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Wahlkampfstrategie: Rechte Parteien werben in sozialen Netzwerken um junge Wähler

Rechte Parteien haben in europäischen Ländern im Vorfeld der Europawahl einen Aufschwung erfahren. Besonders überraschend ist jedoch, dass sie mehr junge Menschen begeistern konnten als bei vergangenen Wahlen. Die Rechten appellierten gezielt an die traditionell eher linksgerichtete Jugend und setzten dafür junge Kandidaten wie Dries van Langenhove, Kandidat für die belgische Partei Vlaams Belang. "Momentan ist alles offen. Es ist ein All-In-Spiel. Deswegen gehen immer mehr junge Menschen das Risiko ein, rechtsnationalen Gruppen und Organisationen anzugehören", sagte van Langenhove. Vor allem soziale Medien waren im Wahlkampf wichtig. Dadurch erreichten die rechten Parteien mit ihren Botschaften ein jüngeres Publikum. Die Themen blieben jedoch dieselben, wie beispielsweise Einwanderung. "Menschen, die aus Asien oder von anderen Kontinenten nach Europa kommen, sehen sich selbst nicht als vollwertige Europäer. Das bedeutet nicht, dass sie uns gegenüber feindselig sind. Aber die Identität, die Loyalität sind nicht komplett vorhanden", sagte Kamil Kaminski, Unterstützer von Dries van Langenhove. Strategie: Junge Kandidaten für junge Wähler Viele der rechten Kandidaten in ganz Europa sind weit unter 30. In Frankreich führt Jordan Bardella die Liste von Rassemblement National an. Auch in Spanien konnte die rechtspopulistischen Partei Vox viele jugendliche Anhänger dazugewinnen. Und in Italien ist die Unterstützung für die Lega-Partei von Salvini unter den 18- bis 34-Jährigen seit 2013 um 12 Prozent gestiegen. "Ich glaube, dass wir alles tun müssen, ausgenommen Gewalt und Aggressionen, um die Franzosen und Europäer auf den Horror aufmerksam zu machen, der geschieht. Nämlich auf die Veränderung unserer Gesellschaft und unserer Zivilisation. Wir müssen alles versuchen", sagte Renaud Camus, politischer Philosoph und Schriftsteller aus Frankreich. Die Anti-Einwanderungs-Stimmung ist nicht neu, aber sie wird normalerweise von älteren Wählern vertreten. Dieses Mal war das anders. "Die Rechtsextremen haben sich sehr darum bemüht, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Sie haben sich grundlegend umfirmiert. Bei unseren Analysen von sozialen Netzwerken, waren die rechtsextremen Parteien bei Kampagnen am aktivsten in Kontakt mit den Nutzern", erklärte Julia Ebner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Strategischen Dialog. Umfragen zeigen, dass Themen wie die Umwelt für junge Europäer immer noch von großer Bedeutung sind. Jedoch wächst jetzt durch rechte Kampagnen anscheinend auch die Sorge um die Einwanderung.

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