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Demonstranten im Libanon zeigen sich von ersten Konsequenzen der Regierung unbeeindruckt

Im Libanon gehen Zehntausende seit Tagen gegen die Politik der Regierung auf die Straße. Die Proteste haben nun erste politische Opfer gefordert: Die christliche Partei Libanesische Kräfte hat angekündigt, aus der Regierung aussteigen zu wollen. Das verkündet am vierten Tag der Demonstrationen der Parteivorsitzende Samir Geagea und erwartet den Rücktritt der vier Minister, die seine Partei stellt. Die Misswirtschaft der Regierung inmitten einer Wirtschaftskrise treibt seit vier Tagen Zehntausende auf die Straße. In der Nacht zum Sonntag kam es zum dritten Mal in Folge zu massiven Ausschreitungen bei Demonstrationen in der Hauptstadt Beirut. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest. Viele Tausende hatten sich erneut vor dem Regierungspalast versammelt und lautstark "Revolution, Revolution" skandiert. Auch im Süden des Landes kam es zu Protesten. Polizei und Militär wurden verstärkt eingesetzt, Straßen gesperrt. Demonstranten rücken nicht von Forderungen ab Mitausgelöst hat die jüngste Protestwelle die Einführung einer umstrittenen Gebühr. Die Regierung hatte Donnerstag angekündigt, Telefongespräche via Kommunikationsdienste, wie WhatsApp mit 0,20 Dollar zu besteuern. Diese Pläne hat die Regierung auch auf Druck der Demonstranten inzwischen wieder verworfen. Die Demonstrierenden fordern ein Ende der Sparpolitik und den Rücktritt von Premierminister Hariri. Sie werfen der Regierung Veruntreuung von öffentlichen Geldern vor. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, Teile der Bevölkerung haben keinen dauerhaften Zugang zu Strom und Wasser. "Die Menschen können sich nichts mehr leisten. Es gibt keine guten Schulen, kein Strom und kein Wasser. Den Menschen im Libanon fehlt es an allem", sagt Demonstrant Nader Fares, der selbst derzeit ohne Job ist. Die erstarkte Hisbollah erh¨öht den Druck auf die Regierungspartner Im hochkomplexen politischen Gebilde des Libanons hat die radikal-schiitische Hisbollah-Miliz seit Monaten an Einfluss gewonnen. Ihr Chef Hassan Nasrallah kritisiert die Steuerpläne des Regierungspartners entschieden. Die Hisbollah hat seit dem Sieg bei den Parlamentswahlen im Frühjahr den Druck auf Ministerpräsident Saad-Hariri erhöht. Der Libanon steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar.
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