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Amy Macdonald: «Ich hatte nie das Bedürfnis, berühmt zu sein»

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 17.02.2017 Nina Kobelt
© Bereitgestellt von Berner Zeitung

Endlich ein neues Album, es klingt nach Sommer und Festivals – und auch ein bisschen brav: Amy Macdonald singt wie immer über Dinge, die in ihrem Leben geschehen.

«At the end of the day», sagt Amy Macdonald (29), seien ihre zwei Ferraris auch nur Autos. Zufälligerweise schnelle Autos, mit denen sie am liebsten auf den engen Strassen Schottlands herumkurvt. Sie verstehe den Rummel um diese Passion nicht, immer wieder würden sich Medien nach ihren beiden Flitzern erkundigen und danach, warum sie nicht Rennfahrerin sei.

Weil sie eine sehr erfolgreiche Musikerin geworden ist. Und mit dem neuen Album «Under Stars» bleiben wird. Mit ihrem Erstling «This Is the Life» schaffte sie es 2007 auch in Grossbritannien auf Platz eins der Charts, aber den richtig grossen Erfolg feiert sie im deutschsprachigen Raum.

Wohl deshalb fragte letzte Woche die britische Boulevardzeitung «Daily Mail» in grossen Lettern: «Who’s that (golden) girl?» Wer ist das goldene Mädchen, diese Amy Macdonald? Man kennt sie nicht, sie versteckt sich gut, keine Allüren, selbst wenn sie mit einem Fussballer, Richard Foster, verlobt ist. An die Spiele ihres Lieblingsclubs Glasgow Rangers geht sie mit «Mum».

Erst ihre Stimme füllt das Lied

«Under Stars» hat – natürlich – Potenzial zum Spitzenreiter. Schon nur, weil die Geschichte zum Titelsong so rührend ist. Den habe sie, erzählt sie am Telefon, auf dem Heimweg von New York geschrieben, wo sie eine Freundin besucht hatte.

Die fühlte sich furchtbar allein in der grossen Stadt, und das hatte Amy das Herz gebrochen. Die Freundin hat mittlerweile New York den Rücken gekehrt, und Amys Song ist draussen. Eine schöne Ballade, die aber erst mit Macdonalds Stimme richtig gefüllt wird.

Die endlose Party von 2014

Warum kann so jemand unerkannt die Londoner Oxford Street entlanglaufen? «Ich hatte nie das Bedürfnis, berühmt zu sein», sagt Amy Macdonald. «Ich führe ein normales Leben. Ich bin sehr froh darüber.»

«Ich bin sehr froh, kann ich ein normales Leben führen.» Amy Macdonald

Sie ist am Ende des Tages, wie sie selber sagen würde, auch nur eine Sängerin. Die ihre Familie vermisst, wenn sie unterwegs ist, aber Glück hat: «Meine Bandmates sind meine Freunde.»

Das Album entstand, während Schottland mit dem Referendum über die Unabhängigkeit beschäftigt war. Hat das Amy Macdonald beeinflusst? Immerhin hat sie sich «Free Scotland» auf den Arm tätowiert. «Ja», sagt sie, «aber nicht im politischen Sinne.

Doch die Stimmung war inspirierend, es hatte etwas von einer endlosen Party. Alle waren auf den Beinen, alle hatten eine Meinung. Die Vibes waren unglaublich.» Und so klingt das Album: Nach Leben, einem ziemlich braven allerdings, nach Sommerfestivals, nach Konzerten, von denen man glücklich nach Hause tänzelt.

Und auch ein bisschen nach Roadmovie, vor allem bei der akustischen Version von Bruce Springsteens «I’m on Fire». Vielleicht wäre es an der Zeit, Protestsongs zu schreiben. Das schottische «No», der Brexit, Trump – wäre das nicht Grund genug, mit Liedern dagegen anzukämpfen?

Und hat sie nicht ­gesagt, dass sie bei «The Rise and Fall», einer dieser Macdonald-typischen, melodiösen Hymnen, an Kevin Spacey gedacht hat? ­Genauer an den fiktiven, rücksichtslosen Präsidenten, den Spacey in der Serie «House of Cards» verkörpert?

«Nein. Ich schreibe keine Protestsongs. Ich glaube, man versucht mit Musik auch aus dem Alltag zu flüchten. Ich möchte das meinen Fans mit meinen Liedern erleichtern und nicht erschweren.»

Sie selber steigt dazu in einen Ferrari. Der at the end of the day auch nur ein Auto ist. Aber was für eines.

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