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#EUroadtrip: Bei Österreichs Bauern zu Gast

Nächste Etappe bei unserem EU-Roadtrip anlässlich der Europawahl: Von Österreichs Hauptstadt Wien geht es nach Göpfritz. In den ländlichen Gegenden Europas, wie in Österreich, spielt für die Menschen vor der anstehenden EU-Wahl vor allem die zukünftige Agrarpolitik eine Rolle. Die Kommission hat vorgeschlagen, die Finanzhilfen für Landwirte zu kürzen - um das Geld zum Beispiel für Sicherheit ausgeben zu können. Außerdem gibt es ein weiteres Problem: Europas Landwirte werden immer älter. Im Jahr 2016 waren in der EU nur 11 Prozent der Hofbesitzer jünger als 40. Österreich hat EU-weit die jüngsten Bauern. 22,2 Prozent der Landwirte sind in Deutschlands Nachbarland jünger als 40. "Man ist immer zu Hause bei seiner Familie und das ist das Schöne daran" Einer von ihnen ist Georg, den unser Euronews-Reporter besucht. Er ist 29 Jahre alt, seiner Familie gehört der Bauernhof seit acht Generationen. Georg und seine Frau Julia genießen ihr Leben als Landwirte. "Es ist wunderbar und der schönste Job, den ich mir vorstellen kann. Man lernt ihn von der älteren Generation. Ja, es ist viel Arbeit. Man arbeitet die ganze Zeit von morgens früh bis abends spät. Aber man ist immer zu Hause bei seiner Familie und das ist das Schöne daran", erzählt Georg. Bezüglich der EU-Agrarpolitik ist Georg zwiegespalten: "Natürlich ist die gesamte Industrie-Landwirtschaft aus Sicht der Biobauern kritisch zu sehen. Jeder Landwirt muss seinen eigenen Weg gehen und muss entscheiden, in welche Richtung er gehen will. Wir haben für uns bewusst dafür entschieden, dass wir auf kleinstrukturierter Basis direkt an die Verbraucher verkaufen. Seit einem Jahr sind wir jetzt ein Demeter-Bauernhof. Ich mag das Prinzip, dass ein Betrieb in sich ein eigener Organismus sein soll, der in sich selbst tragfähig ist mit möglichst wenig Einflüssen von außen. Die Entwicklung der EU-Politik hin zur ökologischeren Landwirtschaft spielt uns deshalb natürlich ein bisschen in die Hände. Aber die großen Betriebe sind sicher ein kritisches Thema." "Die Landwirtschaft braucht meiner Meinung nach eine Rückbesinnung" Georgs Frau Julia hat zur EU eine klare Meinung: "Es gibt natürlich Vor- und Nachteile der EU, aber ich denke, dass die Vorteile überwiegen. Es ist aber gerade in der Landwirtschaft schwierig, ganz Europa gleich zu behandeln. In Österreich gibt es noch viele kleinere Betriebe. Ich glaube deshalb, dass es wichtig ist, die Hauptziele nicht aus den Augen zu verlieren." In einem kleinen österreichischen Dorf lebt Martin Allram. Der 50-Jährige hat vor 25 Jahren seinen Job in der Stadt geschmissen, um den Hof seiner Großeltern zu übernehmen. Eine Entscheidung, die Martin nicht bereut. Er glaubt, dass andere seinem Beispiel folgen und moderne Landwirte werden können. Dafür müsse sich aber auch die EU-Agrarpolitik ändern, sagt Martin: "Ich denke, dass es nicht richtig ist, dass die EU ihre Subventionen von der Größe der Landwirtschaftsfläche abhängig macht. Denn so sorgt sie dafür, dass noch größere Betriebe entstehen. Sie fördert quasi die Agrarindustrie. Die Natur und die Landwirtschaft brauchen meiner Meinung nach eine Rückbesinnung. Dann würden wir die Natur viel besser unterstützen und könnten uns viele synthetische Mittel sparen. Die brauchen wir dann gar nicht mehr, wenn wir kleinere Betriebe haben." Mehr junge Menschen für den Job als Landwirt zu begeistern - das wird wohl auch nach der Wahl ein Ziel der EU bleiben. Wie sie das konkret erreichen will, ist noch unklar.
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