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Zwist zwischen Hülkenberg & Renault: "Ihr müsst mir einfach glauben!"

Formel1.de-Logo Formel1.de 16.07.2019 Christian Nimmervoll, Co-Autor: Adam Cooper
Nico Hülkenberg war nach Silverstone nicht gut auf sein Team zu sprechen © LAT Nico Hülkenberg war nach Silverstone nicht gut auf sein Team zu sprechen

Es klang nicht sonderlich aufgebracht, als Nico Hülkenberg am frühen Sonntagabend in Silverstone mit einer Handvoll Journalisten sein Rennen analysierte. "Wir haben die Strategie in meinen Augen nicht richtig hinbekommen", sagte er zwar, wegen eines zu spät angesetzten ersten Boxenstopps: "Ich hatte wirklich Probleme mit den Reifen." Aber zumindest nach außen wirkte er gefasst.

Innerlich freilich dürfte er gebrodelt haben, denn die Aufschlüsselung des Funkverkehrs nach dem Grand Prix von Großbritannien hat eine hitzige Diskussion zwischen Hülkenberg und seinem Renningenieur Mark Slade während der Auslaufrunde zutage gefördert.

Slade lobt zunächst Hülkenbergs "fantastische Leistung", deutet aber schon Schuldbewusstsein an, indem er sagt: "Das war hart. Sorry, Kumpel!" Was von Beobachtern zunächst noch für eine Entschuldigung wegen des plötzlichen Reifenverlusts gehalten wurde.

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Hülkenbergs Antwort macht aber klar, dass es um die Strategie geht: "Es fällt mir schwer zu verstehen, warum wir nicht früher stoppen konnten. Das hat uns dieses Rennen gekostet", ärgert er sich. "Ich hatte ehrlich Probleme. Ich will keine Spielchen spielen oder Bullshit reden. Aber ihr müsst mir manchmal einfach glauben! Verdammt nochmal einfach glauben ..."

Hülkenberg aufgebracht: "Hundred-fucking-forty!"

"Ich verstehe Nico, ich verstehe vollkommen", versucht Slade zu beschwichtigen - hat damit aber keinen Erfolg: "Es war doch offensichtlich", regt sich Hülkenberg auf. "Meine Reifen waren auf 140 ('hundred-fucking-forty'), und ihr sagt noch: 'Nein, nein, alles gut, lassen wir ihn draußen, alles ist gut.'" Worauf Slade funkt: "Copy, Nico, verstanden. Wir reden nach dem Rennen darüber."

Bereits in der neunten Runde, als er vom Team gefragt wurde, ob der Frontflügel beim Boxenstopp verstellt werden soll, hatte Hülkenberg erstmals abbauende Reifen gemeldet. Zu dem Zeitpunkt lag er 1,5 Sekunden hinter Daniel Ricciardo an neunter Stelle. "Die Traktion sieht gut aus", stellte Slade am Boxenfunk fest.

Bis zu Ricciardos Boxenstopp in der zwölften Runde wuchs der Abstand zwischen den Renault-Piloten auf 3,4 Sekunden an. Während der zwölften Runde erhielt Hülkenberg (gleich zweimal) die Anweisung, auf keinen Fall an die Box zu kommen - vermutlich, weil Ricciardo gerade beim Service stand.

Just in dem Moment zog Alexander Albon außen an ihm vorbei, weil seine Reifen so stark abbauten. Ironisch funkte Hülkenberg seiner Crew: "Sehr clever!"

Abiteboul gibt zu: Ricciardo hatte Vorrang

Teamchef Cyril Abiteboul streitet im Nachhinein gar nicht erst ab, dass sich Renault in jener Phase des Rennens auf Ricciardo konzentriert hat: "Wir haben Nico nicht gerade geholfen", erklärt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Sein erster Stopp war wahrscheinlich zu spät, weil wir sehr auf das Duell zwischen Daniel und Lando fokussiert waren."

"In einem actionreichen Rennen, mit Reifen, die nicht leicht zu lesen sind, ist sowas nie einfach", sagt Abiteboul. "Wir kamen mit Nico zu spät rein, verloren eine Position. Von da an war er ein bisschen auf dem falschen Fuß. Er hatte auch noch ein Motorproblem wegen eines defekten Sensors, den wir zurücksetzen mussten. Das kostete ihn noch eine Position."

Dass Ricciardo beim Boxenstopp Priorität eingeräumt wurde, verteidigt der Franzose aber: "Er war im Qualifying hinter Daniel, er war in der ersten Runde hinter Daniel - aber er wollte trotzdem früher Reifen wechseln. Es ist nur fair, dass er sich hinter Daniel anstellen musste. Nichtsdestotrotz haben wir ihm seinen Rennsonntag unnötig schwergemacht."

Trotz des Zwists mit dem Team ist Hülkenberg der Ansicht, dass es mit Renault nach dem Zwischentief in Spielberg wieder aufwärtsgehen könnte: "Wir sind wieder in einer ähnlichen Position wie vor Österreich."

"Okay, in Kanada waren wir viel besser", sagt er. "Aber Kanada hat von der Streckencharakteristik auch viel besser zu uns gepasst, ohne lange Kurven. Es ist, wie es ist. Wir müssen uns da selbst rausziehen mit Upgrades, und wir müssen einige Eigenschaften des Autos verändern."

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