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The Brief from Brussels - Juncker: Nicht genug Solidarität in der EU

Vor drei Jahren schloss die EU mit der Türkei ein Abkommen, wodurch die Zuwanderung von Flüchtlingen durch Griechenland deutlich eingedämmt wurde. Doch Ankaras Machthaber Erdogan droht unverhohlen damit, das Abkommen aufzukündigen. Damit glaubt er, Druck auf die EU ausüben zu können. Denn die griechischen Auffanglager sind überfüllt, vor allem das Schiksal vieler Kinder macht immer wieder Schlagzeilen. Wir befragten Ex-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu diesen Problemen. Euronews: Die Türkei hält Europa in der Frage der Flüchtlinge praktisch als Geisel. Präsident Erdogan droht damit, die Tore zu öffnen und die Migranten durchzulassen. Ist das eine ernste Drohung? Jean-Claude Juncker: Wir haben eine Abmachung mit der Türkei. Und es ist eine gute Abmachung, denn die Türkei schultert einen großen Teil der Flüchtlingskrise in der Region. Erdogan drohte mir, der Kommission, mehrfach, die Tore zu öffnen. Zu ihrer Frage, ich nehme die Bedrohung ernst, aber ich glaube nicht an sie, denn er weiß natürlich, dass es in seinem Interesse ist, so eng wie möglich mit der EU zusammenzuarbeiten. Er muss vertrauenswürdig bleiben. Euronews: Ist er das? Juncker: Bis jetzt ja. Und er wird es bleiben. Euronews: Nun zu all den Kindern im Lager Moria auf Lesbos in Griechenland, die keine Hoffnung mehr haben, einige spielen mit Selbstmordgedanken. Hat Europa in Moria seine Werte geopfert? Juncker: Ich glaube nicht, aber Europa als Ganzes hat nicht genug getan. Denn einige Mitgliedstaaten sind nicht solidarisch. Vor Jahren habe ich die Polen, die Tschechen und die Ungarn vergeblich gebeten, Flüchtlingskinder, die ohne ihre Eltern waren, aufzunehmen. Griechenland hat zwar viel getan, aber nicht auf den Inseln. Insgesamt hat Europa nicht genug getan. Wir müssen auf den Inseln und in Europa insgesamt mehr tun. Es ist inakzeptabel, dass wir diese Kinder ohne Hilfe lassen. Es ist ein Skandal.
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