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McLaren: Wollen 2020 den nächsten Schritt machen

Formel1.de-Logo Formel1.de 28.11.2019 Maria Reyer, Co-Autoren: Adam Cooper, Jonathan Noble
McLaren will in den kommenden Jahren auf die Topteams weiter aufholen © LAT McLaren will in den kommenden Jahren auf die Topteams weiter aufholen

McLaren-Teamchef Andreas Seidl erklärt, wie er sein Team wieder an die Spitze der Königsklasse führen möchte...

McLaren hat Blut geleckt. Nach dem dritten Platz von Carlos Sainz in Brasilien ist das britische Traditionsteam noch motivierter, um 2020 einen weiteren Schritt Richtung Spitze zu machen. Teamchef Andreas Seidl hat eine klare Vorstellung davon, wo er seinen Rennstall im kommenden Jahr sehen möchte.

"Mein Fokus liegt auf McLaren. Natürlich sind unsere Ziele hoch gesteckt. Wir wollen wieder an die Spitze herankommen. Wir wollen im nächsten Jahr den nächsten Schritt machen, was die Rundenzeit betrifft." Sein klares Ziel: Den Rückstand auf die drei Topteams weiter verringern und eine Lücke zum restlichen Mittelfeld entstehen zu lassen.

"Das ist der einzig realistische Schritt, der hoffentlich auch möglich ist." Seidl weiß aber auch ganz genau, dass die anderen Mittelfeldteams eine sehr ähnliche Agenda verfolgen. "Wir werden weiterhin viel Respekt für unsere Konkurrenten aufbringen. Alle sind sehr motiviert."

Mit positivem Schwung den "nächsten Schritt" schaffen

Der Deutsche warnt davor, Renault und Co. zu unterschätzen. Gleichzeitig will er den Fokus auf das eigene Team legen. Sein Ziel: "Einen klaren Plan haben, wie wir das nächste und die folgenden Jahre angehen. Daran arbeiten wir noch, da wir jetzt die Regularien für 2021 kennen."

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Das positive Momentum im Team will Seidl dazu nutzen, den weiteren Schritt zu setzen. Die Erwartungen will er allerdings nicht zu hoch stecken. "Mittelfristig" sei es aber natürlich das Ziel von McLaren, wieder zur Spitze zu gehören. Speziell auf die neuen Regularien legt man viele Hoffnungen.

"Besonders die Kostenobergrenze", fügt Seidl hinzu. "Das ist eine gute Möglichkeit, um wieder ganz nach vorn zu gelangen. Aber wie gesagt, man muss sich realistische Ziele für die nächsten Jahre stecken. Im kommenden Jahr wollen wir einfach den nächsten Schritt wagen mit dem positive Schwung."

Der wird vor allem auch im Team wichtig sein, nachdem man nun jahrelang Demütigungen und Enttäuschungen erdulden musste (Stichwort: "Schoko-Gate"). "Dann werden wir alle Voraussetzungen schaffen, die notwendig sind, um den nächsten Schritt zu machen."

Allerdings träumte bereits Werksteam Renault in diesem Jahr davon, den vierten Rang einzufahren und sich vom Mittelfeld abzusetzen. Aus verschiedensten Gründen gelang es den Franzosen jedoch nicht, ihre Ziele einzuhalten. Könnte McLaren ein ähnliches Schicksal drohen?

"Natürlich wird unser mittelfristiges Ziel sein, mit den Topteams um Podestplätze und Siege zu kämpfen, aber wir müssen auch realistisch bleiben, was überhaupt möglich sein wird. Daher nehmen wir uns ein Jahr nach dem anderen vor."

Der Mercedes-Deal ein wichtiger Baustein

McLaren wird in Abu Dhabi die erfolgreichste Saison in der Hybrid-Ära abschließen und zum ersten Mal seit 2012 wieder in die Top 4 der Konstrukteurs-Wertung fahren. Mit aktuell 140 Punkten holten Lando Norris und Carlos Sainz schon jetzt mehr als doppelt so viele wie Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne im Vorjahr.

"Das ist ein sehr komplexer Sport, deshalb darf man niemals etwas für selbstverständlich halten. Man muss immer demütig bleiben und sich davon nicht ablenken lassen", weiß Seidl.

Auch was die Chancen von kleineren Teams ab 2021 betrifft, will Seidl nicht zu viel Euphorie versprühen. "Die großen Teams werden auch bei der Entwicklung für 2021 einen besseren Job machen, nicht nur weil sie mehr Budget haben, sondern weil sie aktuell einfach bessere Teams sind."

Red Bull, Ferrari und Mercedes werden aus der Sicht des McLaren-Teamchefs demnach einen Startvorteil haben. Mit der Kostenobergrenze werde sich das über die Jahre jedoch relativieren. "Die Budgetobergrenze wird uns helfen, aber die Top 3 sind einfach besser im Moment."

Nachsatz: "Wir werden nicht durch einen automatischen Mechanismus plötzlich vorn mitfahren." Ein wichtiger Baustein des zukünftigen Erfolgs könnte der Motorendeal mit Mercedes sein. Ab 2021 werden die Briten wieder mit deutschen Aggregaten ausgestattet werden.

"Wir haben uns angeschaut, was für uns der beste Antrieb ab 2021 sein könnte. Das war ganz klar Mercedes. Ich wollte so schnell wie möglich Klarheit darüber haben, weil wir natürlich so früh wie möglich für das neue Auto in Kontakt mit Mercedes treten wollen."

Was den Teamchef jeden Tag aus dem Bett treibt ...

Die Silberpfeile seien schließlich die "Messlatte" was Motor und Team insgesamt betrifft, meint Seidl. "Für uns ist das das Beste, einen Weltmeister-Antrieb im Heck zu haben. Denn dann wissen wir, wo wir auf Teamseite stehen." Es ist eine dieser zukunftsweisenden Entscheidungen von Seidl, wie auch der Bau eines neuen Windkanals, die McLaren wieder an die Spitze führen soll.

Sein erstes Jahr als Teamchef hätte besser kaum laufen können. Nicht nur mit dem Fortschritt an der Rennstrecke ist er sehr zufrieden, sondern auch mit der Produktion in Woking. "Es macht mich sehr zuversichtlich, wenn ich voraus blicke, da wir sehr gute Investments und Entscheidungen getroffen haben, um es wieder nach vorn zu schaffen."

Und er verrät: "Was mich jeden Morgen aus dem Bett treibt, wie auch jedes anderen Mitglied dieses Teams, ist der Wille, Teil einer Generation bei McLaren zu sein, die das Team hoffentlich wieder nach oben bringt. Dorthin, wo wir in der Vergangenheit bereits waren. Darauf fokussieren wir uns." Und so will er sicherstellen, dass das Team nicht wieder über 100 Rennen und 2000 Tage auf das nächste Podium warten muss ...

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