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Belgien präsentiert sich als schlechter Verlierer

WELT-Logo WELT vor 5 Tagen
Belgien präsentiert sich als schlechter Verlierer © picture alliance/CITYPRESS 24 Belgien präsentiert sich als schlechter Verlierer

Belgien zerschellt im WM-Halbfinale an der französischen Verteidigung. Doch anstatt dem Sieger zu gratulieren, mosern die Spieler am Gegner herum. Deren Stürmerstar Mbappé kontert die Vorwürfe ganz abgeklärt.

Die Enttäuschung war ihnen ins Gesicht geschrieben – und nach dem Abpfiff gegen Frankreich (0:1) ließen die belgischen Spieler, die Teil dieser so goldenen Generation sind, ihren Dampf an den Mikrofonen des belgischen Fernsehsenders RTBF ab.

"Frankreich hat doch gar nicht wirklich mitgespielt. Sie haben mit elf Spielern vierzig Meter vor ihrem Tor verteidigt, mit ihrem schnellen Kylian Mbappé auf Konter gespielt. Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die nicht besser ist als wir, die nicht spielt, sondern verteidigt. Es ist schade für den Fußball, dass Belgien nicht gewonnen hat", beklagte sich Belgiens Torwart Thibaut Courtois nach der Halbfinalniederlage seiner Mannschaft, die bei dieser WM maximal Dritter wird – was immerhin noch der größte Erfolg Belgiens bei einer WM überhaupt wäre.

Lediglich neun Torschüsse bekam Belgien in den 90+6 Minuten gegen Frankreich zustande (drei davon aufs Tor), dem gegenüber stehen ganze 19 der Franzosen (fünf aufs Tor). Belgiens Stürmer Romelu Lukaku wurde so gut wie komplett aus dem Spiel genommen, auch Kevin De Bruyne glänzte kaum.

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"Verliere lieber mit unserer Spielweise"

Einzig Eden Hazard zeigte mehrfach gute Ansätze und leitete Angriffe ein, die seine Kollegen nicht zu Ende brachten. Auch er fand nach dem Spiel klare Worte: "Ich verliere lieber mit der Spielweise dieses Belgiens, als mit jener von diesem Frankreich zu gewinnen", sagte der Spielmacher des FC Chelsea, betonte aber auch, das ein Teil seines Herzens für Frankreich schlage und den "Bleus" im Finale die Daumen drückt.

Selbst der oft so bedachte und nachdenkliche Vincent Kompany übte Kritik am Gegner: "Frankreich fährt mit all der Freude zurück, obwohl sie nicht besser als wir gespielt haben. Die Mannschaft, die am Ende Weltmeister wird, ist nicht zwingend besser als unsere."

Äußerungen, die in französischen Medien als Worte von "schlechten Verlierern" gebrandmarkt wurden. Nicht ganz zu Unrecht.

Tatsächlich spielte Frankreich nicht großartig anders als Weltmeister Deutschland im WM-Viertelfinale 2014 gegen eben jene Franzosen. Auch die DFB-Elf gewann damals mit 1:0, auch hier fiel das Tor per Kopfball eines Innenverteidigers (damals Mats Hummels) nach einer Standardsituation und auch hier konzentrierte sich der Sieger primär auf die Defensive. Damals sprach "De Volkskraant" in den Niederlanden von einem "effektiven Sieg Deutschlands". Auch die Torschussstatistik zeigt, dass Frankreich sich gegen Belgien nicht nur hinter dem Ball verkroch, sondern oft genug auch nach vorne spielte.

Durchaus unfair waren dagegen manche Spielchen von Frankreichs Starstürmer Kylian Mbappé, der sich in der Nachspielzeit auch die Gelbe Karte abholte, weil er den Ball nicht freigeben wollte. Der reagierte auf die Vorwürfe der Belgier so abgeklärt, wie er spielt: "Wenn ich sie damit gekränkt habe, dann tut mir das leid. Aber am Ende bin ich im Finale. Wir haben in der Schlussphase des Spiels alles gegeben, um unseren Vorsprung zu verteidigen. Das mag nicht die schönste Spielweise sein, aber es ist effektiv – denn Belgien war unser schwerster Gegner in diesem Turnier."

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