Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Die Erklärungen der querschnittsgelähmten Kristina Vogel

WELT-Logo WELT 12.09.2018
© Bereitgestellt von WeltN24 GmbH

Kristina Vogel ist nach einem dramatischen Unfall querschnittsgelähmt. Die Bahnrad-Olympiasiegerin stellte sich in einem bewegenden Auftritt erstmals der Öffentlichkeit. Dabei kommen ihr die Tränen.

Nach ihrem Sturz vor zwei Monaten bei Trainingsfahrten in Cottbus ist Kristina Vogel querschnittsgelähmt. Die 27-jährige Bahnrad-Olympiasiegerin war bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h mit einem niederländischen Nachwuchsfahrer kollidiert, der einen stehenden Start übte.

Vogel erlitt bei dem tragischen Unfall zahlreiche Brüche und schwerste Rückenverletzungen. Sie wurde mehrfach im Berliner Unfallkrankenhaus Marzahn notoperiert und ist vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt.

Das könnte Sie auch interessieren: 150.000 Euro für querschnittsgelähmte Sportlerin: Sportbund unterstützt Kristina Vogel

Erstmals nach dem tragischen Unfall vom 26. Juni stellte sich Vogel der Öffentlichkeit. Ein mutiger und starker Auftritt einer starken Frau. "Eine Querschnittlähmung ist ein krasser Einschnitt ins Leben, das kann man drehen und wenden wie man will. Ich vergleiche mit gerne mit einem Baby, das alles lernen muss. Ich bin jetzt so weit, dass ich mich stellen möchte", sagte Vogel.

Die Olympiasiegerin zeigte sich beeindruckt von der Anteilnahme aus aller Welt. Dies und ihre Familie geben ihr die Kraft, mit dem Schicksalsschlag umzugehen. "Mein Freund Michael ist nicht von meiner Seite gewichen. Er ist ein unglaublicher Halt. Es tut mir leid, dass er das mit mir durchmachen muss. Meine Familie war immer bei mir, ich war nie alleine", sagt Vogel. Als sie von ihren Liebsten spricht, kommen ihr die Tränen.

Trotzdem versprüht sie mit ihrer positiven Art einen unglaublichen Optimismus, sie ist "bereit, sich der neuen Aufgabe zu stellen." Vogels Reha läuft nach Plan, sie ist voller Tatendrang und hat bereits mit dem Rollstuhltraining angefangen: Seit dieser Woche im Rollstuhlfahrtraining. "Ich bin auch direkt rausgeplumpst, weil ich so schnell los wollte. Ich bin kontrolliert auf den Po gefallen. Als ich zum ersten Mal die Bilder meiner Wirbelsäulenverletzung gesehen habe, musste ich tief durchatmen. Ich hatte verdammt Glück, es hätte viel schlimmer kommen können."

"Schnell realisiert, dass ich nicht mehr laufen kann"

An die Sekunden des dramatischen Unfalls hat sie keine Erinnerung. Sie ist froh über den Schutzmechanismus ihres Körpers. "Die erste Erinnerung, die ich habe, ist wie ich auf der Radrennbahn aufgewacht bin. Ich dachte: atmen, atmen,atmen. Max Levy (Bahnradprofi, Anm.d.Red.) hat meinen Kopf gehalten. Als ich meine Füße ohne die Schuhe gesehen habe, wusste ich: Dass mit dem Fußgänger, das war es jetzt", sagte Vogel. Ihr sei ganz schnell klar geworden, dass sie nicht mehr laufen kann: "Das hat mir geholfen. Die Diagnose war keine Überraschung, als ich auf dem Koma aufgewacht bin."

Vogel will nicht zurückschauen: "Ich bin keine Maschine. Es gab Momente, in denen ich lernen musste, Tränen zuzulassen. Ich bin auf zwei Rädern, genauso wie auf vier Rädern. Ich möchte gerne ins Leben zurück und auf viel Hilfe verzichten können."

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von WELT

| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon