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Australien annulliert Visum von Tennis-Star Novak Djokovic

WELT-Logo WELT 14.01.2022

Im Impf-Streit um den Tennis-Star Novak Djokovic hat die australische Regierung das Einreise-Visum des Serben erneut annulliert. Das erklärte das australische Einwanderungsministerium am Freitag. Djokovic will die Entscheidung vor Gericht anfechten. Es geht um seine Teilnahme an den Australian Open.

Das Visum für den ungeimpften Tennisprofi Novak Djokovic wurde durch australische Behörden erneut für ungültig erklärt. Ob Djokovic gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen wird und womöglich trotzdem an den Australian Open teilnehmen kann, ist noch unklar. Quelle: WELT / Barbara Barkhausen © WELT / Barbara Barkhausen Das Visum für den ungeimpften Tennisprofi Novak Djokovic wurde durch australische Behörden erneut für ungültig erklärt. Ob Djokovic gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen wird und womöglich trotzdem an den Australian Open teilnehmen kann, ist noch unklar. Quelle: WELT / Barbara Barkhausen

Der australische Einwanderungsminister Alex Hawke hat das Visum des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic in einer persönlichen Entscheidung für ungültig erklärt. Dies sei gut begründet und „im öffentlichen Interesse“, teilte der Minister am Freitag mit. Eine Teilnahme des Weltranglisten-Ersten an den Montag beginnenden Australian Open ist damit unwahrscheinlich geworden. Djokovic will gegen die erneute Annullierung seines Visums für Australien jedoch Einspruch einlegen. Das kündigte sein Anwalt Nicholas Wood bei einer Anhörung vor Gericht in Melbourne an. Noch im Laufe des Abends (Ortszeit) wolle die Djokovic-Seite den Antrag einreichen, um keine Zeit zu verlieren. „Jede Minute, bevor das Turnier am Montag beginnt, ist kostbar“, sagte Wood bei der Anhörung vor Richter Anthony Kelly.

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat. Bereits bei der Ankunft in der vergangenen Woche hatten die Behörden Djokovic aufgrund seiner fehleden Impfung die Einreise verweigert und die vorgelegten Dokumente für seine medizinische Ausnahmegenehmigung als unzureichend eingestuft.

Weil ihm dabei aber nicht genug Zeit zum Reagieren zugestanden wurde, kippte ein Richter das Einreiseverbot im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag. Djokovic trainierte seither ganz normal und bereitete sich auf die Australian Open vor. Dort ist er Titelverteidiger, am Donnerstag war ihm der Serbe Miomir Kecmanovic als Gegner für die erste Runde zugelost worden.

Die australische Regierung hatte angekündigt, weitere Schritte in Betracht zu ziehen, um Djokovic das Visum zu entziehen. Der Fall wurde auch für die Politik des Landes zu einer heftigen Belastungsprobe, nachdem Australien viele Monate in harten Lockdowns verbrachte und auch viele Bürger des Landes wegen der scharfen Regeln lange Zeit nicht in ihre Heimat einreisen durften.

Der australische Regierungschef Scott Morrison hat die Entscheidung seines Einwanderungsministers begrüßt. „Diese Pandemie war für jeden Australier unglaublich schwierig, aber wir haben zusammengehalten und Leben und Existenzen gerettet. Gemeinsam haben wir eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten, die stärkste Wirtschaft und die höchsten Impfraten der Welt erreicht“, teilte Morrison in einer Stellungnahme am Freitag mit und betonte: „Die Australier haben während dieser Pandemie viele Opfer gebracht, und sie erwarten zu Recht, dass das Ergebnis dieser Opfer geschützt wird.“ Djokovic soll in Australien mit Einwanderungsbeamten sprechen dürfen. Das Ministerium sei derzeit bereits mit den Anwälten des Serben im Gespräch, berichteten am Freitagabend (Ortszeit) australische Medien.

Falsche Angaben waren angeblich keine Absicht

Am Mittwoch bestritt Djokovic absichtliche Falschangaben und die Gefährdung anderer Menschen, räumte aber Fehler im Umgang mit seinem positiven Testergebnis ein. Via Instagram wehrte er sich vor allem gegen zwei Vorwürfe: Weder habe er absichtlich eine falsche Angabe gemacht zu seinem Reiseverhalten in den 14 Tagen vor dem Flug ins Gastgeberland der Australian Open, noch habe er im Wissen seines positiven Coronatests im Dezember eine Veranstaltung mit Kindern besucht und sich dort ohne Maske bewegt.

Djokovic bezeichnete die „Fehlinformationen“, die korrigiert werden müssten, als „verletzend und beunruhigend für meine Familie“. Er räumte aber ein, dass er bei einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L‘Equipe“ am 18. Dezember bereits von seinem positiven Testergebnis wusste und den Termin dennoch nicht abgesagt habe. „Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen“, schrieb er.

Der Einwanderungsminister von Australien, Alex Hawke Quelle: dpa/Mick Tsikas © dpa/Mick Tsikas Der Einwanderungsminister von Australien, Alex Hawke Quelle: dpa/Mick Tsikas

Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djokovic in seiner Ausführung als „menschlichen Fehler“ seiner Agentin, „der sicher nicht absichtlich“ geschehen sei.

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