Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Tiefpunkt der TV-Geschichte?: Sex vor laufender Kamera: Neue Show entsetzt Zuschauer

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 19.01.2019 Bernd Peters, Martin Gätke

Game_of_Clones_KLone_17.01. © RTL2 Game_of_Clones_KLone_17.01.

Das war ein neuer (buchstäblicher) Höhepunkt in der Entwicklung der deutschen Dating-Shows – der gleichzeitig für viele auch ein Tiefpunkt der TV-Geschichte sein dürfte. Nach der Show waren viele Zuschauer jedenfalls entsetzt über so viel Sexismus.

RTL2 zeigte am Donnerstag zum Auftakt der neuen Show „Game Of Clones“ (20.15 Uhr) echten Sex vor der Kamera.

Das könnte Sie auch interessieren

McFly: Comeback in ferner Zukunft?

„Rosins Fettkampf“: TV-Koch trinkt Flasche Wein und fliegt aus eigener Abnehm-Sendung

Das Paar, dass sich beim Dreh erst kennenlernte, trat direkt zum Matratzensport an. Und die Kameras hielten voll drauf…

So läuft „Game of Clones“ auf RTL2

Es fing alles relativ harmlos an. Diese neue Paar-Show gab sich zu Beginn fast wissenschaftlich. „Aussehen oder Persönlichkeit – Was ist wichtiger beim Traumpartner? Dieser Frage musste sich jeweils ein Single in der einzigartigen Dating-Show stellen“, erklärt ein RTL2-Sprecher „Game Of Clones“.

Game of Clones Marco © RTL II / Stefan Behrens Game of Clones Marco

Konkret heißt das aber einen knallharten Auswahlprozess: „Vorab dürfen sie sich ihren Traumpartner am Computer ganz nach ihren Vorstellungen konfigurieren. Ob Größe, Haarfarbe, Körperbau, Kleidung oder Accessoires – es bleiben keine Wünsche offen. Um die Persönlichkeit hinter den perfekten Fassaden kennenzulernen, müssen die Klone unterschiedliche Aufgaben meistern.“

Marco sucht Frau in „Game of Clones“ nach Sex-Appeal aus

Der erste Showkandidat, Marco Eismann (33) aus Stuttgart, kostete das voll aus. Er fand es aufregend, „die perfekte Frau zu kreieren“, erklärte er uns. „Das ist jedes Mannes größter Wunsch! Jeder hat seine Fantasie im Kopf – die jetzt auszusprechen und vor sich zu sehen, ist faszinierend.“

Game_of_Clones_Sex_RTL_2 (1) © RTL2 Game_of_Clones_Sex_RTL_2 (1)

Der „Picker“ (so werden die Kandidaten, die die Vorgaben aussuchen, in der Show genannt) hat dann auch klare Vorstellung, wie der „Klon“ seiner ganz persönlichen perfekten Frau aussehen soll. „Ich mag es, wenn die Frau lange Beine hat, das ist meistens sehr sexy. Ich mag außerdem blaue Augen und auch volle, rote Lippen. Ein absoluter Hingucker.“

Und weiter: „Ich stehe auf Kleider und Glamour, ich mag es, wenn eine Frau elegant ist. Absolutes No Go? Ballerinas. Die nehmen der Frau jeden Sexappeal.“ 

Frauen, die als Klone bezeichnet werden, ohne jede Individualität. Auf Twitter sind sich viele TV-Zuschauer einig: Die Sendung sei erniedrigend.

Umso frappierender, dass am Tag der Ausstrahlung im Deutschen Bundestag eine Feier zum 100-jährigen Bestehen des Frauenwahlrechts abgehalten wurde.

Doch in der Show folgte schnell ein weiterer Tiefpunkt: Denn noch wichtiger als Sex-Appeal ist dem „Picker” Marco Eismann der Akt selbst. „Für mich ist Sex ein ganz wichtiger Punkt in der Beziehung. Die Frau sollte mir sagen können, wie wichtig ihr Sex auf einer Skala von 1 bis 10 ist.“

Game_of_Clones_KLone_17.01. © RTL2 Game_of_Clones_KLone_17.01.

Und danach suchte er dann aus sechs Frauen, die sich verblüffend ähneln, eine aus. Mit zweien ging er ins Bett – Jasmin (28) und Stefanie (26). Aber der Name spielte bei dem, was dann passierte, vielleicht gar keine Rolle mehr. „Ich war zuerst mit den zwei Frauen im Bett“, erzählte Marco. „Allerdings war es dann schon schön, eine für mich alleine zu haben.“ Und das war Stefanie, Industriekauffrau, seit circa einem Jahr Single und aus der Nähe von Stuttgart. 

Zuschauer-Kommentar: „Ekelhaft, sexistisch, peinlich”

Marco lachte. „Ich war zuerst mit zwei Frauen im Bett“, erzählte der Stuttgarter. „Allerdings war es dann schon schön, eine für mich alleine zu haben.“ Er lachte. „Wir haben uns dann sehr gut verstanden.“

Kann man so sagen: Denn die beiden widmeten sich (unter der Bettdecke) eindeutig sexuellen Handlungen – und RTL2 hielt drauf. 

Für viele Zuschauer ist das der Höhepunkt des Sexismus: „Ich ziehe jetzt schon mein Fazit für die Show: Ekelhaft, sexistisch, peinlich und einfach nur Stumpf. Ich zweifle an allem”, heißt es etwa auf Twitter.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

Dass ziemlich viele Zuschauer die neue Auszieh-Show so gar nicht anziehend fanden, zeigt auch die Quote: Magere 2,6 Prozent schauten dem Treiben zu – das macht 0,37 Millionen Menschen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von der Hamburger Morgenpost

Hamburger Morgenpost
Hamburger Morgenpost
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon