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Schnaufend am Limit: Hamilton an der Belastungsgrenze

Motorsport-Total.com-Logo Motorsport-Total.com 15.05.2017 D. Rencken, N. Fischer & S. Haidinger
Sieger Lewis Hamilton wirkte nach dem Rennen am 14. Mai 2017 in Barcelona sichtlich mitgenommen. © xpbimages.com Sieger Lewis Hamilton wirkte nach dem Rennen am 14. Mai 2017 in Barcelona sichtlich mitgenommen.

Lewis Hamilton war die körperliche Anstrengung am Funk gestern anzumerken, doch warum schnaufte nur er? Sind die neuen Boliden wirklich so viel anstrengender?

Nein, Darth Vader saß gestern nicht bei Lewis Hamilton im Auto. Die Verwechslungsgefahr bestand durchaus, denn beim dreimaligen Weltmeister hörte man am Funk ein sonst unübliches Schnaufen. Den Mercedes-Piloten schien der Grand Prix körperlich deutlich mitzunehmen, denn so angestrengt klang Hamilton wohl noch nie. "Ich war viel mehr am Limit. Mehr pushen konnte ich nicht", so der Brite nach dem Rennen.

Die Formel-1-WM 2017 steht ganz im Zeichen des Duells der Giganten: Nach dem Europa-Auftakt in Barcelona haben Sebastian Vettel und Lewis Hamilton je zwei Siege auf dem Konto. Vorteil Vettel: sechs Punkte mehr. Vorteil Hamilton: die vielleicht besseren technischen Updates. GP Spanien, Highlights 2017

Die Formel 1 scheint die Piloten wieder vor größere körperliche Probleme zu stellen. Mit den breiteren Reifen und breiteren Autos werden besonders in den Kurven durch die höheren Geschwindigkeiten wieder höhere g-Kräfte erzielt. Im schnellen Rechtsknick Kurve 9 in Spanien wurden im Vorjahr 3,9 g gemessen - in diesem Jahr teilweise über fünf!

Nicht umsonst haben die Piloten vor der Saison vor allem die Halsmuskeln trainiert, um mit den neuen Kräften zurückzukommen. Doch bislang schien das in dieser Saison zumindest für die Zuschauer nicht spürbar zu sein - erst Hamiltons Schnauforgie am Funk von Spanien lässt das erahnen.

Hamilton hat "lange nicht mehr so gekämpft"

Doch ist das wirklich ein generelles Thema in der Formel 1 oder hatte vielleicht nur der Brite körperliche Probleme - immerhin hörte man bei den anderen Piloten die Anstrengung nicht so stark heraus. "Es war nicht allzu fordernd", meinte etwa Daniel Ricciardo (Red Bull) nach dem Grand Prix. Und Sebastian Vettel wurde auf der üblichen Pressekonferenz der Erstplatzierten bei der Frage nach der Anstrengung ausgeklammert, weil er nicht so erschöpft aussah. "Danke, dass Sie mir die Frage nicht gestellt haben. Ich sehe das als Kompliment", lacht der Heppenheimer.

Hat Hamilton also vielleicht nur etwas übertrieben, um es besser wirken zu lassen? Doch der Brite sagt, dass es nicht nur an den Autos, sondern vor allem auch am Rennverlauf lag. Während Daniel Ricciardo nie Gegner hatte, musste Hamilton alles geben: "Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mal so ein Rennen hatte, wo ich so hart am Limit sein konnte und in einem Kampf war. Das war lange her", betont er.

"Es ist einfach ein Ausdruck, wie hart er gepusht hat", stimmt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zu. Hamilton musste das komplette Rennen über gegen Sebastian Vettel kämpfen und sich stets am Limit bewegen. Und weil er speziell am Anfang immer hinter dem Ferrari war, habe er noch mehr reinlegen müssen, um den aerodynamischen Nachteil als Hinterherfahrender auszugleichen. "Mit Sebastian mitzuhalten war ein Killer", sagt Hamilton.

"So sollte es auch sein"

Er habe bestimmt zwei Kilogramm Körpergewicht verloren, wie der Brite meint - auch weil er im Rennen kein Getränk im Auto mitführt, um Gewicht zu sparen. "Ich habe viel Energie verbraucht und freue mich darauf, mich hinzulegen", so der Brite nach dem Grand Prix. "Aber so sollte es auch sein. Du solltest dich körperlich ausgelaugt fühlen am Ende."

Wie ausgelaugt er war, konnte er nach der Zieldurchfahrt spüren. Eigentlich dachte er, dass er noch genügend Energie haben würde, "aber als ich zu meinem Team sprang, ging mein Herzschlag durch die Decke". Auch auf dem Weg zum Podium blieb ihm an der obersten Treppenstufe erst einmal die Luft weg. "Das war eines der härtesten Rennen", sagt er.

Doch die eigentlich härtesten Rennen der Saison kommen noch: In Malaysia oder Singapur muss man nicht nur mit den neuen Kräften auskommen, sondern vor allem noch mit der brutalen Hitze.

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