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Schauspieler Hartmut Becker ist tot

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 23.01.2022 Anna-Theresa Bachmann

Vom skandalträchtigen Kriegsfilm »o.k.« bis zum »Traumschiff«: Hartmut Becker verkörperte während seiner Karriere viele Rollen. Nun ist der Darsteller im mit 83 Jahren gestorben.

© Ursula Düren / dpa

Nach schwerer Krankheit ist der Schauspieler Hartmut Becker am Samstag im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte seine Agentur am Sonntag unter Berufung auf die Familie Beckers mit. Der Darsteller spielte in zahlreichen Filmen mit – er war auf der Berlinale vertreten und stand fürs Fernsehen beispielsweise für »Soko München« oder das »Traumschiff« vor der Kamera. Sein erster wichtiger Film war 1970 das Vietnamkriegsdrama »o.k.« von Michael Verhoeven, das bei den Berliner Filmfestspielen einen Skandal auslöste.

Es ging darin um die Vergewaltigung eines Mädchens durch US-Soldaten. Der Film erhitzte die Gemüter so sehr, dass die Jury zurücktrat und der Wettbewerb erstmals in der Geschichte des Festivals abgebrochen wurde. Becker arbeitete mit Verhoeven mehrfach zusammen, darunter auch mit Senta Berger. Mit Lina Wertmüller drehte er »Heimlich, still und leise«, mit Richard Attenborough »Die Brücke von Arnheim«. Der »Tagesspiegel« schwärmte in seinem Nachruf von Beckers Auftritt als »höllisch machiavellistischer« Kardinal in Gerd Schneiders »Verfehlung« (2015). Becker war auch auf der Theaterbühne zu sehen, etwa am Residenztheater München.


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Abschied von einem »klugen Kopf«

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) würdigte ihn als »wunderbaren Schauspieler« und nannte dabei auch seinen berühmten Film mit Verhoeven. »Ein politischer Kopf ist er immer geblieben und war sich früh darüber im Klaren, dass wir nicht einfach immer weiter wirtschaften können ohne Rücksicht auf unsere Lebensgrundlagen. Als kluger Kopf, der er war, gehörte er auch lange dem Vorstand der Deutschen Filmakademie an.«

Becker habe »uns aber auch ein Bild davon gegeben, wie hart und fordernd der Schauspielberuf ist – abseits von Glamour und rotem Teppich«, betonte Roth. »Für sein Schaffen als Künstler, aber ganz besonders für die gemeinsame Zeit auf diesem Planeten, danke ich ihm.«

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