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2. Wahlrunde in Bolivien? Unruhen nach Manipulationsvorwürfen

Der Streit um den Ausgang der Präsidentschaftswahl in Bolivien hat an Schärfe zugenommen. In mehreren Städten kam es zu Krawallen und Brandstiftungen. In der Hauptstadt La Paz versammelten sich Tausende wütende Oppositionsanhänger vor dem Sitz der nationalen Wahlkommission, um gegen Wahlmanipulation zu protestieren. Die offizielle Auszählung war von der statalichen Wahlkommission zu einem Zeitpunkt gestoppt worden, an dem Amtsinhaber Evo Morales in eine Stichwahl gemusst hätte. Morales bewirbt sich für eine vierte, von der Verfassung eigentlich verbotene Amtszeit. Aussichtsreichster Herausforderer ist der gemäßigt konservative Ex-Präsident Carlos Mesa: " Mit dieser Manipulation versuchen sie, die zweite Wahlrunde zu blockieren, und dieses Verhalten stellen wir an den Pranger. Ich möchte hier als Kandidat, der mit Herrn Morales in die zweite Runde gehen wird, eine Erklärung abgeben. Ich fordere die Mobilisierung der Zivilgesellschaft, der Bürgerausschüsse, der politischen Parteien und des Nationalen Demokratierates, damit deren Vertreter in allen Wahlausschüssen der Bezirke und hier im nationalen Wahlausschuss vertreten sind." Kritik der Wahlbeobachter Die Organisation amerikanischer Staaten - OAS - hatte 92 offizielle Wahlbeobachter nach Bolivien entsandt, angeführt vom ehemaligen Außenminister Costa Ricas, Manuel González: " Die OAS-Mission bringt ihre tiefe Besorgnis und Überraschung über die drastische und schwer zu rechtfertigende Trendwende bei den vorläufigen Ergebnissen zum Ausdruck, die nach dem Schließen der Wahlurnen bekannt geworden sind. " Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde sind entweder die absolute Mehrheit oder 40 Prozent der Stimmen in Verbindung mit mindestens zehn Prozentpunkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten notwendig. Ein möglicher Termin für eine Stichwahl zwischen Morales und Mesa ist der 15. Dezember. Im Moment scheint völlig unklar, wann ein amtliches Endergebnis bekanntgegeben wird. Bolivien drohen allerdings die gesellschaftliche Spaltung und weitere Unruhen, bis klarere Verhältnisse herrschen.

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