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„Wir müssen in Topform sein, selbst der Hotdog-Verkäufer“

WELT-Logo WELT 08.11.2019
Pep Guardiola sagt Liverpools Sadio Mane ein Talent für Schwalben nach. Reds-Coach Jürgen Klopp verteidigt seinen Stürmer und zeigt sich bezüglich Manchester City angefressen. Quelle: Omnisport © Omnisport Pep Guardiola sagt Liverpools Sadio Mane ein Talent für Schwalben nach. Reds-Coach Jürgen Klopp verteidigt seinen Stürmer und zeigt sich bezüglich Manchester City angefressen. Quelle: Omnisport

Jürgen Klopp hatte es satt. Die Sticheleien und all die Psychospiele der vergangenen Tage waren für Liverpools Teammanager so ermüdend, dass ihm vor dem heiß erwarteten Duell mit Manchester City nur Lobeshymnen für seinen größten Gegenspieler über die Lippen kamen. „Ich könnte nicht mehr Respekt für Pep Guardiola haben. Es ist immer noch großartig für mich, sein Herausforderer zu sein“, schmeichelte Klopp dem Spanier vor laufenden Kameras.

Der öffentliche Zank der beiden Star-Coaches scheint im Vorfeld des Spitzenspiels der Premier League am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) wie verpufft – auch weil sich Klopp auffallend beschwichtigend zeigte: „Ja, ich habe gesagt, was ich gesagt habe. Aber nur, weil ich das nicht komplett unkommentiert lassen wollte.“ Er sei überhaupt nicht an solchen Dingen interessiert, schließlich gebe es vor dem Spiel genug über den „reinen Fußball“ zu schreiben.

Und doch spricht alles nur über ihn und Guardiola, weil eben Letzterer Klopps Stürmer Sadio Mané nach dem vorherigen Liga-Spieltag als gelegentlichen Schwalbenkönig bezeichnet hatte. Der Deutsche fand dies „nicht nett“ und versprach ironisch, nicht über „taktische Fouls“ zu reden, für die wiederum City berüchtigt ist.

Zwei Welttrainer unter sich: Jürgen Klopp (l.) und Pep Guardiola tauschten vor dem Spitzenspiel viel Lob aus Quelle: Getty Images/Michael Regan © Getty Images/Michael Regan Zwei Welttrainer unter sich: Jürgen Klopp (l.) und Pep Guardiola tauschten vor dem Spitzenspiel viel Lob aus Quelle: Getty Images/Michael Regan

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Guardiola verspürt „unglaublichen Respekt“

„Wenn ich das noch mal machen könnte, würde ich es nicht noch mal sagen. Es ist einfach nicht notwendig“, sagte Klopp nun und zeigte für Guardiolas Aussage, welche dieser getätigt hatte, nachdem sich Mané beim 2:1 gegen Aston Villa im Strafraum hatte fallen lassen und dafür die Gelbe Karte gesehen hatte, sogar ein bisschen Verständnis.

„Wir werden immer wieder gefragt und manchmal sagen wir, was wir in dem Moment im Kopf haben. Ohne an irgendetwas anderes zu denken, ohne daran zu denken, dass wir in der Öffentlichkeit sind und da Kameras stehen“, sagte Klopp. Inzwischen war Guardiola bereits zurückgerudert. „Jürgen sagte, er kenne Sadio besser als ich“, sagte er: „Und ich habe einen unglaublichen Respekt. Hoffentlich kann ich mit Jürgen alles klären.“

Ilkay Gündogan (l.) hat den Meistertitel noch lange nicht abgeschrieben Quelle: dpa/Martin Rickett © dpa/Martin Rickett Ilkay Gündogan (l.) hat den Meistertitel noch lange nicht abgeschrieben Quelle: dpa/Martin Rickett

Am besten wird das am Sonntag an der Anfield Road auf dem Spielfeld gehen, wo Tabellenführer Liverpool, das in dieser Saison noch kein Ligaspiel verloren und alle Heimpartien gewonnen hat, der leichte Favorit sein dürfte. Denn die zweitplatzierten Citizens haben bereits zweimal unerwartet gepatzt – 2:3 bei Norwich City und 0:2 gegen die Wolverhampton Wanderers.

Gündogan erinnert an lange Saison

Und obwohl die Saison in der Premier League 38 Partien bereithält, ist vor dem Gipfeltreffen am zwölfen Spieltag in manchen britischen Medien schon von einer möglichen Vorentscheidung im Titelkampf zu lesen. Deutlich zu früh, findet Ilkay Gündogan. „Egal wie die Partie ausgehen wird, das Duell wird die Meisterschaft nicht vorzeitig entscheiden“, sagte der deutsche Nationalspieler in Diensten Manchesters. Schließlich könne man um den Jahreswechsel herum viel zu schnell mal fünf oder sechs Punkte liegen lassen.

Das bestätigte auch sein ehemaliger Trainer. „Die heftigste Phase des Jahres kommt erst noch“, betonte Klopp. „Und wir denken nicht zu viel drüber nach, welchen Einfluss das City-Spiel auf den Rest der Saison haben wird.“ Zur Erinnerung: Im Dezember hat Liverpool wegen der Klub-WM einen randvollen Terminkalender und wird zwischendurch sogar innerhalb von 24 Stunden mit zwei unterschiedlichen Mannschaften im ungeliebten Ligapokal und beim Turnier in Katar antreten.

Jürgen Klopp fordert vor dem Topspiel gegen Manchester City von jedem Liverpool-Mitarbeiter, in Topform zu sein Quelle: dpa/- © dpa/- Jürgen Klopp fordert vor dem Topspiel gegen Manchester City von jedem Liverpool-Mitarbeiter, in Topform zu sein Quelle: dpa/-

Ein Sieg gegen Guardiola wäre für Klopp auf seiner Meisterschaftsmission trotzdem ein gewaltiger Schritt. Schon weit vor dem Anpfiff ist der amtierende Welttrainer auf Betriebstemperatur. „Wir müssen in Topform sein, sogar der Mann, der die Hotdogs verkauft“, forderte Klopp.

Salah warnt vor verfrühter Euphorie

„Liverpool spielt in dieser Saison den bisher konstanteren Fußball und schafft es bislang, auch enge Spiele am Ende noch für sich zu entscheiden“, räumte Gündogan ein. Trotzdem betont der Mittelfeldspieler, „dass ein Großteil unserer Spiele eigentlich sehr gut war – mit attraktivem Fußball und nicht selten auch mit sehr deutlichen Siegen“.

Bei Torjäger Mohamed Salah weckt die aktuelle Situation Erinnerungen an die Vorsaison. „Im Dezember letzten Jahres wurde auch darüber gesprochen, als wir sechs oder sieben Punkte vorn lagen“, sagte der Stürmer gegenüber Sky Sport. Damals wähnten viele die Liverpooler schon auf Meisterschaftskurs. Doch ausgerechnet auswärts bei Man City kassierte die Klopp-Elf ihre einzige Saisonniederlage, die schließlich doch eine entscheidende war. Am Ende lag Liverpool einen Punkt hinter Meister City.

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