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Keiner kassiert mehr Karten als der KFC

RP ONLINE-Logo RP ONLINE vor 4 Tagen RP ONLINE
 Schiedsrichter Jonas Weickenmeier hatte die Karten gegen den KFC locker sitzen: Rot für Kevin Großkreutz, Gelb für Trainer Daniel Steuernagel. Fotos: Deckers/BRauer © Nikolaus Kellermann Schiedsrichter Jonas Weickenmeier hatte die Karten gegen den KFC locker sitzen: Rot für Kevin Großkreutz, Gelb für Trainer Daniel Steuernagel. Fotos: Deckers/BRauer

Krefeld. Der KFC Uerdingen ist Schlusslicht in der Fairnesstabelle. Allerdings sind die Gründe, warum die Schiedsrichter Gelb oder Rot ziehen, recht unterschiedlich.

Da machte Kevin Großkreutz große Augen. Er konnte es schlichtweg nicht fassen, dass Schiedsrichter Jonas Weickenmeier (Frankfurt) ihn in der 76. Minute des Feldes verweis. Und Großkreutz hatte Recht, denn seine Aktion war eventuell abzupfeifen, allerdings niemals verwarnungswürdig. Da dürfte eine Rolle gespielt haben, dass er neun Minuten zuvor wegen Meckerns die Gelbe Karte gesehen hatte. Das mögen die Schiedsrichter nicht, so etwas merken sie sich. Am Ende hatte der Referee vier Mal Gelb und einmal Gelb-Rot gegen die Gäste gezückt, aber nur einmal Gelb gegen die Sachsen.

Einige Karten gegen den KFC mögen in dieser Saison unberechtigt gewesen sein, aber sicherlich nicht all zu viele. Und auch andere Mannschaften müssen mit strittigen Entscheidungen gegen sich leben. Wie heißt es doch so schön: Die Tabelle lügt nicht. Und in der Fairnesstabelle der Dritten Liga sind die Uerdinger das Schlusslicht. 47 Gelbe, drei Gelb-Rote und eine Rote Karte stehen bei ihnen zu Buche. Nur Münster (50) und Unterhaching (49) sahen häufiger Gelb, kein Team öfter Gelb-Rot.

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Sind die Uerdinger denn eine Tretertruppe? Sind sie wirklich so unfair? Nein, das sind sie nicht. Die wirklich harten Fouls lassen sich an einer Hand abzählen. Und dennoch ist die Statistik aussagekräftig. Der KFC spielt nicht übermäßig hart, aber undiszipliniert. Mal ist es ein Trikotzupfer, der als taktisches Foul gewertet wird, weil der Uerdinger falsch stand oder einfach zu langsam ist. Mal ist es ein Foul aus Frust, wie bei Adam Matuschyk gegen Kaiserslautern, der sich dafür zwei Minuten vor Schluss Gelb-Rot abholte. Mal ist es die verbale Empörung über eine Entscheidung, die Gelb nach sich zieht.

Dieses undisziplinierte Auftreten bleibt sportlich natürlich nicht folgenlos. Am kommenden Samstag gegen Hans Rostock ist Kevin Großkreutz gesperrt. Also muss die Abwehr wieder umgebaut werden. Falls Christian Dorda nach seiner Verletzungspause wieder einsatzfähig sein sollte, kann er seinen Stammplatz als linker Verteidiger wieder einnehmen. Ist das nicht der Fall, wird es komplizierter für Trainer Daniel Steuernagel, der in Chemnitz die erste Gelbe Karte in seiner Karriere sah.

Nun ist es nicht so, dass der KFC künftig ohne Verwarnung auskommen soll. Aber Steuernagel und Teamchef Stefan Reisinger müssen den Spielern klar machen, dass sie sich künftig Karten nicht mehr leichtfertig abholen. Vor allem müssen sie es vermeiden, sich aus Frust und Enttäuschung körperlich oder verbal zu Aktionen hinreißen zu lassen. Dabei ist es auch künftig nicht verboten, emotional zu reagieren – eine Gratwanderung.

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