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WM 2022 News heute: Organisation warnt England-Fans, Ritterkostüme zu tragen

DER SPIEGEL 24.11.2022 Sven Scharf

Englische Fußballfans verkleiden sich gerne als Kreuzritter. Die Organisation Kick It Out ruft sie nun auf, das besser nicht in muslimischen Ländern wie Katar zu tun. Und: Flick erklärt Spanien zum Endspiel. Die News.

© Richard Heathcote / Getty Images

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Französische Sportministerin wünscht sich auch Geste französischer Spieler

12.57 Uhr: Nach dem Schweigeprotest deutscher Nationalspieler gegen die Fifa hat die französische Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra das Team ihres Landes dazu aufgerufen, ebenfalls eine symbolische Geste für Menschenrechte zu zeigen. »Gibt es noch eine Möglichkeit für unsere französische Mannschaft, ihr Engagement für Menschenrechte zum Ausdruck zu bringen? Die Antwort ist ja«, sagte Oudéa-Castéra dem französischen Sender Public Sénat. »Die Deutschen haben es gezeigt.« Auch die französischen Spieler teilten diese Werte, »es ist wichtig, dass sie sie vertreten«.

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Organisation warnt England-Fans, Ritterkostüme zu tragen

12.49 Uhr: Die Anti-Rassismus-Organisation Kick It Out hat englische Fußballfans davor gewarnt, bei der WM in Katar Ritterkostüme zu tragen. Wiederholt verkleiden sich englische Fußballfans zu Länderspielen als St. George, dem Schutzpatron, der als Ritter zu Pferd dargestellt wird.

»Wir möchten Fans (...) darauf hinweisen, dass bestimmte Kleidung, wie etwa Kostüme, die Ritter oder Kreuzritter darstellen, in Katar und anderen islamischen Ländern nicht gerne gesehen werden«, teilte die Organisation laut englischen Medienberichten mit. In den sozialen Netzwerken kursierten nach dem englischen Auftaktsieg gegen Iran Bilder, die Fans in Kettenhemden und Helmen zeigen, die von Sicherheitskräften offenbar am Einlass ins Stadion gehindert werden.

Symbole aus der Zeit der Kreuzzüge werden in islamischen Ländern bis heute kritisch gesehen. Die religiösen Kriege zielten im Mittelalter auf muslimische Staaten im Nahen Osten ab. Papst Urban II. rief 1095 zum Kreuzzug gegen Muslime auf, die Jerusalem und das Heilige Land besetzten. Viele Menschen starben.

Schweiz vs. Kamerun zur Pause torlos

11.54 Uhr: Mal zurück auf den Rasen, der für manche die Welt bedeutet: Im ersten Spiel der Gruppe ist bisher noch kein Tor gefallen. Nach starkem Beginn von Kamerun hatte in den Minuten vor der Pause die Schweiz Oberwasser. Den Liveticker zum Spiel lesen Sie hier.

Hoeneß: »Infantino ist eine große Katastrophe für den Weltfußball«

10.48 Uhr: Im Streit über die »One Love«-Binde ist Uli Hoeneß vom Deutschen Fußball-Bund enttäuscht: Der DFB habe eine Chance verpasst, der Fifa die Stirn zu bieten. Hier lesen Sie mehr.

Tausende Israelis reisen zur WM nach Katar

10.44 Uhr: Trotz der schwierigen politischen Beziehungen zwischen Katar und Israel sind Tausende israelische Fußball-Fans zur WM gereist. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums sollen sich während des vierwöchigen Turniers insgesamt rund 5000 Fans mit israelischer Staatsbürgerschaft auf den Weg machen. Hinzu kommen 5000 weitere mit einer Doppelstaatsbürgerschaft, die mit einem anderen Pass einreisen.

Israel und Katar unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Das Emirat unterstützt auch islamistische Gruppen, die mit Israel verfeindet sind.

Israel hat seine Bürger ermahnt, sich während ihres Aufenthalts in Katar an die Regeln in dem arabischen Land zu halten. Das Außenministerium empfahl den Fans etwa, ihre israelische Identität nicht offen zu zeigen. Es warnte in Videoclips auch vor Strafen für das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit.

Bundestrainer Flick: »Haben keinen Schuss mehr frei«

10.25 Uhr: Bundestrainer Hansi Flick hat das zweite WM-Gruppenspiel gegen Spanien zum Endspiel erklärt. »Wir haben keinen Schuss mehr frei, der Fehlschuss, den hatten wir gestern, so müssen wir das Ganze angehen«, sagte Flick einen Tag nach dem 1:2 gegen Japan. Gegen die Spanier müssten »viele Dinge« besser gemacht haben.

»Im Nachhinein muss man sagen, auch wenn über 70 Minuten Vieles positiv war, war es am Ende, wenn man ins Detail geht, nicht das, was wir uns vorgestellt haben«, sagte Flick über die Japan-Partie. »An den Schrauben müssen wir drehen und versuchen, die Dinge besser zu machen.« Jeder einzelne Spieler müsse schauen, das Spiel »für sich einfach besser« zu gestalten. »Wir haben einiges zu tun«, sagte Flick.

Mit dabei könnte dann Leroy Sané sein. Der Flügelspieler vom FC Bayern war gegen Japan verletzt ausgefallen. »Leroy ist gerade auf dem Platz und trainiert alleine für sich. Das ist positiv«, sagte Flick.

Auf die Frage, ob man etwa Niklas Süle austauschen könnte, der für viele Experten der Sündenbock gewesen sei, antwortete Flick, das viele Fehler gemacht worden seien: »Da nehme ich keinen Einzelnen raus, das betrifft die ganze Mannschaft.«

Auch Norwegen verweigert Infantino die Gefolgschaft

10.20 Uhr: Wie der DFB hat auch der norwegische Verband mit Fifa-Kritikerin Lise Klaveness an der Spitze dem Weltverbands-Präsidenten Gianni Infantino die Gefolgschaft auf dem Weg zu seiner Wiederwahl verweigert. »Wir beim NFF vertrauen nicht darauf, dass Infantino der richtige Anführer ist, der uns weiterbringt«, sagte Klaveness dem norwegischen Rundfunk NRK.

Klaveness bedauert, dass es aus Europa keinen Gegenkandidaten für die Wahl im März des kommenden Jahres gibt. Der NFF habe »viele Versuche« unternommen, jemanden zur Kandidatur zu bewegen – doch alle hätten abgelehnt. Sie selbst wollte nicht kandidieren.

Die Frist für eine Kandidatur ist bereits abgelaufen. Da sich der umstrittene Infantino auf eine große Unterstützung aus aller Welt verlassen kann, gilt seine Wiederwahl als sicher.

Konflikt mit Fifa: Spitzengespräch zwischen Neuendorf und Infantino

9.47 Uhr: Im Konflikt zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und der Fifa hat es rund um das erste Spiel gegen Japan einen Austausch zwischen den Präsidenten Bernd Neuendorf und Gianni Infantino gegeben. Das bestätigte der DFB der Nachrichtenagentur sid. Über die Inhalte der Unterredung wollte der Verband nichts bekannt geben.

»Bernd Neuendorf hat immer betont, dass es trotz der gegensätzlichen Positionen wichtig ist, mit der Fifa im Dialog zu bleiben«, ließ der DFB wissen. Da Neuendorf während der Partie »in unmittelbarer Nähe zum FIFA-Präsidenten saß, gab es selbstverständlich ein Gespräch. Über die Inhalte äußern wir uns nicht«.

Hinsichtlich weiterer Maßnahmen befinden sich der DFB und seine verbündeten Verbände weiter in Beratungen. Dabei geht es laut DFB unter anderem um den »Umgang der Sicherheitsbehörden mit Fans, die Regenbogensymbolik tragen – hier kam es bekanntlich zu verschiedenen Zwischenfällen«. Am Rande des Japan-Spiels seien der deutschen Fanbotschaft »erfreulicherweise keine weiteren Repressalien gemeldet worden«.

9,23 Millionen Menschen sehen Deutschlands Niederlage in der ARD

9.28 Uhr: Die 1:2-Pleite Deutschlands gegen Japan haben in der ARD-Live-Übertragung 9,23 Millionen Menschen gesehen. Der Marktanteil betrug zwar 59,7 Prozent, dennoch schauen bisher bei den Öffentlichen-Rechtlichen deutlich weniger Menschen zu als vor vier Jahren während der WM in Russland. Damals hatten 25,97 Millionen Zuschauer (MA: 81,6 Prozent) im ZDF das 0:1 gegen Mexiko zum Auftakt gesehen. Das Spiel fand damals allerdings an einem Sonntag um 17 Uhr statt und damit zu einer besseren Sendezeit als die Partie gestern um 14 Uhr. Zudem ist unklar, wie viele Menschen sich die Partien der WM beim Streamingdienst MagentaTV anschauen, der alle 64-WM-Spiele überträgt.

Dennoch setzt sich bei der WM in Katar der Trend fort, dass die Reichweiten im linearen Fernsehen deutlich hinter den Ergebnissen der letzten Turniere zurückbleiben. Das Abendspiel zwischen Belgien und Kanada (1:0) sahen 4,33 Millionen in der ARD. Am späten Nachmittag schalteten beim Match zwischen Spanien und Costa Rica 3,89 Millionen das Erste ein. Die Nullnummer zwischen Kroatien und Marokko verzeichnete nur 1,32 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen.

In zahlreichen in Deutschland durchgeführten Umfragen vor dem Turnier gaben viele Menschen an, sich die WM in Katar nicht anschauen zu wollen.

Fan von Mexiko versuchte angeblich, Alkohol im Fernglas ins Stadion zu schmuggeln

8.28 Uhr: Alkohol ist während der WM nur in der VIP-Loge erlaubt. Ein mexikanischer Fan hat Berichten zufolge einen kuriosen Versuch unternommen, dennoch während eines Spiels in den Genuss eines geistigen Getränks zu kommen. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie das Fernglas eines Fans von Ordnungskräften untersucht und nicht von diesen abgesegnet wird. Das Fernglas soll demnach so präpariert worden sein, dass der Mann damit Alkohol ins Stadion schmuggeln konnte.

Matthäus zu WM-Fehlstart: Nebengeräusche stören Konzentration

8.24 Uhr: Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht die Konzentration der DFB-Auswahl auf die sportlichen Aufgaben durch die Nebengeräusche gestört. »Die vielen Debatten um Menschenrechte, Spielführerbinde, dürfen die Fans ein Bier trinken oder nicht – das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei«, sagte Matthäus dem TV-Sender RTL.

Er habe das Gefühl gehabt, dass bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan »in der zweiten Halbzeit viele Spieler blockiert waren. Zeichen setzen – ja. Aber die Spieler sind bei der WM, um Fußball zu spielen und uns auf dem Platz zu repräsentieren. Deutschland hat sehr viel diskutiert über diese Sachen und wie man Messages senden kann. Da lässt automatisch die Konzentration nach«, betonte der 61-Jährige.

Im zweiten Gruppenspiel gegen Spanien erwartet Matthäus von der DFB-Elf eine Steigerung. »Wir müssen an die Leistungsgrenze gehen, wir müssen kompakt spielen, wir müssen selbstbewusst spielen und wir müssen vor allem die Chancen verwerten«, forderte der Weltmeister von 1990. Es müsse eine Mannschaft auf dem Platz stehen, »die 90 Minuten Gas gibt«.

»Welt geschockt«: Japans Medien feiern Sieg über Deutschland

8.12 Uhr: Der spektakuläre Auftaktsieg Japans hat auf den Straßen von Tokio für spontane Feiern gesorgt. Nach dem Schlusspfiff, der bei japanischer Zeit um Mitternacht erfolgte, trafen Fans und Begeisterte mit Fahnen und goldenen WM-Pokalen in der Metropole zusammen und zelebrierten im beliebten Ausgehviertel Shibuya einen der größten Überraschungscoups, der Japans Fußballern bislang gelungen ist.

Und auch die heimischen Medien waren begeistert. »Japan hat die Welt geschockt«, hieß es beim Sportportal Nikkansport nach dem Erfolg.

Costa Ricas WM-Spieler: Dürfen nicht in Ohnmacht fallen

7.20 Uhr: Für Costa Ricas Nationalspieler wird die Aufbereitung der 0:7-Niederlage gegen Spanien sicher keine einfache Angelegenheit. Schon am Sonntag geht es für die Zentralamerikaner um alles oder nichts. Sie müssten wieder aufstehen, forderte Verteidiger Kendall Watson. »Wir dürfen nicht in Ohnmacht fallen und glauben, dass alles vorbei ist«, betonte der 34-Jährige: »Es gibt noch zwei Spiele.«

Am Sonntag geht es gegen Japan, beim Gruppenfinale ist die DFB-Elf der Gegner. Im schlimmsten Fall für beide Teams könnte es zu einer bedeutungslosen Partie am 1. Dezember werden.

»Ich muss mit diesem Ergebnis arbeiten und mir sehr genau überlegen, was ich meinen Spielern sage, um ihre Stimmung wieder zu heben«, hatte Costa Ricas Trainer Luis Fernandez Suárez nach dem Spiel gegen Spanien Doha gesagt.

»Das triff uns hart als Mannschaft«, kommentierte auch Abwehrspieler Óscar Duarte die Pleite: »Aber wir haben noch zwei Spiele und werden das Maximum aus uns rausholen, bis zum Tod. Wir haben nichts zu verlieren.«

Davies erhält Zuspruch nach verschossenem Elfmeter

6.33 Uhr: Für Bayernstar Alphonso Davies gab es nach seinem nicht verwandelten Strafstoß gegen Belgien tröstende Worte von Trainer John Herdman. »Phonzie hat eine enorme Bedeutung für uns und eine große Zukunft vor sich. Auch wenn er heute nicht getroffen hat, wird er noch viele Tore für uns machen«, sagte der 47-Jährige. Seine Aufgabe wird es vor dem zweiten Gruppenspiel am Sonntag gegen Vizeweltmeister Kroatien sein, das Mut-Level seines Teams auf derselben Höhe wie gegen Belgien zu halten.

Um ihr Selbstvertrauen machen sich die Kanadier keine Sorgen. Denn die Leistung im ersten WM-Spiel seit 1986 passte, nur das Ergebnis eben nicht. Kanada machte Spaß und sollte durch den erfrischenden Auftritt viele neue Fans gewonnen haben.

England-Keeper Pickford: Thema Binde »wurde uns aus der Hand genommen«

6.21 Uhr: Für Torhüter Jordan Pickford hatte Englands beim Thema mehrfarbige Kapitänsbinde keine Wahl. »Wir hatten im Team Diskussionen über die Binde. Wir alle wollten, dass er (Harry Kane) sie trägt. Die Entscheidung wurde uns aber aus den Händen genommen«, sagte Pickford in einer Medienrunde in Al-Wakrah. »Wenn Harry sie getragen und Gelb bekommen hätte und vielleicht das nächste Spiel verpasst hätte, wäre das nicht ideal für uns. Es wurde uns einfach aus der Hand genommen«, fügte Pickford hinzu.

Japaner feiern nach Sieg über Deutschland Orakel-Otter Taiyo

6.10 Uhr: Ein Flussotter namens Taiyo wird in Japan nach dem Sieg über Deutschland gefeiert. Der im Maxell Aqua Park Shinagawa in Tokio lebende Taiyo hatte den Sieg Japans gegen den die DFB-Elf vorhergesagt. Das tat das acht Jahre alte Männchen, in dem es am Vortag einen Mini-Fußball in einen blauen Eimer mit der japanischen Flagge legte. Den roten Eimer mit der deutschen Flagge und einen gelben mit der Aufschrift »Unentschieden« ignorierte Taiyo. Begeistert von Japans 2:1-Sieg schwärmten japanische Fußballfans im Netz von dem Otter und nannten ihn »erstaunlich« und »extrem kompetent«. Andere hofften, dass er eine Prognose für das nächste Gruppenspiel Japans am Sonntag gegen Costa Rica abgeben würde.

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