verheerenden Rennunfall 1976 auf dem Nürburgring stark beeinträchtigt. Der Österreicher gilt aufgrund seiner Vorgeschichte als Risikopatient und wurde mit der höchsten Dringlichkeit behandelt. Der 69-Jährige musste sich in diesem Jahr bereits einer Herzoperation unterziehen. Zudem wurden bei Lauda zu einem früheren Zeitpunkt zwei Nierentransplantationen durchgeführt, ebenfalls Spätfolgen seines Unfalls.

In einer internationalen Datenbank wurde fieberhaft (höchste Dringlichkeitsstufe) nach einer geeigneten Lunge gesucht. Diese wurde am späten Mittwoch in Deutschland gefunden und noch in der Nacht nach Österreich geflogen worden. Am Donnerstag wurde sie ihm transplantiert.

Ryanair-Boss reist vergebens an

Die Rennen in Hockenheim und Ungarn hatte der Aufsichtsratsvorsitzende des Weltmeisterteams Mercedes verpasst. Lauda gab an, eine Grippe auszukurieren. Trotz der schweren Erkrankung arbeitete die Formel-1-Legende unermüdlich weiter, auch von der Intensivstation aus. Laudas Ziel: Er wollte Ryanair seine verbleibenden 25 Prozent an der nach ihm benannten Airline Laudamotion verkaufen.

Der irische Billigflug-Riese war zunächst mit 25 Prozent eingestiegen und ist mittlerweile mit 75 Prozent beteiligt. Obwohl er in Lebensgefahr schwebte, führte er die Verhandlungen fort. Ryanair-Chef Michael O'Leary sei deshalb am letzten Dienstag nach Wien gereist, wurde aber nicht zu Lauda gelassen. Die beiden hätten telefoniert, sind dabei aber zu keinem Ergebnis mehr gekommen. Gemäss «Österreich» musste Lauda die Gespräche abbrechen, weil er nicht mehr ansprechbar war.

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