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Michael Schanze: „Der Freitod meines Vaters verfolgt mich bis heute"

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 11.01.2017 Bunte Magazin
Michael Schanze © Brauer Photos Michael Schanze

Michael Schanze wird 70 Jahre alt und galt immer als Sonnyboy: Aber das Drama um seinen Vater, der sich ohne einen Abschiedsbrief das Leben nahm, ließ den Entertainer nie los.

Er hat so viel zu tun, dass er seinen 70. Geburtstag am Sonntag gar nicht groß feiern wird. Michael Schanze, der große Showmaster der 80er- und 90er-Jahre, komponiert Musicals und ist auf Boulevardbühnen zu Hause – mit dem Stück „Ein Herz aus Schokolade“ ist er gerade auf Tournee. Der Entertainer stand immer für Leichtigkeit und gute Laune – aber den vierfachen BAMBI-Preisträger kann man nur verstehen, wenn man das Drama seines Lebens kennt.

Siebzig ist ein runder Geburtstag – haben Sie Angst vor der Zahl?

Nein, die Sieben ist meine Glückszahl. Und die kann ich jetzt ein ganzes Jahrzehnt genießen.

Sind Sie denn ein glücklicher Mensch?

Glück ist immer nur eine Momentaufnahme. Aber ich hatte zum Bei-spiel Glück, dass ich so viele Leben geschenkt bekommen habe: Ich durfte Tanzmusiker, Schlagersänger, Entertainer, Moderator sein. Anfang des Jahrhunderts kam das Leben als Schauspieler dazu. Seit 5 Jahren stehe ich mit großer Leidenschaft auf der Theaterbühne. Spätestens seit mir Professor Hellmuth Matiasek den bitterbösen, menschenverachtenden Charakter des Gagler in Carl Orffs „Astutuli“ zugetraut hat, ist das manchmal nervige Image des immer gut gelaunten Sonnyboys vorbei.

Michael Schanze - Kinderquatsch © Brauer Photos Michael Schanze - Kinderquatsch

Wie wichtig war Ihr Vater für Sie?

Er war mein erster Klavierlehrer. Unser Zuhause war immer voller Musik. Wenn mein Vater sich ans Klavier setzte, krabbelte ich oft zwischen seinen Beinen unter den Flügel. Dort lag ich dann und ließ mich als kleiner Steppke bedröhnen.

Was hat Ihnen geholfen, das Drama zu verarbeiten?

Der Zusammenhalt in unserer Familie. Die Leute gingen uns teilweise aus dem Weg und wechselten aus Verlegenheit oder Verachtung die Straßenseite. Es galt nun mal als große Sünde, sich das Leben genommen zu haben. Von einem Tag auf den an- deren waren wir nicht mehr die Familie des Musikers, den man im Radio hörte, sondern die Familie eines Selbstmörders. Aber meine Mutter war stark. Sie, mein sieben Jahre jüngerer Bruder Christianund ich, wir haben zusammen einen festen Kokon gebildet – und der war unser Schutz gegen die Welt.

Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des BUNTE Magazins 3/2016.

Interview: M. Otzelsberger

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