Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Künstler sind genervt: Immer mehr Musiker gehen gegen Handys bei Konzerten vor

NEON-Logo NEON 12.07.2019 wt
Konzertbesucher machen Fotos mit dem Smartphone – nicht jeder findet das gut © Unsplash/Noiseporn Konzertbesucher machen Fotos mit dem Smartphone – nicht jeder findet das gut

Dass es bei Konzerten nervt, wenn einem permanent Handydisplays die Sicht auf die Bühne versperren, ist klar. Aber wie kann man das unterbinden – und sollte man das überhaupt? Viele Künstler versuchen zumindest, ihre Fans zu bewegen, die Telefone in der Tasche zu lassen.

Beim Konzert von Bob Dylan, Songwriter und Nobelpreisträger, hat es neulich in Hamburg funktioniert. Ein Konzert, ganz ohne in die Höhe gereckte Smartphones. Dafür hatte der Veranstalter der Show in der Barclaycard-Arena aber auch einiges getan, um dem Musiker seinen Wunsch nach einem handyfreien Auftritt zu erfüllen: Am Eingang wies ein Schild die Besucher auf das Smartphone-Verbot hin, im Saal gab es entsprechende Durchsagen und wenn doch jemand sein Handy zücken wollte, griff ruckzuck ein höflich-energischer Ordner ein. Insgesamt eine sehr entspannte Erfahrung.

Konzerte ohne Handys sind echt angenehm

Und Bob Dylan ist längst nicht der einzige, der keine Lust mehr auf den Anblick zahlreicher leuchtender Bildschirme im Publikum hat, und nicht darauf erpicht ist, das x-te verwackelte Youtube-Video der eigenen Show in miesester Auflösung im Netz zu finden. Wie das "Hamburger Abendblatt" aufzählt, verbieten auch Bands wie King Crimson oder A Perfect Circle ihren Fans, während der Show das Handy zu zücken. Bei Konzerten von Jack White (Ex-White Stripes), Alicia Keys oder Guns N'Roses müssen die Besucher ihre Telefone mitunter in spezielle Neopren-Beutel namens "Yondr" stecken, die sich während der Show nicht öffnen lassen.

Die Top-Themen der MSN-Leser:

Lisa Martinek: Zahlreiche Promis nehmen bei Trauerfeier Abschied

Florian Silbereisen: Jetzt spricht sein Bruder Franz

Costa Cordalis: Er hatte keine Angst vor dem Sterben

Ob sich dieses Prozedere durchsetzen wird, ist allerdings fraglich – weil es für die Besucher übergriffig wirkt und bei allem Verständnis für den Musiker einen unangenehmen Eingriff in die Privatsphäre darstellt. Und auch, weil es für Konzertveranstaler einen enormen Mehraufwand bedeutet.

Lösen Verbote Verständnis oder Ärger aus?

Wie man schon an der Liste der handyverbietenden Künstler sehen kann, funktionieren Handyverbote vor allem bei Konzerten, die tendenziell eher von einer erwachsenen bis älteren Klientel besucht werden. Fans also, für die das Smartphone vielleicht noch nicht unbedingter Bestandteil des Lebens ist oder die zumindest nicht darunter leiden, das Gerät mal eine Stunde nicht anzugucken. Bei jüngeren Konzertgängern ist das schwieriger, Verbote zielen da oft ins Leere. Und gerade Bands und Musiker, die über Youtube und das Internet groß geworden sind, haben selbst auch gar kein Interesse daran, ihren Fans das Filmen und Fotografieren zu verbieten.

Im Gegenteil: Sie freuen sich über die zusätzliche PR, die die vielen begeisterten Instagram-Posts und -Storys ihnen bringt.

Manche Bands sind sich aber auch einfach selbst nicht sicher, was sie nun wollen. So galt auch beim Rammstein-Konzert in Hannover ein Handy-Verbot, auf das auch immer wieder mit Stadiondurchsagen hingewiesen wurde. Und dann forderte zum Schluss ausgerechnet die Band selbst ihre Zuschauer auf, das Smartphone zu zücken, um zum Song "Engel" die eingebaute Taschenlampe zu schwenken.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Neon

| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon