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Nach dem Sieg von Kalush Orchestra: Selenskyj will ESC kommendes Jahr in der Ukraine ausrichten

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 15.05.2022 Tilmann Warnecke

Ein Zeichen der Solidarität: Das ukrainische Kalush Orchestra gewinnt als Favorit das ESC-Finale in Turin. Deutschland landet auf dem letzten Platz.

Das Kalush Orchestra aus der Ukraine nach dem Gewinn des Eurovision Song Contest (ESC) © Foto: dpa/Jens Büttner Das Kalush Orchestra aus der Ukraine nach dem Gewinn des Eurovision Song Contest (ESC)

Der Eurovision Song Contest 2022 ist entschieden – gewonnen hat das ukrainische Kalush Orchestra. Die Musiker durften zum Wettbewerb nur mit einer Sondergenehmigung reisen, weil sie im wehrfähigen Alter sind. Ihr Crossover-Folk-Rap-Song „Stefania“ besingt die Mutter von Kalush-Frontmann Oleh Psiuk, dessen Markenzeichen ein übergroßer rosafarbener Hut ist.

Eigentlich hatten sich Kalush als Zweite des ukrainischen ESC-Vorentscheids gar nicht qualifiziert. Die ursprünglich Qualifizierte musste aber ihren Start zurückziehen, nachdem es Kritik an einem von ihr verschwiegenen Auftritten auf der von Russland annektierten Krim gegeben hatte.

Nach dem Sieg seiner Landsleute will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die größte Musikshow der Welt dann auch in seinem Land veranstalten. „Im nächsten Jahr empfängt die Ukraine den Eurovision! Zum dritten Mal in unserer Geschichte“, schrieb das ukrainische Staatsoberhaupt in der Nacht zum Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Sein Land hatte den ESC bereits in den Jahren 2004 und 2016 gewonnen.

Die 66. Auflage des ESC war so politisch aufgeladen wie lange nicht mehr. Die ukrainischen Musiker forderten am Ende ihres viel umjubelten Auftritts die Weltgemeinschaft zur Unterstützung auf. Sänger Oleh Psjuk sagte auf der Bühne: „I ask all of you: Please help Ukraine, Mariupol, help Asov stal - right now“ (Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk). Auch andere Musiker zeigten sich in der Show solidarisch mit der Ukraine.

Nach dem Spektakel rief Rapper Oleh Psjuk die Weltgemeinschaft zur Hilfe für die Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol im Südosten des Landes auf: „Wir brauchen Hilfe, um diese Menschen freizubekommen.“ Ob er nach seiner Rückkehr in den Krieg muss, wusste der Musiker nach eigenen Worten noch nicht. Am Montag feiert er seinen 28. Geburtstag - allerdings ohne seine Mutter Stefania, der er den gleichnamigen Gewinnersong beim diesjährigen ESC gewidmet hat.

Unklar ist, ob die Ukraine wirklich wird den ESC im nächsten Jahr austragen kann. Derzeit könnte die Ukraine keinen solchen Wettbewerb ausrichten, weil in dem Land Kriegsrecht herrscht. Damit sind keine Großveranstaltungen erlaubt. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.

Mehr zum Eurovision Song Contest lesen Sie hier:

Beim ESC waren im Finale am Samstagabend 25 Länder angetreten, der Eurovision Song Contest fand in diesem Jahr in Turin statt. Als Favoriten bei den Buchmachern galten im Vorfeld die Ukraine, Großbritannien, Schweden, Italien und Spanien. Unter Fans wurden auch Serbien und Moldau hoch gehandelt. Im vergangenen Jahr hatte die italienische Rockband Måneskin mit ihrem Song „Zitti e buoni“ gewonnen.

Deutschland wird wieder Letzter

Malik Harris, der für Deutschland antrat, landete auf dem letzten Platz. Bereits 2021 reichte es nur für den vorletzten Rang – und damit setzte sich eine Reihe von Pleiten, Pech und Pannen für die deutschen Beiträge beim Eurovision Song Contest fort. Mit der Ausnahme von Michael Schulte im Jahr 2018 (Platz Vier) sind die Starterinnen und Starter aus Deutschland in vergangenen Jahren nie über die hinteren Ränge hinausgekommen. Überhaupt hat Deutschland erst zweimal gewonnen, nämlich mit Lena („Satellite“) 2010 und Nicole („Ein bisschen Frieden“) 1982.

Rekordsieger ist Irland mit sieben Erfolgen. Der ESC gilt als größter Musikevent der Welt, den sich jährlich ein Milliardenpublikum anschaut.

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