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3 Jahre nach Brexit-Referendum: Unsicherheit plagt viele Menschen

Ein schöner Tag sei es, ein guter Tag, um den Brexit zu stoppen, sagt Sharon Leclercq-Spooner, Anti-Brexit Aktivistin. Sharon war bis vor Kurzem noch als Handelsexpertin in Brüssel tätig, und obwohl ihr die Folgen des Brexit gute Beratungshonorare bescheren könnten, hat sie ihren Job fürs Erste aufgegeben, um sich ganz dem Kampf zu widmen. "Das habe ich mir nie träumen lassen, als Aktivist auf den Straßen zu mobilisiern, aber nachdem ich zum ersten Mal bei einem Anti-Brexit-Marsch in London teilgenommen hatte, erschien es mir gut und richtig." Die Unsicherheit, die das Referendum vor drei Jahren ausgelöst hat, hat aber auch bei Sharon Spuren hinterlassen, psychische, die sich dann auch physisch äußerten. "Ich habe Gürtelrose, das ist natürlich nicht so schön. Wahrscheinlich von dem Stress, von der nicht enden wollenden Sorge. Es ist ein bisschen verrückt, aber ich nenne es Brexititis." Sharon hat zwei Töchter, die ebenfalls in der Anti-Brexit Kampagne aktiv sind. Die jüngere geht mit ihrem Einhorn-Onesy auf die Demo. Armelle, die ältere, hat die Schule in Brüssel abgeschlossen und wollte eigentlich zum Studium nach Großbritannien: "Es macht mich so traurig. Ich war siebzehn als das Brexitreferendum stattfand. Ich hatte geplant, in Großbritannien zu studieren, aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher." Mit diesen Gefühlen ist die Leclercq-Spooner Familie nicht allein. In einer aktuellen Umfrage des Britain Think Instituts gaben 64% der Befragten an, dass der Brexit ihrer psychischen Gesundheit schade. Ich sprach mit der Londoner Psychotherapeutin Julia Bueno. "Wir wählen unsere Politiker ja, damit sie sich um uns kümmern, damit sie unsere Interessen vertreten. Und fast alle Menschen mit denen ich spreche, aus allen politischen Lagern, haben derzeit das Gefühl, dass das nicht passiert. Es herrscht so viel Unsicherheit, und das ist ganz schwierig für die menschliche Psyche. In dieser Woche haben in meiner Praxis zwei ganz unterschiedliche Menschen dieselbe Metapher benutzt: nämlich, dass sie sich so fühlen, als lebten sie in einem parallelen Universum, als herrschte eine andere Realität. Und das geht ja auch nun seit drei Jahren so und will nicht aufhören..." Auch die derzeitige interne Wahl eines neuen Vorsitzenden der Konservativen, und damit eines neuen Premierministers, verspricht bislang kein Ende dieser Lage.

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