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Zurück zu den Wurzeln

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 21.04.2017 Michael Gasser
Zurück zu den Wurzeln © Bereitgestellt von Berner Zeitung Zurück zu den Wurzeln

Sheryl Crow setzt auf ihrem neuen Album «Be Myself» auf Bewährtes. Statt dem Country frönt sie dem Mix aus Rock und Americana, der sie bekannt machte. So wirkt sie frisch und authentisch.

Mit ihrem letzten Album, «Feels Like Home» (2013), versuchte sich Sheryl Crow am Country. Doch das Publikum goutierte ihren Stilwechsel bloss halbherzig. Schon zuvor hatte sich die Sängerin darum bemüht, ihren ursprünglichen Sound, der Rock mit Americana verband, zu erweitern: Auf «Home for Christmas» (2008) vertonte Crow weihnachtliche Lieder, auf «100 Miles from Memphis» (2010) huldigte sie dem Soul. Beides mit Gusto, aber überschaubarem Erfolg. Wohl auch deshalb kehrt die US-Amerikanerin wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück.

Langsam, aber stetig

Für «Be Myself», ihr neuntes Studioalbum, habe sie sich vorgenommen, herauszufinden, warum ihre frühen Platten von den Fans als authentisch und ursprünglich empfunden werden, liess Crow verlauten. Sicher auch eine Reaktion auf die schrumpfenden Verkaufszahlen ihrer Veröffentlichungen: Wo die Musikerin zu ihren besten Zeiten – Mitte der 1990er-Jahre – gleich mehrere Millionen Platten pro Titel verkaufte, setzte sie in ihrer Heimat von «Feels Like Home» gerade mal noch 65 000 Stück ab.

Bevor sie 1993 mit ihrem Debüt «Tuesday Night Music Club» die Hitparaden eroberte, arbeitete Crow einige Jahre als Musiklehrerin für autistische Kinder in St. Louis, Missouri. Nebenher sang sie in Coverbands und spielte Werbejingles ein. 1986 entschloss sie sich, ganz auf die Musikkarte zu setzen, und siedelte nach Los Angeles um, wo sie als Backgroundsängerin mit Michael Jackson auf Tour ging. Eigene Songs konnte sie aber lange nicht einspielen, was Crow immer wieder depressive Phasen bescherte.

Nicht nur rosig

Dass ihr Leben nicht durchgängig rosig ist, scheint auch auf Crows neustem Werk durch: In «Alone in the Dark», einer Popnummer zum Mitsummen, singt die Mutter zweier Adoptivsöhne über ihren Ex und ihr frisch gebrochenes Herz. Ein Thema, das sie auch im zwischen Beatles-Harmonien und Countryeinflüssen pendelnden «Rest of Me» aufnimmt. Die elf Nummern präsentieren eine Sheryl Crow, die Bewährtes bevorzugt und Experimente scheut.

In «Heartbeat Away» zeigt die frühere Verlobte des Radfahrers Lance Armstrong markigen Bluesrock, während sich «Grow Up» dem verspielten Funk annähert. Im Stück hält die 55-Jährige fest, sie wolle nie erwachsen werden. Die menschliche Existenz sei ein Mysterium– und bleibe es.

Wer sich rasch und nur oberflächlich durchs Album hört, erhält das Gefühl, Sheryl Crow setze einzig auf Nummer sicher. Gewiss, die Künstlerin, die bereits zweimal an Krebs erkrankt war, erfindet sich auf «Be Myself» nicht neu, doch: Auf ihrem bewährten Musikterritorium fühlt sie sich wohl. Was dazu führt, dass die Tracks, die mit Verve auf dichte Gitarren, lauschige Beats und eingängige Melodien setzen, altbekannt und doch frisch anmuten.

Das Album stellt zwar keinen veritablen Höhepunkt in Sheryl Crows Karriere dar, aber die neuen Lieder balancieren so gekonnt zwischen Balladen und aufmüpfigen Rocksounds, dass sie deutlich mehr Spass bereiten als erhofft.

Sheryl Crow:«Be Myself», Warner.

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