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NSU 2.0: Helene Fischer erhält Drohmails von Rechtsextremen

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Helene Fischer ist eine erfolgreiche Schlagersängerin. © dpa Helene Fischer ist eine erfolgreiche Schlagersängerin.

Seit mehreren Wochen gibt es nach Medienberichten eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. 

Zu den Empfängern zählen Politiker, Anwälte, Journalisten, der Zentralrat der Juden, aber auch die Sängerin Helene Fischer, die sich nach den Ausschreitungen in Chemnitz kritisch geäußert hatte. Ob dahinter jedoch stets dieselben Personen steckten oder auch Trittbrettfahrer, sei unklar.

Helene Fischer © dpa Helene Fischer

Fast 80 E-Mails im Umlauf

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in 78 Fällen wegen Drohschreiben mit mutmaßlich rechtsextremistischem Hintergrund. Von der bundesweiten Serie seien Gerichte, Behörden, Anwaltskanzleien und Verlage betroffen, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Eine „Spezialabteilung für Staatsschutz- und Friedensstörungsdelikte“ ermittle unter anderem wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung und der Volksverhetzung.

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Die Absender der E-Mails sind demnach noch unbekannt. Weitere Details nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Zuvor hatten „Süddeutsche Zeitung“ und NDR über die Gewaltdrohungen berichtet, die mit „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ unterzeichnet worden seien. 

Hauptbahnhof in Lübeck vorsorglich geräumt

Wegen entsprechender Drohungen seien am Montag der Hauptbahnhof Lübeck sowie am Dienstag das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt worden, hieß es. Mindestens fünfzehn Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender „Nationalsozialistische Offensive“ auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein, unter anderem beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, aber auch beim Flughafen Hamburg.

Eine Mail sei am Dienstag der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) zugegangen, hieß es. Sie sei mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichnet gewesen und habe angekündigt, künftig Briefbomben zu verschicken und Bürger auf offener Straße zu exekutieren. Man verfüge über Sturmgewehre, Pistolen und biologische Kampfstoffe.

Drohschreiben an Frankfurter Rechtsanwältin

Bekannt ist, dass unter dem Kürzel „NSU 2.0“ in den vergangenen Monaten auch Drohschreiben an eine Frankfurter Rechtsanwältin geschickt worden waren. NSU ist das Kürzel des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds, der zehn Menschen erschossen hatte, wofür die einzige Überlebende Beate Zschäpe in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil als Mittäterin verurteilt worden war.

Bei den Schreiben an die Frankfurter Anwältin war Hintergrundwissen aus dem Informationssystem der Polizei offenbart worden, weshalb nun gegen hessische Polizisten ermittelt wird. Dieser Fall sei eine Ausnahme in der Serie, hieß es in den Medienberichten. In den übrigen Fällen hätten die E-Mails nur öffentlich zugängliche Informationen enthalten. (dpa) 

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