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Vorwürfe gegen Opernstar: Placido Domingo soll Kolleginnen sexuell belästigt haben

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 13.08.2019 berliner-zeitung
Placido Domingo nannte die Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend“. © DPA/Ricardo Rubio Placido Domingo nannte die Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend“.

Er ist ein Superstar der Opernszene, war einer der „Drei Tenöre“ und begeistert seit 50 Jahren mit seiner Kunst ein Millionenpublikum auf den Bühnen der Welt. Jetzt aber werden gegen den spanischen Sänger Placido Domingo schwere Anschuldigungen erhoben.

Mehrere Frauen werfen dem 78-Jährigen sexuelle Belästigung vor. Acht Opernsängerinnen und eine Tänzerin sagten der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Domingo habe versucht, sie in sexuelle Beziehungen zu zwingen, indem er ihnen einen Job in Aussicht stellte.

Übergriffe sollen Ende der 80er begonnen haben

Die Nachrichtenagentur hat nach eigenen Angaben mit den mutmaßlich Betroffenen sowie „knapp drei Dutzend“ weiteren Künstlern gesprochen, darunter auch Orchestermusiker, Bühnenpersonal und Gesangslehrer. AP berichtet von zahlreichen Übergriffen in einem Zeitraum von 30 Jahren, angefangen in den späten 1980er-Jahren. Eine Frau sagte, Domingo habe ihr unter den Rock gefasst, drei andere berichten von feuchten Küssen auf den Mund, die er erzwungen habe – unter anderem in der Garderobe und einem Hotelzimmer.

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Die Frauen, die sich gegenüber AP äußerten, beschreiben ein ähnliches Verhaltensmuster: Domingo soll spät nachts angerufen und um private Treffen gebeten haben. Andere soll er im Auto mitgenommen haben und dort zudringlich geworden sein. Zwei Frauen sagten, sie hätten Domingos Drängen nachgegeben aus Angst, es sich mit dem einflussreichen Mann zu verscherzen. Andere sagten, sie glauben, ihre Karrieren seien nicht mehr so gut gelaufen, nachdem sie Annäherungsversuche abgewehrt hätten.

Domingo nennt  Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend" 

Nur eine der Frauen traute sich aus der Anonymität heraus. Die frühere Opernsängerin Patricia Wulf (61) erklärte gegenüber AP, Domingo habe ihr 1998 immer wieder Avancen gemacht, wollte in ihre Garderobe kommen, habe sie abgefangen, wenn sie nach ihrem Auftritt von der Bühne der Oper in Washington kam, wo Domingo zu dieser Zeit künstlerischer Leiter war. Sie habe immer wieder klargemacht, dass sie kein Interesse habe, oftmals habe sie sich vor ihm versteckt. Weil sie Bedenken hatte, ihre Arbeit zu verlieren, habe sie die Belästigungen nicht angezeigt: „Er ist sowas wie ein Gott in meinem Business.“

Domingo nannte die Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend und, so wie sie dargelegt werden, unzutreffend“. Er sei stets davon ausgegangen, dass seine Interaktionen und Beziehungen mit anderen einvernehmlich gewesen seien. „Ich erkenne allerdings, dass die Regeln und Standards, an denen wir heute gemessen werden – und auch gemessen werden sollten – ganz andere sind als in der Vergangenheit.“ (BLZ)

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