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VOX-Show "Survivor": Darum verschweigt FDP-Politiker seinen Beruf

teleschau-Logo teleschau 17.09.2019 Julian Weinberger

Lügen, falsche Versprechungen, Egoismus - und das alles für das große Geld: Die neue Show "Survivor" bringt das Schlechteste im Menschen hervor. Zur Premiere spielten sich ein sadistisch angehauchter Soldat und ein schwindelnder Politiker in den Vordergrund.

Kristallblaues Wasser, wohin das Auge reicht, traumhafte Sandstrände und die Einsamkeit im Nirgendwo des Südpazifiks - was nach einem erholsamen Sommerurlaub klingt, ist für die 18 Kandidaten der VOX-Abenteuershow "Survivor" bitterer Ernst. In der Sendung, die am Montagabend startete, kämpfen die Teilnehmer auf den Fidschis um ein Preisgeld von 500.000 Euro und verraten dabei jegliche gesellschaftlich verankerten Vorstellungen von Ehrlichkeit, Solidarität und Moral. So gesehen funktioniert die auf 13 Ausgaben angelegte Show ganz hervorragend als Sozialexperiment.

Bei "Survivor", einem in Schweden entwickelten Show-Konzept, wird gemauschelt, denunziert, sich eingeschleimt, und einander hinterrücks verraten. Jedem der Insulaner geht es letztlich um das große Geld und nicht um das Wohl und Weh des vorgeblich so geliebten Spielkameraden. Oder wie es der Berliner Chirurg Abdallah in Folge eins treffend auf den Punkt brachte: "Ich will gute Freundschaften aufbauen, und dann will ich die Menschen völlig ausnutzen, um die Leute rauszukicken und zu gewinnen."

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In zwei Teams treten die zehn Männer und acht Frauen gegeneinander bei Wettkämpfen an. Der Mannschaft, die ein Spiel gewinnt, winkt Immunität, keiner der Gewinner kann aus der Show fliegen. Das Verliererteam muss hingegen im Gruppenrat ein Mitglied in anonymer Abstimmung bestimmen, für das die Zeit auf den Fidschis abgelaufen ist. Zusätzlich stacheln versteckte Immunitätsamulette und andere geheime Hinweise den Konkurrenzkampf an.

"Ich guck mir an, wie andere am Hunger zugrundegehen"

Im Team "Koro" brachen sich moralische Abgründe schon in der ersten Ausgabe Bahn. Björn, seines Zeichens Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr, tat sich als Wortführer hervor und verschaffte sich durch seine Organisation des Gruppencamps und eines wärmenden Feuers Respekt. Hinter den Kulissen beschwor er jedoch mit einem schelmischen Grinsen: "Ich akzeptiere, dass ich Hunger habe, und ich guck mir an, wie andere daran zugrundegehen."

Auch eine erste Hassfigur kristallisierte sich bei den Koros heraus: Stephan, der statt bei der Errichtung des Camps zu helfen, lieber auf die Suche nach einem der "Immunitätsamulette" ging. Sein geringes soziales Bewusstsein veranlasste seinen Namensvetter Stefan dazu, dessen Beruf als Grundschullehrer anzuzweifeln - ein durchaus begründeter Verdacht.

Schon im Vorfeld der Show hatte der 33-jährige Investmentbanker und FDP-Politiker aus Sachsen betont: "Meinen beruflichen Hintergrund zu offenbaren, würde mir sicher keinen Vorteil bringen." Dann wollte er sich doch lieber als "netter Grundschullehrer" ausgeben. Wären die Koros dem Schwindel auf die Schliche gekommen, wäre das Ende Stephans im Camp wohl besiegelt gewesen. So aber entschied sich der Gruppenrat für einen Ausschluss von Lehrerin Karin, die mit ihrer besserwisserischen Art den Führungszirkel um Björn gegen sich aufgebracht hatte.

Das Recht des Durchtriebeneren

Was sich bei der Premiere des neuen VOX-Hoffnungsträgers herauskristallisierte, ist, dass trotz der spannenden Wettkämpfe nicht das Recht des Stärkeren ausschlaggebend ist. Entscheidender für den Sieg wird sein, wer besser manipulieren kann, wer es im Gefühl hat, im richtigen Moment die Fronten zu wechseln und wer sich inmitten der Mühlräder eines sozialen Zermürbungskampfes am besten um kritische Situationen herumwinden kann - gewissermaßen kürt also das Recht des Durchtriebeneren den Sieger von "Survivor".

Ob man das als TV-Zuschauer gebannt mit Knabberzeug vor dem Fernseher mitverfolgt oder als moralisch verwerfliches Fernsehen verurteilt, bleibt jedem selbst überlassen. Wegen des polarisierenden Themas und der neuartigen Kombination aus Abenteuer, Sozialexperiment und Game-Show könnte "Survivor" aber definitiv eine der Überraschungen des TV-Jahres werden.

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