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Jay-Z, Beyoncé und ihr Milliarden-Business

Bilanz-Logo Bilanz 25.06.2018 Bastian Heiniger

Jay-Z und Beyoncé haben ein Milliarden-Imperium errichtet, in dem die Musik nur noch eine Nebenrolle spielt. Der Grossteil der Einnahmen stammt aus diversen Geschäften.

Sängerin Beyoncé und Rapper Jay-Z sind das Königspaar der Unterhaltungsindustrie. Mit Talent, eisernem Arbeitsethos und durchtriebener PR-Strategie halten sie ihr selbst geschaffenes Imperium auf Wachstumskurs. Nachdem Beyoncé auf ihrem letzten Soloalbum «Lemonade» ihre Ehekrise breitschlug und sich Gatte Jay-Z auf seinem Album «4:44» für den Ehebruch entschuldigte, haben sie nun unangekündigt ein gemeinsames Album veröffentlicht: Auf «The Carters» zelebrieren sie das neue Eheglück.

Jay-Z und Beyoncé: Musik ist Nebensache. © Mike Coppola / Getty Images Jay-Z und Beyoncé: Musik ist Nebensache.

Das gemeinsame Vermögen der beiden Familienoberhäupte mit dem Nachnamen Carter schätzt «Forbes» auf mehr als 1 Milliarde Dollar. Während Beyoncé (36) gut 350 Millionen Dollar schwer ist, bringt Jay-Z (48) geschätzt 810 Millionen Dollar in die Ehekasse. Die Geldmaschine läuft ungebremst weiter.

Vom Drogendealer zum Business-Mogul

Beide schafften aus eigener Kraft einen unvergleichlichen Aufstieg: Er rappte sich vom Drogendealer aus Brooklyns Armenviertel hoch zum Musiker mit Weltformat und Business-Mogul. Sie schaffte den Sprung vom Girlgroup-Star aus Houstons Mittelschicht zur Popqueen und gilt heute als Ikone des afroamerikanischen Feminismus. Sie kommt auf 22 Grammys, er auf 21.

Doch Musik spielt für das mit Barack und Michelle Obama befreundete Paar mittlerweile nur noch eine Nebenrolle. Der Grossteil der Einnahmen stammen aus diversen Geschäften. Besonders jene von Jay-Z, bürgerlich Shawn Carter, der heute nur noch sporadisch neue Alben veröffentlicht. Seine berühmte Zeile von 2005 ist längst Realität: «I’m not a businessman, I’m a business, man», rappte er auf dem Song «Diamonds from Sierra Leone».

Musik allein ist nicht genug

In den 90er Jahren gründete er ein eigenes Musiklabel, um sein erstes Album zu veröffentlichen – Roc-A-Fella Records. Und prägte den Hip-Hop der 90er und Nuller-Jahre mit diversen Genre-Klassikern, etwa mit seinen eigenen Alben oder den ersten sechs Alben von Kanye West. 2013 schloss er das Label. Während der Hochphase gründete er 1999 auch die Kleidermarke Rocawear, die Anfang des Milleniums weltweit als Streetwear Beliebtheit erlangte. 2007 verkaufte er für mehr als 200 Millionen Dollar die Rechte an die Iconix Brand Group. Ein schlauer Schachzug: Die Kleidermarke ist heute quasi in der Versenkung verschwunden.

Nachdem Jay-Z von 2004 bis 2008 ebenfalls als CEO und Präsident des legendären Musiklabels Def Jam Recordings amtete, gründete er die Unterhaltungsfirma Roc Nation. Gesignt sind etwa Künstler wie Rihanna, Shakira, DJ Khaled und die Rapper J. Cole, T.I. und Big Sean. Doch Musik allein war Jay-Z nie genug: 2013 stieg er ins Sportgeschäft ein und gründete Roc Nation Sports. Ziel: Die Vermarktung von glamourtauglichen Sportlern, vorwiegend Baseball-, Football-, und Basketballstars. Unter Vertrag nahm er aber auch die Fussballer Jérôme Boateng von Bayern München und Romelu Lukaku von Manchester United.

Jay-Z wird Präsident von Puma Basketball

Dank eines aktuell mit Puma geschlossenen Deals weitet er sein Sport-Engagement nun aus: Jay-Z wird Präsident des neu geschaffenen Segments Puma Basketball. Nach 20 Jahren Abwesenheit will sich der deutsche Sportschuhhersteller wieder als Basketball-Marke etablieren. Und hat vielversprechende Rookies unter Vertrag genommen.

Etwas weniger glorios unterwegs ist Jay-Z mit seinem 2015 gegründeten Streamingdienst Tidal. Zwar ist der Dienst bei Musikliebhabern beliebt, bietet er doch mit Tidal HiFi die Option auf eine höhere Klangqualität als die anderen Streamingdienste. Allerdings hinkt Tidal mit laut eigenen Angaben einer Million Nutzer den Konkurrenten Apple Music (50 Millionen) und Spotify (157 Millionen) hoffnungslos hinterher. Im Januar 2017 verkaufte Jay-Z 33 Prozent des Unternehmens an den US-Mobilfunkanbieter Sprint. Davor tauchten immer wieder Gerüchte auf, der Streamingdienst stehe vor dem Aus.

Gastronom und Startup-Investor

Neben Musik und Sport ist der Rapper längst auch im Gastrobereich tätig: 2014 übernahm er die französische Champagnerfirma Armand de Brignac, deren Flaschen er für 300 Dollar pro Stück verkauft. Bereits 2003 eröffnete er in Manhattan den The 40/40 Club, eine gehobene Sportbar mit Restaurant, die Filialen in Atlantic City, Las Vegas, dem Basketballstadion in Brooklyn und dem Flughafen Atlanta nachzog. Jene in den beiden Spielermetropolen sind unterdessen wieder geschlossen.

Ausserdem tritt der Rapper auch als Startup-Investor auf. So beteiligte er sich etwa an Uber, Jet Smart – ein Uber für Privatjets – sowie  Stance, ein Startup für Premiumsocken, und in Devialet, das High-End-Lautsprecher herstellt. Zudem will er mit seinem Geschäftspartner Jay Brown und der Beteiligungsfirma Sherpa aus San Francisco einen Fonds für Risikokapital gründen.

Erste afroamerikanische Headlinerin

Ebenfalls geschäftlich engagiert ist Gattin Beyoncé, die mit Jay-Z drei Kinder hat. So schloss sie etwa lukrative Werbedeals mit Pepsi, L’Oreal und Tommy Hilfiger. 2007 gründete sie die Unterhaltungs- und Managementfirma Parkwood Entertainment, aus der 2016 ein Musiklabel hervorging, das nur weibliche Künstler unter Vertrag nimmt. Im selben Jahr investierte sie in ein von Frauen gegründetes Startup, das Wassermelonen-Wasser presst und in Flaschen abfüllt. «Das ist mehr als eine Investition in eine Marke, es ist eine Investition in weibliche Führungskräfte, Fitness, amerikanische Bauern und die Gesundheit der Menschen und unseres Planeten», sagte sie damals.

Im Gegensatz zu Jay-Z profiliert sie sich noch immer stärker als Musikerin. Dieses Jahr machte sie etwa Schlagzeilen als erste afroamerikanische Headlinerin am berühmten Coachella-Festival. Und wenn ihr Ehemann Jay-Z 2018 vielleicht nicht mehr der coolste Rapper ist, so ist er gewiss der coolste Geschäftsmann.

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