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"Bis der Gardinenstock brach": Wolfgang Joop erzählt bei Lanz von Prügelattacke seines Vaters

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Emotionale Beichte von Wolfgang Joop. "Er hat mich über den Klavierhocker gelegt und mit dem Gardinenstock so lange verprügelt, bis er brach", erinnerte sich der Modedesigner an eine Prügelattacke seines Vaters. © ZDF Emotionale Beichte von Wolfgang Joop. "Er hat mich über den Klavierhocker gelegt und mit dem Gardinenstock so lange verprügelt, bis er brach", erinnerte sich der Modedesigner an eine Prügelattacke seines Vaters.

Zu Gast bei "Markus Lanz" sprach Wolfgang Joop über die traumatischen Kriegserfahrungen seines Vaters. Besonders emotional wurde der Designer, als er sich an eine Prügelattacke seines Vaters erinnerte.

Als Atze Schröder in der vergangenen Woche bei "Markus Lanz" zu Gast war, sorgte der Komiker für einen ergreifenden Fernseh-Moment. Nicht nur berichtete er unter Tränen von den Kriegserfahrungen seines Vaters, sondern er entschuldigte sich auch vor laufenden TV-Kameras bei einer Auschwitz-Überlebenden. Auch am Donnerstagabend erinnerte sich ein Prominenter in der ZDF-Talkshow an seinen Vater und dessen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg: Wolfgang Joop. "Mein Vater hat mit seinem Schicksal gehadert und fühlte sich aus vielen Gründen gedemütigt", erzählte der Modedesigner. Er sei acht Jahre alt gewesen, als sein Vater aus amerikanischer und russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.

"Eingefallen wie ein Geist mit hungrigen Augen und tiefen Augenhöhlen": So erinnerte sich Wolfgang Joop (rechts) bei Markus Lanz an die Rückkehr seines Vaters aus Kriegsgefangenschaft. © ZDF "Eingefallen wie ein Geist mit hungrigen Augen und tiefen Augenhöhlen": So erinnerte sich Wolfgang Joop (rechts) bei Markus Lanz an die Rückkehr seines Vaters aus Kriegsgefangenschaft.

Zunächst sei er wegen seiner Arbeit als Theaterkritiker in amerikanischer Gefangenschaft gewesen. "Dann kam er als amerikanischer Spion in russische Kriegsgefangenschaft und saß unter anderem in Buchenwald und Sachsenhausen", beschrieb Joop. Irgendwann sei statt dem "gutaussehenden, blonden Mann", den der heute 75-Jährige nur von Fotos kannte, ein "kahlgeschorener Mann" in die Tür eingetreten, "eingefallen wie ein Geist mit hungrigen Augen und tiefen Augenhöhlen".

Außerdem teilte Wolfgang Joop eine besonders schmerzvolle Erinnerung. Nach einem Tag, den er auf der Weide verbracht hatte, habe ihn sein Vater "geschnappt". "Er hat mich über den Klavierhocker gelegt und mit dem Gardinenstock so lange verprügelt, bis er brach", erzählte er mit brüchiger Stimme. "Als der Stock brach, brach er in Tränen aus und sagte zu mir die schreckliche Frage: 'Soll ich wieder gehen?' Und ich sagte: 'Ja'." In diesem Moment habe der Modedesigner begriffen, "welche Macht ein Kindersatz über das Leben eines Erwachsenen" habe. Später habe er diese Macht auch manchmal "benutzt, um mich zu rächen".

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