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Pokalfinale im Basketball: Alba unterliegt Bamberg 82:83

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 17.02.2019 Julian Graeber

Mehr Drama ging kaum: Im Pokalfinale liegen die Berliner kurz vor Ende sogar vorn, doch dann siegt Bamberg glücklich.

Ging hoch her bei Bamberg gegen Alba. © Foto: imago/HMB-Media Ging hoch her bei Bamberg gegen Alba.

In einem entscheidenden Spiel ist es ziemlich selten, dass alle Zuschauer in der Halle – egal, ob Anhänger des Heimteams oder jene der Gäste – gemeinsam jubeln. Knapp 20 Minuten vor dem Beginn des Endspiels um den deutschen Basketball-Pokal war aber genau das der Fall. Dafür genügte es, den kleinsten gemeinsamen Nenner der beiden Fanlager zu finden: die Abneigung den Münchner Basketballern gegenüber. „Vielen Dank an Alba Berlin fürs Ausschalten der Bayern“, sagte der Hallensprecher mit Verweis auf den Berliner Erfolg im Viertelfinale und in der Bamberger Arena brach ein Höllenlärm aus. Es wurde getrommelt, gegrölt, geklatscht. Spätestens in diesem Moment war zu erahnen, warum die Stadt in Basketball-Kreisen als „Freak City“ bezeichnet wird.

Dass es in der mit 6150 Zuschauern ausverkauften Bamberger Arena auch in den 40 Spielminuten kaum einmal leiser wurde, war kein gutes Zeichen für Alba. Die Berliner unterlagen Bamberg in einem zerfahrenen und bis zur letzten Sekunde spannenden Spiel 82:83 (16:20, 21:24, 17:19, 28:20) und haben damit auch ihr drittes Finale unter Trainer Aito Garcia Reneses verloren.

Den letzten Titel hatte Alba vor mittlerweile drei Jahren gewonnen und das ist für solch einen erfolgsverwöhnten Klub eine halbe Ewigkeit. In der vergangenen Saison waren die jungen Berliner bereits ganz nah dran, diese Durststrecke zu beenden. Letztlich standen sie nach den Endspielen in Pokal und Meisterschaft gegen die Bayern aber doch wieder mit leeren Händen da. Das viele Lob, das von allen Seiten auf das Team einprasselte, war da nur ein schwacher Trost. Dementsprechend groß war der Hunger nach Titeln vor dem Finale in Bamberg.

Trainer Aito Garcia Reneses hatte vor dem Spiel eine schwere Entscheidung treffen müssen. Mit dem neuen Spielmacher Derrick Walton stehen mittlerweile sieben Ausländer im Berliner Kader, doch laut Reglement dürfen nur sechs spielen. Letztlich erwischte es Center Dennis Clifford, der wie auch Viertelfinalheld Jonas Mattisseck in Zivil Zuschauer sein musste.

In der Anfangsphase fehlte Alba wie schon im letzten Bundesliga-Spiel am Dienstag der Rhythmus und so produzierten die Berliner allein im ersten Viertel neun Ballverluste. Bamberg nahm mehr als doppelt so viele Würfe, eine gute Nachricht gab es angesichts dieser Zahlen dennoch: Der Rückstand betrug nach zehn Minuten nur vier Punkte.

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Um jeden Ball wurde gekämpft

Es war nicht nur der Atmosphäre in der Halle anzumerken, dass es in diesem Spiel um viel ging. Um jeden Ball wurde gekämpft, nach vielen Schiedsrichterentscheidungen diskutiert und jeder Korb bejubelt. Besonders den Berlinern war die Nervosität anzumerken. Nur selten schafften sie es, den Gegner mit ihrem Tempobasketball unsortiert zu erwischen, und so waren sie oft dazu gezwungen, bis zum Ende der Angriffszeit einen annehmbaren Wurf zu suchen.

Diese Disziplin liegt den erfahrenen Bambergern besser, zudem bekam Alba früh Probleme auf der Center-Position. Zwar war Johannes Thiemann unterm Korb sehr präsent und punktete zuverlässig, Landry Nnoko handelte sich aber schnell drei Fouls ein. Da Bambergs Tyrese Rice in den letzten zwei Minuten der ersten Hälfte mächtig Schwung aufnahm und sich Albas Bank noch ein technisches Foul einfing, führten die Gastgeber zur Pause 44:37.

Dass Rice nicht der einzige Spieler auf dem Parkett war, der schnell heißlaufen kann, zeigte Rokas Giedraitis zu Beginn des dritten Viertels. Albas Litauer erzielte acht Punkte in Folge und verkürzte den Rückstand damit deutlich. Es sollten jedoch die letzten Berliner Punkte für viele Minuten sein. Offene Würfe sprangen gegen den Ring, Walton leistete sich ein unnötiges Offensivfoul und auf den Gesichtern der Berliner machte sich zum ersten Mal so etwas wie Ratlosigkeit breit – das Spiel drohte langsam Alba zu entgleiten.

Auch zu Beginn des Schlussviertels machten die Gäste zu viele einfache Fehler. Peyton Siva warf zwei für Luke Sikma gedachte Pässe weit ins Aus, doch Nnoko brachte Alba mit seiner unglaublichen Physis wieder auf vier Punkte heran. Kurz darauf war das Spiel für den Kameruner nach dem fünften Foul vorbei. Während „Freak City“ feierte, schlich Nnoko mit hängendem Kopf vom Feld. Alba kam durch Siva und Giedraitis dennoch zurück und führte in der letzten Minute sogar mit zwei Punkten Vorsprung – bis Nikos Zisis 2,4 Sekunden vor dem Schluss den Dreier zum Sieg traf.

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