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„Bares für Rares“: Doppelte Überraschung bei fragwürdiger Uhr aus der „Zarenzeit“

EXPRESS-Logo EXPRESS 12.10.2018 express
Die Jugendstil-Uhr sorgte in der Sendung für Überraschungen. © Screenshot ZDF Die Jugendstil-Uhr sorgte in der Sendung für Überraschungen.

Johanna Weidner (79), ahnt schon, dass etwas faul sein könnte mit der an sich sehr schönen Jugendstil-Uhr, die sie zu „Bares für Rares“ bringt.

„Ich weiß, dass die Uhr alt ist, von 1895. Aber ich würde gerne mehr erfahren darüber, wo sie herkommt“, erklärt sie vorsichtig. Eines meint sie jedoch zu wissen: „Das ist ein Sammlerstück.“

Bei der Expertise erlebt die Verkäuferin aus Dortmund dann aber gleich eine doppelte Überraschung.

expertin prüft uhr © Screenshot ZDF expertin prüft uhr

Von dem Erscheinungsbild des Schmuckstücks sind sowohl Moderator Horst Lichter, als auch Expertin Frau Dr. Zabel sofort angetan. Bekommen habe sie die Uhr von ihrem Ehemann. „Sie liegt aber seit 30 Jahren im Safe“, fügt Weidner an und lässt damit schon durchscheinen, welchen Wert sie dem Stück beigemessen hat.

Ob sich der Wert unter dem kritischen Blick der Expertin bestätigt?

Mit dem Erlös hat die Dortmunderin zumindest ziemlich viel vor. Der 80. Geburtstag steht vor der Tür und das Jahr drauf auch noch die Diamantene Hochzeit. „Wow!“, bringt Lichter die feierlichen Anlässe auf den Punkt.

„Bares für Rares“-Expertin entlarvt fragwürtiges Zertifikat

Der Uhr liegt sogar ein Zertifikat bei. Der ursprüngliche Händler hat dort teilweise von Hand geschrieben allerlei Hinweise zu dem Schmuckstück festgehalten. Kann das bei der Einschätzung ihres Wertes beitragen.

falsches zertifikat uhr © Screenshot ZDF falsches zertifikat uhr

„St. Petersburg 1895, Jugendstil, Zarenzeit, Handarbeit“, entziffert Dr. Zabel. Doch die Expertin kann da nur schwer Atmen. „Da muss ich leider sagen, dass der Phantasie mancher Antiquitätenhändler keine Grenzen gesetzt ist.“

Offenbar keine Überraschung für die derzeitige Besitzerin Frau Weidner. Sie habe so etwas schon befürchtet. Aus welchem Grund sie an der Echtheit der Angaben so lange zweifelte und die Uhr dennoch 30 Jahre im Safe aufbewahrte, lässt sie allerdings offen.

Dem Zertifikat zufolge sei die Uhr 2.500 Deutsche Mark wert gewesen, Schätzmeinung aus dem Jahr 1990.

Uhr hat nichts mit Zarenzeit zu tun

Die Expertin kommt der wahren Herkunft des Schmuckstücks allerdings schnell durch den Markennamen auf die Spur. „Movado“. Eine Marke, die 1905 registriert wurde. In der Schweiz. Also nichts mit Zarenzeit, nicht einmal Russland.

Weidner hatte zwar nicht erwartet, den ursprünglichen Wert rauszubekommen. Doch mit 1.000 Euro hätte sie schon gerechnet. Hohe Erwartung, vor allem, nachdem das Zertifikat als falsch entlarvt wurde.

Hammer bei „Bares für Rares“: Vermeintlichter Blumentopf erzielt 66.000 Prozent Gewinn (hier lesen)

Doch die Besitzerin wird ein zweites Mal überrascht. Zwar bleibt die Expertin unter ihren Erwartungen. Doch immerhin, es handelt sich um ein Sammlerstück, Jugendstil, aus dem Jahr 1920 vermutlich. Schön verarbeitet, gute Materialien. „Die Uhr hat schon was“, muss auch Zabel eingestehen.

Zwischen 500 und 700 Euro sei das Stück wert, wobei auch hier noch ein Materialabplatzer wertmindernd hineingespielt hat.

Verkäuferin begeht beim Handel entscheidenden Fehler

Der Handel läuft dann allerdings nicht allzu glücklich für Frau Weidner. Die Händler sind zwar interessiert, steigen jedoch schnell aus. Und bald ist nur noch Susanne Steiger im Rennen übrig. Mit einem Gebot von 400 Euro.

händler runde bares uhr © Screenshot ZDF händler runde bares uhr

Das ging schnell, die Verkäuferin ist überrumpelt und begeht vermutlich einen fatalen Fehler.

Anstatt die Gebote am Laufen zu halten, nennt sie bereits ihre Schmerzgrenze. Die liege bei 500 Euro. Darunter möchte sie sie nicht abgeben.

Sagt sie – und fällt sich kurz darauf selber in den Rücken. Denn als Steiger ihr 450 Euro anbietet, also immer noch deutlich unter der „Schmerzgrenze“, überlegt Weidner nicht lange und verkauft dennoch.

geldübergabe uhr bares © Screenshot ZDF geldübergabe uhr bares

Wirklich zufrieden sieht die Frau aus Dortmund bei der Geldübergabe nicht aus. Aber vielleicht ist sie mit einem Schmuckstück mit fragwürdigem Zertifikat dann doch nicht so schlecht aus dem Handel weggekommen.

Zumindest haben Sie und ihr Mann die Kasse für die anstehenden Feierlichkeiten aufgefüllt.

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(jv)

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