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Gianluigi Buffon: Die unsterbliche Legende

90min-Logo 90min 10.10.2019 Florian Bajus
Gigi © Image by Jan Kupitz Gigi

In seinem Heimatland Italien wird er als Nationalheld gefeiert, obwohl er sich niemals so betiteln würde - und mit 41 Jahren ist er noch immer nicht am Ende. Die Rede ist von Gianluigi Buffon, der Platz 17 in unserer Liste der 20 besten Fußballer des abgelaufenen Jahrzehnts belegt.

Gianluigi Buffon ist bescheiden, aber stets hungrig nach Erfolg, obwohl er so gut wie alles gewonnen hat. Die Ikone von ​Juventus Turin (658 Pflichtspiele) hält zahlreiche Rekorde in der Serie A, prägte 18 Jahre lang eine Ära im Tor der vierfachen Weltmeister-Nation. Dabei wäre um ein Haar alles anders gekommen.

Angefangen hat Buffons Karriere im Mittelfeld. Bei Canaletto Sepor - La Spezia und Perticata Calcio bestimmte er das Spiel aus der Zentrale heraus, stand damals schon mit Cristiano Zanetti auf dem Platz. Mit einer Körpergröße von 1,92 Metern war er seinen Gegenspielern physisch überlegen, weswegen er unverzichtbar war. Erst ab dem Jahr 1990 wuchs in ihm der Wunsch, ins Tor zu wechseln.

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Während der damaligen Weltmeisterschaft sah er Kameruns Nationaltorhüter Thomas N'Kono erstaunt zu. Später sollte Buffon seinen Sohn zu Ehren N'Konos Louis Thomas nennen, schließlich verhalf er ihm indirekt zu einer Weltkarriere. Bei Perticata Calcio durfte er allerdings nicht vom Mittelfeld ins Tor wechseln, erst der Schritt zu Bonascola Calcio machte dies möglich. Sein damaliger Trainer Avio Menconi war sofort begeistert, sagte rückblickend (via Goal): "Er wurde dazu geboren."

Schon früh wurden zahlreiche Klubs auf ihn aufmerksam. Die Distanz verhinderte einen Wechsel zum AC Mailand, beim FC Bologna waren die Verantwortlichen nicht von seinen Qualitäten überzeugt. Auch bei Parma Calcio sah man um ein Haar von ihm ab, der Sportdirektor bezeichnete ihn als "plattfüßig". Emres Fulgoni machte sich jedoch für Buffon stark: "Ich habe den Verantwortlichen gesagt: 'Wir müssen Gigi verpflichten, sonst tut es jemand anders.' Zum Glück haben sie auf mich gehört."

Teuerster Torhüter bis 2018

Buffon schließt sich 1991 dem Klub an, wechselt zehn Jahre später für die Rekordsumme von 52,88 Millionen Euro zu Juventus Turin. Bis 2018 war er der teuerste Torhüter der Welt, erst Alisson Becker, der für 62,5 Millionen Euro von der AS Rom zum FC Liverpool wechselte und Kepa Arrizabalaga, der sogar für 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao an den FC Chelsea verkauft wurde, übertrumpften diese Summe.

1996 feiert Buffon mit der U21-Europameisterschaft seinen ersten großen Titel, drei Jahre später gewinnt Parma die Coppa Italia, den italienischen Superpokal und den UEFA Cup - damals war er erst 21 Jahre alt. Zwei Jahre später folgte Buffon dem Lockruf von Juventus Turin.

Bei der Alten Dame legitimierte er seinen Status als wohl bester Torhüter der italienischen Geschichte. Fehler macht Buffon kaum, bis heute absolvierte er rund 45 Prozent aller Pflichtspiele auf Klubebene zu Null. Nach dem Zwangsabstieg im Jahr 2006 bleibt er dem Verein treu, steigt mit ihm wieder auf und wird Mitbegründer der vielleicht erfolgreichsten Ära: Seit 2012 gewann Juve in jedem Jahr den begehrten Scudetto und feierte vier Mal in Serie (2015 - 2018) das Double. 

Gigi Buffon: Einer der Besten der Welt - seit 1996

In der Serie A macht ihm kaum einer was vor. Insgesamt zwölf Mal wird Buffon zum Torhüter des Jahres gewählt, die International Federation of Football History & Statistics kürt ihn sogar fünf Mal zum Welttorhüter; so wie die FIFA im Jahr 2017, als Buffon nicht nur Fußballer, sondern auch Sportler des Jahres in Italien wurde.

Schon 1999 wird er Stammtorhüter der italienischen Nationalmannschaft, verpasst aufgrund eines gebrochenen Daumens aber die Europameisterschaft im Jahr 2000. 2006 wird Italien Weltmeister, Buffon kassiert im Turnierverlauf insgesamt nur zwei Gegentore: Nach einem Eigentor von Cristian Zaccardo bezwingt ihn auch Zinedine Zidane im Endspiel vom Punkt, am Ende wird Buffon zum Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

In Zeiten, in denen Manuel Neuer, David de Gea, Thibaut Courtois oder Marc-André ter Stegen auf sich aufmerksam machen, ist Buffon noch immer eine Bank. Bis heute hat kein italienischer Profi so viele Spiele auf Klubebene absolviert wie er (903), kein Spieler hat häufiger die Meisterschaft gewonnen, und noch heute hält er in der Serie A den Rekord für die längsten Einsatzminuten ohne Gegentor (974). Mit 176 Länderspielen ist er Italiens Rekordnationalspieler, 80 Mal führte er die Squadra Azzurra als Kapitän aufs Feld - ebenfalls Rekord. Mit Lothar Matthäus, Rafael Marquez und Antonio Carbajal nahm er so häufig an einer Weltmeisterschaft teil wie kein anderer (5 Mal).

Sehnsucht nach der Champions League

Doch einen Traum konnte sich Buffon bis heute nicht erfüllen: Den Gewinn der ​Champions League. 2003, 2015 und 2017 stand er mit der Alten Dame im Endspiel, doch die Gegner AC Mailand, FC Barcelona und Real Madrid waren eine Nummer zu groß. "Für mich ist die Champions League ein großer Ansporn und ich bin dankbar, dass ich sie noch nicht gewonnen habe", sagte er kürzlich laut ​Sport Bild. "Sonst würde ich mich selbst fragen, warum ich noch immer spiele."

Die Tifosi dürften glücklich darüber sein, dass er im stolzen Alter von 41 Jahren noch immer aktiv ist. Hinter Wojciech Szczesny ist er die Nummer zwei in Turin, allzu sehr stört ihn diese Konstellation nicht. 

"Ich bin jemand, der große Herausforderungen sucht, auch jene, die unmöglich zu bewältigen scheinen. Das gehört zu meinem Charakter", sagt er über sich selbst. Dabei bleibt er immer bodenständig, die Nähe zur Heimat und zu seiner Famile hat er nie verloren. Auch bleibt er seinen Förderern stets dankbar: Menconi schenkte er beispielsweise das Trikot von seinem ersten Länderspiel für Italien aus dem Jahr 1997. Aktionen wie diese machen ihn charismatisch. Auch aufgrund seines Charakters wird Buffon eine italienische Legende bleiben. 

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