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Kult-Serie: Homophobie und Co.: Sieben Gründe, weshalb "Gilmore Girls" eigentlich verboten gehört

NEON-Logo NEON 29.09.2018 Jule Schulte

Die "Gilmore Girls": Man kann Lorelai und Rory Gilmore lieben und sie trotzdem wirklich bedenklich finden © Getty Images/Pressemitteilung Lorelai und Rory Gilmore

Zunächst soll gesagt sein: Wir lieben die "Gilmore Girls". Aber wer sich die Serie jetzt anschaut, merkt schnell: So würden die das garantiert nicht nochmal schreiben. Und aus guten Gründen. 

Ich war vor Kurzem ein bisschen angeschlagen und habe viel Zeit auf meinem Sofa verbracht. Glücklicherweise hatte ich mir kurz vorher einen neuen Fernseher gekauft und ihn internetfähig gemacht und konnte somit voller Selbsmitleid im Wohnzimmer liegen und Serien gucken, die ich schon mehr als einmal komplett gesehen habe. Diesmal auf dem Programm: Die "Gilmore Girls".

Und ich muss sagen: Auch wenn meine Liebe für diese Serie aus rein nostalgischen Gründen niemals abreißen wird, musste ich leider feststellen, dass einem die zwei Mädels so richtig gehörig auf den Senkel gehen können. Also wirklich. Und dabei wollen wir die neue Staffel "A Year In The Life" einfach mal außen vor lassen – die bringt ganz eigene Probleme mit sich. Was zur Hölle war das "Stars Hollow Musical"?! WIESO? Und wer sind die Sklavenjungs, die den Gilmores ihre Badesachen hinterherschleppen? Und wieso ist Rory so eine Arschkrampe zu Paul? Er ist langweilig, oke, aber das ist ja wohl noch keine Entschuldigung für ihr Verhalten.

7 Gründe, weshalb "Gilmore Girls" eigentlich verboten gehört 

1. Sie sind MEGA undankbar

Dass Emily und Lorelais Beziehung vorbelastet und ein bisschen schwierig ist, will niemand bestreiten. Auch dass Lorelai teils gute Gründe hat, genervt von ihrer Mutter zu sein, mag durchaus stimmen. Aber wenn deine Mutter anbietet, die ohne Frage schweineteure Bildung deines Kindes zu finanzieren und alles, was sie dafür im Gegenzug will, ein Abendessen pro Woche ist – DANN GEHST DU DA GEFÄLLIGST HIN UND TUST NICHT JEDES MAL, ALS KÖNNTEST DU DIR KEINEN SCHLIMMEREN ORT AUF DER GANZEN WELT VORSTELLEN.

Ja, Lorelai wollte das Geld stattdessen lieber zurückzahlen, aber seien wir mal realistisch – womit? Also: Klappe zu, dankbar sein. 

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2. Sie sind unfassbar dramatisch 

Gut, auch ich tendiere manchmal zu leichten Anflügen von Pathos und Dramatik, aber was die Gilmore Girls da teilweise abziehen, ist wirklich bühnenreif. Ein Beispiel: Rory will Dean erst dann wieder, als er endlich über sie hinweg ist und eine andere geheiratet hat, schläft also mit einem verheirateten Mann und verdünnisiert sich dann aber hinterher auch wieder, weil die Beziehung wegen seiner Situation nicht funktioniert. Dass er in dieser Situation nur ist, weil er sich ihretwegen hat scheiden lassen – der Gedanke kommt ihr nicht. Aber ja, da gehören immer zwei dazu ... wo die Liebe hinfällt. Soweit können wir noch folgen.

Aber als Lorelai ihr dann einfach mal ganz ehrlich sagt, dass sie die Aktion jetzt nicht so spitze findet, rastet Rory aus und flieht erstmal für die nächsten paar Wochen mit ihrer Großmutter nach Europa. Kritikresistent, much?

3. Rory, tu nicht so, als wärst du anders als die anderen

In Europa angekommen (auch wieder geil, dass die Amis in den Serien immer nach "Europa" fliegen, so als wäre Urlaub auf Usedom wirklich das gleiche wie ein Städtetrip nach Rom, aber nun gut), wohnen die beiden Gilmore-Generationen in den schicksten Hotels, kaufen in den schönsten Läden ein und essen in den feinsten Restaurants. Wieso? Weil Rorys Großeltern stinkreich sind. STINKreich.

Weshalb einem auch irgendwie regelmäßig sauer aufstößt, wenn Rory in Yale und Chilton so tut, als sei sie so furchtbar anders, als die ganzen anderen gut betuchten weißen Vorortkinder. Mhm. Schon klar.

Hinzu kommt, dass sie nie auch nur ansatzweise versucht, ihre Mutter finanziell zu unterstützen. Und selbst als sie in den Ferien so pleite ist, dass ihre Mutter ihre Wäsche machen muss und sie einen Job im Buchladen annimmt, gibt sie mehr Geld für Bücher aus als sie verdient. Bücher sind mega und ich kann's total verstehen, aber gleichzeitig muss man auch irgendwann mal ein Gefühl für Geld bekommen …

4. Die Homophobie

Ja, die frühen 2000er waren eine andere Zeit – aber manche Sachen waren auch damals schon nicht geil. Zumindest der Moment, in dem Lorelai Luke während einer unangenehmen Situation sagt, die beiden müssten nun "in ein anderes Land ziehen und uns vielen Schönheits-OPs unterziehen. Und Geschlechtsumwandlungen! Beide! Damit wir uns küssen können und dabei nicht komisch aussehen." Ah ja. Weil es "komisch" aussieht, wenn Männer Männer küssen? Oder Frauen Frauen? 

Auch die Darstellung von Lorelais Mitarbeiter Michel ist irgendwie fragwürdig. Während alle Stereotypen des homosexuellen Mannes auf ihn geklebt werden, redet er während der gesamten (Original-)Serie nicht einmal über seine Sexualität. Also kann man darüber Witze machen, aber nicht darüber reden? (Selbst in der neuen Staffel, in der seine Sexualität zumindest thematisiert wird, treffen wir nie seinen Ehemann.)

5. Jackson und die Vasektomie

Okay, würde man diese Storyline jetzt in einer Show sehen, würden direkt alle auf den Barrikaden stehen und sie boykottieren: Als Sookie und Jackson geheiratet haben, haben sie sich noch nicht geeinigt, wie viele Kinder sie wollen, was immer wieder zu Problemen führt. Jackson will vier in vier Jahren – Sookie nicht. Verständlich, immerhin soll sie dabei die Hauptarbeit leisten, wenn wir mal realistisch sind. 

Aber das ist nicht der Punkt: Nach der zweiten Geburt bittet Sookie ihren Mann, sich sterilisieren zu lassen. Anstatt ihr zu sagen, dass er dazu (noch) nicht bereit ist, macht er es einfach nicht und lügt sie an – was in einer dritten Schwangerschaft resultiert. BITTE?! Das geht gar nicht. Also wirklich gar nicht.

6. Das Jess-Problem

Eigentlich bin ich (aus mir selbst auch unerfindlichen Gründen) #TeamLogan. Aber sehr, sehr dicht gefolgt von #TeamJess. Jess und Rory hatten tatsächlich gleiche Interessen (im Gegenteil zu Dean – habt ihr schon mal einen langweiligeren Typen gesehen?) und irgendwie eine Idee davon, wer der andere ist. Und who doesn't love a bad boy?

Wieso also, musste Jess unbedingt so viele beknackte Charakterzüge in seine Rolle geschrieben bekommen? Zum Beispiel als er sauer wird, weil Rory bei der Hausparty nicht mit ihm schlafen will. Ganz ehrlich? Das würde man in der Realität eher von so einem verzogenen Schnösel wie Logan sehen.

7. Rory braucht IMMER den Po geküsst

Dass Rory im Leben ziemlich viel Glück gehabt hat, haben wir nun schon etabliert. Dabei scheint ihr irgendwo der Sinn für die Realität abhanden gekommen zu sein. Denn während alle ihre Freunde den Sommer mit Praktika und Arbeitserfahrung in Redaktionen verbracht haben, reiste Rory lieber durch Europa. Voll okay, wie sie mag.

Aber als sie dann mit Hilfe ihres Freundes ein Praktikum in einer der renommiertesten Redaktionen des Landes bekommt und der Chef sie dann nicht sofort MEGA SUPI TOLL findet, sondern wagt, sie zu kritisieren, ist sie so am Boden zerstört, dass sie alles hinschmeißen und Yale verlassen will. Come on, du bist keine zwölf mehr. Und selbst dann wäre das nicht süß.

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