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Wie König Willem als Copilot unerkannt durch Europa fliegt

DIE WELT-Logo DIE WELT 18.05.2017

König Willem-Alexander der Niederlande fliegt schon seit 21 Jahren regelmäßig als Copilot auf europäischen Linienflügen – meistens unerkannt. Jetzt will er umschulen auf eine Boeing 737.

This handout photo taken on May 16, 2017 and provided by the KLM Royal Dutch Airlines on May 17, 2017 shows Dutch King Willem-Alexander looking out from the window of a KLM Cityhopper aircraft at Schiphol Airport, near Amsterdam. Dutch King Willem-Alexander, who works part-time as a commercial pilot, is to start conversion training to fly Boeing 737 passenger jets, a Dutch newspaper reported on May 17. The conversion training will mean the royal can continue to fly twice a month for KLM as a co-pilot. / AFP PHOTO / KLM / Natascha Libbert / - Netherlands OUT / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / KLM" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS == NO ARCHIVE: Auch Royals haben Leidenschaften. Willem-Alexander liebt das Fliegen.  © AFP Auch Royals haben Leidenschaften. Willem-Alexander liebt das Fliegen.  Wer in eine Boeing 737 der KLM einsteigt, könnte bald von einem wirklich prominenten Copiloten geflogen werden. Der niederländische König Willem-Alexander will zukünftig bei Linienflügen der KLM am Steuerknüppel sitzen. Schon seit mehr als 20 Jahren fliegt er zweimal im Monat eine Fokker 70 auf innereuropäischen Flügen. Das erzählte er der Zeitung "De Telegraaf".

Die Passagiere merken davon für gewöhnlich leider nichts. Seit den Anschlägen vom 11. September kämen sie ja nicht mehr ins Cockpit, sagte Willem-Alexander. Manche allerdings erkannten ihn an der Stimme, wenn er sie zum Flug begrüße – obwohl er sich nicht als König vorstellt, sondern stets "im Namen der Crew" willkommen heißt. Selbst wenn er in seiner Uniform über das Flugfeld laufe, werde er fast nie erkannt.

Jetzt muss er umschulen

Der König, der Ende April seinen 50. Geburtstag feierte, saß schon 1985 das erste Mal am Steuer eines Flugzeugs. Damals hatte er gerade seine Schulausbildung in Großbritannien beendet und erfüllte sich den Kindheitstraum von Flugstunden. Die Dienstzeit beim Militär absolvierte er zwar, wie könnte es in den Niederlanden anders sein, pflichtbewusst bei der Marine – doch dann holte er den professionellen Pilotenschein nach. Zusammen mit einem festen Team von Piloten fliegt Willem-Alexander seitdem regelmäßig als Gast-Copilot, erst bei Martinair, später bei der KLM-Tochter Cityhopper.

Jetzt aber muss er umschulen. Die Airline schafft nach fast 100 Jahren die Traditionsmarke Fokker ab und fliegt in Zukunft auch auf Kurz- und Mittelstrecken mit einer Boeing. Dafür muss der König wieder Flugstunden nehmen. Ende Mai beginnt er damit, drei bis vier Wochen später legt er sein Examen für die Boeing 737 ab.

Denn auf das Fliegen will Willem-Alexander nicht verzichten. Es sei sein wichtigstes Hobby, sagte er. Er finde es sogar entspannend.

"Man trägt Verantwortung für Passagiere und Mannschaft. Darum kann man die Probleme von unten nicht mitnehmen ins Cockpit. Man kann sich für eine kurze Zeit völlig loslösen und auf etwas anderes konzentrieren."

Chef ist ein anderer

Dutch King Willem-Alexander in the cockpit of the plane arriving at St Eustatius, 15 November 2013. Dutch Royal couple visits the Caribbean part of the Kingdom from 12 till 21 November. Photo: Patrick van Katwijk / NETHERLANDS AND FRANCE; OUT |: Der Blaublüter ist Co-Pilot © picture alliance / dpa Der Blaublüter ist Co-Pilot

Im Cockpit ist das Staatsoberhaupt natürlich nicht der Chef – das ist immer der Berufspilot, der mit ihm fliegt. "Wenn wir unsere Uniform tragen, habe ich das Sagen und der König ist der Copilot", erzählte Maarten Putman, der regelmäßig zusammen mit Willem-Alexander fliegt. Der KLM-Pilot war voll des Lobes für seinen Begleiter. Für die relativ wenigen Flugstunden, die er mache, fliege er sehr gut. "Er kennt alle Abläufe genau. Sehr gut", beruhigte er diejenigen unter den "Telegraaf"-Lesern, die es sich jetzt vielleicht zweimal überlegen, ob sie noch mit der KLM fliegen.

Der König selbst sage, er habe am Steuerknüppel noch keine gefährliche Situation erlebt. Die Sicherheitsvorkehrungen seien sehr hoch. "Es gibt da kein Ausprobieren. Das wäre ja katastrophal für die Luftfahrt."

Willem-Alexander ist nicht der einzige Adlige, der gern fliegt. Auch der britische Prinz William und sein Bruder Harry haben den Pilotenschein. Harry flog lange für die Air Force, William fliegt momentan Rettungshubschrauber für die East Anglian Air Ambulance. Er wird den Job im Sommer aufgeben, um mehr Termine fürs Königshaus wahrnehmen zu können.

Passagierflugzeuge wie eine Boeing 737 allerdings fliegen die beiden britischen Prinzen nicht. William mag das größere Land haben. Willem-Alexander aber hat die größeren Maschinen.

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