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„Die Höhle der Löwen“: Vernichtende Kritik von Thelen und Maschmeyer für Gassi-App

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 13.11.2018 berliner-zeitung
DHDL_Folge11_Frank_Thelen: MG RTL D / Frank W. Hempel © MG RTL D / Frank W. Hempel MG RTL D / Frank W. Hempel

Geübte Löwen-Zuschauer könnten mittlerweile geneigt sein, angesichts einer weiteren Hunde-App vor dem Fernseher einzuschlafen – bitte nicht schon wieder eine total innovative App für alle Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner auch wirklich über alles lieben.

Aber worum ging es dieses Mal? Lisa Jedlicki (25) und Anna-Alexia Hoffmann (28) aus Frankfurt entwickelten die Gassi-App „Walkie“. Das Prinzip ist in etwa vergleichbar mit der Taxi-App Ueber: Hundebesitzer können per App einen Gassigeher („Walker“) bestellen, über die App verfolgen, ob das Hundchen auch sein Geschäft erledigt hat und im Anschluss den Walker über die App bezahlen. Die Walker selbst können nach erfolgtem Spaziergang bewertet werden. Klingt soweit simpel.

Auftritt Löwen – der erste, der seiner Skepsis freien Lauf lässt, ist Frank Thelen. „Wie lange gibt es euch und welche Benutzerzahlen gibt es?“ Antwort: Knapp 6.800 Downloads, 500 aktive Nutzer, im Schnitt fünf Walks pro Tag und 130 Walker. In zwei Städten. Das ist gelinde gesagt ein ziemlich dürftiger Schnitt. Thelens Blick spricht Bände.

„Die Zahlen sind doch grausam“

Bei 20 Euro für einen 90-minütigen Walk abzüglich der Provision für das Unternehmen, bleibt für den Walker natürlich nicht viel übrig. Genau genommen so gut wie nichts. Das harte Urteil von Carsten Maschmeyer: „Die Zahlen sind doch grausam. 16 Euro alle 26 Tage – da nehm ich doch einen anderen Nebenjob an!“

DHDL_Folge11_Walkie © MG RTL D / Frank W. Hempel DHDL_Folge11_Walkie

Dazu kommt die astronomische Firmenbewertung. Nach der Kapitalerhöhung wäre die Firma 1,5 Millionen Euro wert. Für fünf Walks am Tag? Nicht schlecht. Frank Thelen schaut derweil immer grummeliger. Aus gutem Grund, die beiden Gründerinnen holten zuvor bereits einen Mediapartner an Board – satte 450.000 Euro wurden investiert. „Da habt ihr das aber scheiße ausgegeben, das Geld!“ Frank Thelen kann es kaum fassen.

„Wenn du 6.000 Downloads nur generierst und du sagst, du hast einen Mediawert von 450.000 Euro ausgegeben oder geschenkt bekommen – dann ist das wirklich grober Blödsinn!“ Und Thelen wird noch deutlicher: „Also entweder ist der Mediawert Blödsinn, oder du hast wirklich die schlechteste Kampagne gemacht, die ich jemals gesehen habe!“ Auch die anderen Löwen steigen, vor allem aufgrund der überzogenen Firmenbewertung, aus.

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Die Mönche sind los

Ein wenig seltsam, aber doch irgendwie lustig, wird es zum Schluss der Sendung. Wie präsentiert man am besten eine hauseigene mit Wein verfeinerte Essig-Soße? Man wirft sich eine Mönchskutte über, nennt das Produkt „Darguner Soße“ und serviert es den Löwen. 

Hinter dem Produkt stehen die Unternehmer Wolfgang Streblow (64) und Jürgen Hartwig (63) aus dem kleinen Städtchen Dargun im hohen Norden. Die beiden Gründer sind mitnichten echte Mönche, zeigen aber wie ein gelungener Pitch aussehen kann. Ihre Essig-Soße stellen sie in unmittelbarer Nähe zur Kloster- und Schlossanlage in Dargun her. Stilecht marschieren die „Brüder“ also als Mönche auf und verwendeten für ihre Kulisse sogar historische Backsteine und Fass aus dem Kloster.

Kirchen-Zoff bei den Löwen

„Die werden uns ja kein Essig zu trinken geben!“, sagt Dagmar Wöhrl mit einem Fragezeichen im Gesicht. So kann man sich irren. Es dauert nicht lange und schon haben die Löwen jeweils ein Schnapsglas voll Essig-Soße mit Rot- und Weißwein in den Händen. Auf die Skepsis folgt überraschte Zustimmung. „Das schmeckt fast wie ein Likör. Das ist ja köstlich!", lobt Dr. Georg Kofler. Auch Ralf Dümmel nippt erfreut an seinem Glas. „Schmeckt wie süßer Saft!“ Zusätzlich zum „Getränk“ servieren die falschen Mönche auch noch Salate. Löwe müsste man sein.

Georg Kofler ist am Ende aber ganz und gar nicht begeistert von der Vorstellung, mit der Kirche zu arbeiten. „Jetzt kommt auch noch die Kirche in die Höhle der Löwen“, denkt er, als die falschen Mönche kamen. „Was hast du jetzt dagegen? Ich find das interessant!“, hält Dagmar Wöhrl dagegen. „Ich hab mit der Kirche ein gespanntes Verhältnis, liebe Dagmar!“ „Ach so. Also ich nicht.“ Während Ralf Dümmel schmunzelt, legt Kofler nach: „Ich finde die Kirche eh schon unendlich reich! Viel zu reich, ja, als dass ich irgendeinen Cent noch in die Kirche investieren würde!“

Schade für die sympathischen Nordlichter: Letztlich investiert keiner der Löwen in die Darguner Soße. Aber vielleicht findet sich ja nach der Sendung der ein oder andere Tourist mehr im Schlosskeller von Jürgen Hartwig ein – gönnen würde man es den „PR-Mönchen“.

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