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Pamela Andersons Liebeserklärung an Assange

DIE WELT-Logo DIE WELT 19.06.2017

Eine Beziehung der besonderen Art: US-Schauspielerin Pamela Anderson setzt sich für die Freilassung von Julian Assange ein. Ihr politischer Appell liest sich allerdings mehr wie ein Liebesbrief.

kombo pamela anderson julian assange: Pamela Anderson, Julian Assange © AFP, dpa Pamela Anderson, Julian Assange

Auf den ersten Blick erscheint es etwas kurios: Ex-"Playboy"-Model und Star der Kultserie "Baywatch" Pamela Anderson setzt sich für Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Doch die Schauspielerin sollte als Aktivistin nicht unterschätzt werden.

In den vergangenen Jahren war es zwar ähnlich ruhig um sie geworden wie um Julian Assange. Allerdings hat Anderson, die sich gerne als blondes Sex-Symbol inszeniert, bereits vor Russlands Präsident Wladimir Putin für Tierrechte gekämpft und einst Barack Obama angeschrieben, um die Legalisierung von Cannabis durchzusetzen. Nun fordert sie also die Freilassung des berühmtesten Whistleblowers der Welt.

Schon seit einigen Monaten widmet sich Anderson der Freilassung von Julian Assange. Bereits im Dezember nannte sie den Australier einen "Helden", der Weihnachtsfeste mit seinen Kindern verpasst habe und "unter schwierigen und extrem stressigen Bedingungen" festgehalten werde, während er allen "einen großen Dienst" erweise.

Der Wikileaks-Gründer befindet sich seit dem 19. Juni 2012 in freiwilliger Gefangenschaft in der ecuadorianischen Botschaft in London. Dort lebt er gerade mal auf 20 Quadratmetern. Das selbstgewählte Exil soll den Whistleblower vor einer Auslieferung an die USA schützen, wo ihm wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten, die unter anderem Details über das Vorgehen der US-Streitkräfte im Irak- und Afghanistan-Krieg enthüllten, ein Gerichtsverfahren droht.

"Mein Herz auf Julians Seite"

Schon seit Längerem wurde Anderson dabei beobachtet, wie sie Assange in der ecuadorianischen Botschaft besucht. Direkt vor dem fünften Jahrestag seiner Flucht in die Botschaft fordert sie nun in einem öffentlichen Brief seine Freilassung. In dem Schreiben, das Anderson auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, kritisiert die 49-Jährige die britische Premierministerin Theresa May heftig, die sie die "schlechteste Premierministerin seit Menschengedenken" nennt.

Trotz ihrer politischen Anmerkungen lesen sich weite Teile des Briefes allerdings mehr wie eine Liebeserklärung an den Whistleblower. Nicht nur betitelt die Schauspielerin ihr Schreiben mit den Worten "Warum mein Herz auf Julians Seite ist", sie schließt auch mit den Worten "Ich liebe dich, Julian". Im Brief selbst schwärmt sie über Assanges "Tapferkeit und Mut": "Sexuelle Attraktivität bei einem Mann ist Stärke zu zeigen", schreibt sie. "Und den Mut zu haben, dafür einzutreten." Man solle sich jemanden vorstellen, der sich traue, sich einem Tyrann entgegenzustellen und zu sagen: "Genug ist genug und sich für Gerechtigkeit und Wahrheit einzusetzen."

Danach appelliert sie direkt an die Politiker, "die einen Unterschied für Julians Misere machen können": An Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und seine Frau, die sie beide zur Eröffnung ihres neuen veganen Restaurants in Frankreich im Juli einladen will und die sie um Asyl für Assange bittet; an den britischen Labour-Parteichef Jeremy Corbyn, an China und an Donald Trump, der ihren Worten nach "von den Wikileaks-Veröffentlichungen profitiert hat". Gegen Ende des Briefes klingen ihre Worte zunehmend verzweifelt, bevor sie schreibt: "Julian freizulassen würde alles verändern. Für eine bessere Welt!"

Assange leidet gesundheitlich

Zuletzt hatte Assanges Mutter im Dezember einen dramatischen Appell für seine Freilassung gestartet. Christine Assange hatte in einem Interview mit dem australischen Sender ABC geschildert, wie sehr ihn die selbstgewählte Gefangenschaft inzwischen quält.

Demnach soll der 45-Jährige aufgrund seines freiwilligen Exils an hohem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, einem chronischen Vitamin-D-Mangel, da er nie nach draußen ins Sonnenlicht kann, und chronische Schmerzen in der Schulter leiden. Sie sprach auch darüber, wie einsam ihr Sohn sei und dass eine Katze, die ihm seine Kinder schenkten, sein hauptsächlicher Gefährte geworden sei.

Letzteres scheint sich mit Pamela Anderson inzwischen geändert zu haben. Assange selbst scheint von ihren Worten anlässlich seines fünften Jahrestages in der ecuadorianischen Botschaft zumindest gerührt gewesen zu sein. Auf Twitter teilte er den Link zu Andersons Post und kommentierte ihn mit den Worten: "Das ist doch etwas."

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