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Berg-Karabach: Armenien und Aserbaidschan stehen kurz vor einem Krieg

Zwischen den Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan ist der Konflikt um die Region Berg-Karabach wieder aufgeflammt. Bei Kämpfen wurden sowohl Soldaten als Zivilisten getötet. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten. Armenien beschuldigt Aserbaidschan vom Boden und aus der Luft angegriffen zu haben und hat den Kriegszustand erklärt. Aserbaidschan sagte, es habe als Reaktion auf den Beschuss eine Gegenoffensive gestartet. In Berg-Karabach seien 16 Soldaten getötet und mehr als hundert verletzt worden. Aserbaidschan meldete fünf Tote und Verletzte. Unter den Opfern sollen nach Angaben des Roten Kreuzes auch Zivilisten gewesen sein. Armenien teilte mit, es habe aserbaidschanische Hubschrauber abgeschossen und Panzer zerstört. Aserbaidschan hat dies nicht bestätigt und sprach davon, sieben Dörfer erobert zu haben. Die Behörden in Berg-Karabach wiederum sagten, dass das nicht den Tatsachen entspreche, sie hätten die Lage unter Kontrolle. Der Präsident von Aserbaidschan Ilham Alijew sagte: "Bewaffnete Armenier haben heute Morgen unsere Siedlungen sowie unsere militärischen Stellungen aus mehreren Richtungen unter Beschuss genommen, mit verschiedenen Waffen, einschließlich schwerer Artillerie." Der Ministerpräsident von Armenien Nikol Pashinyan sagte: "Das diktatorische Regime von Ilham Alijew hat seine Feindseligkeiten wieder aufgenommen. Es ist ein Krieg, der dem armenischen Volk aufgezwungen wird. Es ist ein Krieg gegen unsere Unabhängigkeit, Freiheit und Würde." Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach im Südkakasus mit geschätzten 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Nach dem Zusammenburch der Sowjetunion hatte Aserbaidschan die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe. Die EU und auch Kremlchef Wladimir Putin haben sich eingeschaltet und versuchen in dem Konflikt zu vermitteln. EU-Ratspräsident Charles Michel twitterte: "Die Militäraktion muss dringend gestoppt werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Eine sofortige Rückkehr zu Verhandlungen, ohne Vorbedingungen, ist der einzige Weg nach vorn." Wladimir Putin sprach persönlich mit dem armenischen Regierungschef Nikol Pashinyan. Das völlig verarmte Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, das dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Erst am Wochenende hatten beide Länder ein gemeinsames Militärmanöver beendet. Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hat die Türkei als Verbündeten. Auch UN-Generalsekretär António Guterres hat sich beunruhigt über die Eskalation des Konflikts gezeigt. Er sei "extrem besorgt", hieß es in einer Mitteilung seines Sprechers vom Sonntag. Zuletzt war der Konflikt 2016 aufgeflammt, damals starben mehr als 120 Menschen.
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