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Huey Lewis and the News: Das Herz des Rock'n'Roll schlägt noch

Swyrl.tv-Logo Swyrl.tv vor 20 Std. Eric Leimann
Huey Lewis and the News veröffentlichen ihr neues Album "Weather": Der Blues ist doch gar nicht so traurig! © Warner Huey Lewis and the News veröffentlichen ihr neues Album "Weather": Der Blues ist doch gar nicht so traurig!

Huey Lewis galt als gescheiterter Musiker aus den 70-ern, als er 1983 eines der erfolgreichsten Alben der Popgeschichte veröffentlichte. Seine ureigene DNA, die ihn den fröhlichsten Blues aller Zeiten spielen lässt, funktioniert auch auf seinem Comeback-Album nach 18 Jahren Pause.

Wer 1983 und in den Jahren danach jung war, vielleicht noch sehr jung, wunderte sich manchmal über diesen omnipräsenten, sehr amerikanischen Typen namens Huey Lewis. Er war immer ziemlich gut drauf und steckte altersmäßig irgendwo zwischen den jungen Pop- und Wave-Stars, die man verehrte, und den eigenen Eltern - was man ein bisschen seltsam fand. Trotzdem nahm man Lewis' seltsam altmodischen Rhytm'n'Blues mal so mit, weil man sich seiner Energie nicht entziehen konnte. Stücke wie "I Want A New Drug", "The Heart Of Rock'n'Roll" oder "The Power Of Love" (bekannt aus dem Film "Zurück in die Zukunft") waren nun nicht das Tiefsinnigste, das man je gehört hatte. Dass das, was man damals für tiefsinnig hielt, vielleicht eher mascaradick aufgetragenes Pathos war, steht auf einem anderen Blatt.

Huey Lewis, Sohn eines Röntgenarztes, Elite-Student und langjähriger Hobo-Reisender, der eine höllisch gute Blues-Mundharmonika spielt, war bereits 33 Jahre alt, als das Album "Sports" erschien. Es enthielt sechs Mega-Hits, die das Werk zu einem der erfolgreichsten Popalben aller Zeiten machten. Eine ziemliche Überraschung für die Band Huey Lewis and the News, die kommerziell bereits abgehängt schien, als sie in den 70-ern gerade dann eine England-Tour mit ihren Blues'n'Boogie-Nummern starten wollte, als dort die taufrische Punkwelle über alles hinwegfegte. Heute kann Huey Lewis über all das lachen. Im Juli wird er 70 Jahre alt. Lewis hat dann doch noch viel Geld mit seiner Leidenschaft, dem Rock'n'Roll, verdient. Die Gesundheit ist heute sein größtes Problem. Der Mann, mittlerweile mit Knautschgesicht und leicht ausgedünnter Tolle unterwegs, leidet an der Menière-Krankheit, die dazu führt, dass er fast nichts mehr hört, unter Schwindel und Übelkeit leidet - und dazu, dass ihm das Musikmachen mittlerweile fast unmöglich geworden ist.

Diese Band war eigentlich schon "alt", als sie 1983 ihren großen Durchbruch feierte: Jetzt kehren Huey Lewis and the News nach 18 Jahren Pause für ein - wohl letztes Mal - zurück auf die Musikbühne. Frontmann Huey Lewis (Mitte) leidet an einer schweren Krankheit. © Deanne Fitzmaurice Diese Band war eigentlich schon "alt", als sie 1983 ihren großen Durchbruch feierte: Jetzt kehren Huey Lewis and the News nach 18 Jahren Pause für ein - wohl letztes Mal - zurück auf die Musikbühne. Frontmann Huey Lewis (Mitte) leidet an einer schweren Krankheit.

Die Fröhlichkeit des Blues-Schemas

Dass unter diesen Umständen - nach 18 Jahren Pause - das Album "Weather" erscheint, ist erstaunlich. Da Huey Lewis krankheitsbedingt nicht mehr singen, geschweige denn Konzerte geben kann, stammen die nur sieben Stücke des Comeback- und wohl auch Abschiedswerkes aus der Zeit, bevor die nicht heilbare Erkrankung sich Anfang 2018 stark verschlechterte. Lewis berichtet von starken Depressionen, die ihn in den ersten Monaten erschütterten, ehe er zuletzt zu einem strukturierten Arbeitsalltag zurückkehrte. Zu dem gehörte es auch, dass der Hobbyschauspieler (Ensemble-Golden-Globe 1994 für Robert Altmans "Short Cuts") sogar ein paar Interviews zum Album gab.

Musikalisch zeigt "Weather" noch einmal die Stärken von Lewis' straightem Songwriting und seiner Performance. Auf in Soul und Blues getränkten Titeln wie "While We're Young" oder "Hurry Back Baby" zeigt die Band in bester Blues-Brother-Manier, warum es manchmal Sinn macht, die alte Band wieder zusammenzubringen. Huey Lewis' größte Lebensleistung besteht vielleicht darin, einem Weltpublikum klargemacht zu haben, wie fröhlich, energetisch und positiv aufgeladen das Blues-Schema sein kann. Dass dabei Gitarren kniedeln und kratzen, die Hammond-Orgeln wabern und die Bläser scharfe Schneisen des Funks in die Song-Statik schlagen - genau das will man hier hören. Natürlich ist diese Musik maximal altmodisch, aber sie schüttelt, groovt und befreudet auf eine Art, die direkt aus einem alten Herz des Rock'n'Roll ausstrahlt und den Leuten beibringt: Solange der Boogie noch rollt, ist das gute Leben noch nicht zu Ende.

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