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Hollywood-Produzenten geben Leitfaden gegen sexuelle Belästigung heraus

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 21.01.2018
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Nach einer Serie von Enthüllungen über sexuelle Übergriffe sollen neue freiwillige Massnahmen die Arbeit in der amerikanischen Film- und Fernseh-Industrie sicherer machen.

(bso./Reuters) Hollywood-Produzenten haben am Freitag (Ortszeit) einen Leitfaden mit Massnahmen vorgestellt, die sexueller Belästigung im Fernseh- und Filmgeschäft vorbeugen sollen. Es ist die Konsequenz aus einer Reihe von Skandalen um sexuelle Übergriffe, die die Traumfabrik in den letzten Monaten von Grund auf erschüttert haben. 

Zu den freiwilligen Richtlinien, die die Producers Guild of America (PGA) nun empfiehlt, gehört unter anderem, dass alle Produktionen vor dem Beginn von Dreharbeiten ein Training zur Vermeidung sexuellen Missbrauchs für Schauspieler und Crew abhalten. Die Vereinigung appelliert ausserdem an Produzenten, Meetings und Castings in einem «professionellen, sicheren und angenehmen» Umfeld abzuhalten. Opfer von Belästigung, Missbrauch und Vergewaltigung sollen die Vorfälle so schnell wie möglich den Behörden melden und sich danach Notizen darüber machen, was passiert ist. 

«Als Produzenten übernehmen wir die Führung bei der Schaffung und Aufrechterhaltung eines Arbeitsumfeldes, das auf gegenseitigem Respekt basiert, und deshalb ist es unsere Pflicht, unsere Kultur zu ändern und diesen Missbrauch auszumerzen», sagten die PGA-Präsidenten Gary Lucchesi und Lori McCreary in einer Erklärung. 

Die vorgestellten Schritte sind erste Empfehlungen einer Arbeitsgruppe, die die PGA im Oktober gründete, als erste Anschuldigungen gegen hochrangige Vertreter der Film-Industrie ans Licht kamen, darunter die gegen Harvey Weinstein. Dem Produzenten wird vorgeworfen, mehr als 70 Frauen missbraucht und in einigen Fällen vergewaltigt zu haben. Häufig hatte er Schauspielerinnen zu Meetings mit ihm alleine ins Hotelzimmer gebeten. PGA warf Weinstein im Oktober aus der Organisation. 

Die neuen Richtlinien seien besonders wichtig für unabhängige Produktionen, die nicht von Film- oder Fernsehstudios, die eine Personalabteilung haben, durchgeführt werden, sagte McCreary in einem Interview. Die Schritte seien vom Vorstand des PGA einstimmig angenommen worden, sagte Lucchesi. Sie sollen als «best practice» dienen. Der PGA gehören derzeit 8200 Mitglieder an. 

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