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Sergio Perez: Formel 1 muss wieder eine Fahrer-WM werden!

Formel1.de-Logo Formel1.de 12.05.2019 Norman Fischer, Co-Autor: Jonathan Noble

Sergio Perez hat genug davon, dass die Ergebnisse in der Formel 1 dermaßen vom Team abhängig sind: Er wünscht sich wieder mehr Einfluss von den Fahrern

Sergio Perez ist von der aktuellen Formel 1 alles andere als angetan © LAT Sergio Perez ist von der aktuellen Formel 1 alles andere als angetan

Seit Jahren wird die Formel 1 von drei Teams dominiert: Mercedes, Ferrari und Red Bull haben die Podestplätze 2017 und 2018 fast vollständig unter sich ausgemacht. Gerade einmal jeweils ein dritter Platz fiel pro Jahr an ein anderes Team ab - bei Chaosrennen in Baku. Dass somit 172 der letzten 174 Podiumsplatzierungen unter drei Teams aufgeteilt wurden, missfällt Sergio Perez.

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"Du bist komplett davon abhängig, welches Potenzial dein Auto hat. Das ist sehr schade - für den Sport, für uns Fahrer", sagt der Mexikaner, der 2018 den letzten Podestplatz eines Nicht-Topteams holte. Er fordert: "Die Formel 1 muss dafür sorgen, dass sie wieder eine Fahrer-WM wird. Seit einigen Jahren ist es nur noch eine Team-WM. Es ist schlimmer geworden, seit ich dabei bin."

Er ärgert sich vor allem für die vielen Piloten, die wohl nie die Gelegenheit haben, auf das Podium zu fahren, obwohl sie die Fähigkeit dazu besitzen würden. Bestes Beispiel hierfür ist wohl Perez' Ex-Teamkollege Nico Hülkenberg, der immer in halbwegs konkurrenzfähigen Fahrzeugen saß, aber in 160 Starts noch nie unter die ersten drei kommen konnte.

Vor der Formel 1 war der Lebenslauf von Hülkenberg glanzvoll: Meister in der Formel BMW, der A1-Grand-Prix-Serie, der Formel-3-Euroserie und der GP2 - in der Formel 1 ist er hingegen ohne Chance. "Stell dir vor, wie frustrierend es für so einen sein muss, wenn er hier ankommt und dann bestenfalls 'Best of the Rest' werden kann", sagt Perez.

Fahrer kann den Unterschied nicht machen

In anderen Sportarten wie Tennis oder Golf könne der Spieler den Unterschied machen, indem er Leistung zeigt: "Du gehst auf den Platz und hast keine Ahnung, wie das Match ausgehen wird, oder wo du in der Ergebnisliste landest. In der Formel 1 weiß jeder schon vorher, wo er ins Ziel kommen wird", so der Racing-Point-Pilot.

Er droht die Lust zu verlieren: "Ich will nicht länger in einer WM fahren, in der nur die Teams den Ton angeben. Ich hoffe, dass der Fahrer in Zukunft mehr bewirken kann", sagt er und legt seine Hoffnungen in das neue Reglement ab 2021, wenn die bestehende Rangordnung durch völlig neue Regeln aufgebrochen werden kann.

Die Frage ist nun, ob es am Ende dafür sorgt, dass im Kampf um das Podest wieder mehr Spannung herrscht. Denn das Grundproblem wird nur eingeschränkt gelöst. "Es gibt fantastische Teams in der Formel 1. Aber das große Problem sind die unterschiedlichen Ressourcen", sagt er. "Wir treten gegen Teams an, die drei- oder viermal so große Ressourcen haben wie wir. Und so ist das schon seit vielen Jahren."

Veränderungen schwierig zu erreichen

Mercedes, Ferrari und Red Bull verpulvern mittlere dreistellige Millionenbeträge, auch Renault pumpt immer mehr Budget in sein Team, während Rennställe wie Racing Point, Haas oder Williams mit einem Bruchteil davon auskommen müssen. Die geplante Budgetgrenze dämmt diese Ausgaben zwar ein, ist aber immer noch viel zu hoch für die meisten Teams im Mittelfeld. "Unter diesen Strukturen wird sich daran nichts ändern", so Perez.

Doch Veränderungen in der Formel 1 zu erreichen, ist schwierig. Meistens wehren sich die großen Teams dagegen, ihre Privilegien aufzugeben, und weil jedes Team eine eigene Agenda verfolgt, ist ein Konsens schwer zu erreichen. Einheitsteile könnten das Feld zusammenbringen, glaubt Perez, doch viele Teams sind dagegen, weil das nicht der DNS der Formel 1 entspreche.

Kostenersparnis ist ein weiterer Faktor, gleichzeitig brauche man laut dem Mexikaner aber auch Technologie, um die Autohersteller bei Laune zu halten, weil sie wichtig für die Formel 1 seien. "Es ist ziemlich schwierig", sagt Perez. "Aber ich glaube, wir wollen sehen, dass der beste Fahrer gewinnt. Nicht das beste Auto. Das wünsche ich mir für die Formel 1. Als Fahrer wie auch als Fan. Sonst wird es irgendwann uninteressant."

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