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«Das hat es noch nie gegeben»: Houston versinkt in den Hurrikan-Fluten

watson.ch-Logo watson.ch 28.08.2017 Adrian Müller
Strassen haben sich in Houston in reissende Flüsse verwandelt. © AP/Houston Chronicle Strassen haben sich in Houston in reissende Flüsse verwandelt.

Land unter in der texanischen Metropole. Tausende Bewohner warten auf die Evakuierung. Nun droht weiteres Ungemach. 

Unablässiger Starkregen in der Folge des Hurrikans «Harvey» hat in der texanischen Metropole Houston Tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Im Grossraum Houston waren am Montagmorgen mehr als 220'000 Menschen ohne Strom.

Allein das Rote Kreuz bereitete sich in der Nacht zum Montag auf die Versorgung von bis zu 28'000 Personen vor, die durch die Fluten obdachlos geworden sind. Das Sheriffsbüro des Landkreises Harris setzte zur Rettung Motorboote ein, andere Menschen wurden auf Lastwagen in Sicherheit gebracht.

Die städtische Katastrophenschutzbehörde forderte die Einwohner auf, sich aufs Dach zu retten, wenn das oberste Stockwerk ihres Hauses nicht mehr sicher sei. Die Stadt bot öffentliche Gebäude als Notunterkünfte für Menschen an, deren Häuser überflutet wurden.

Der Internationale Flughafen der Stadt wurde am Sonntag bis auf weiteres geschlossen. Auch die Schulen machen mindestens bis zum 5. September dicht. Zwei Spitäler mussten evakuiert werden. Bis in die Innenstadt Houstons hinein sind Strassen unpassierbar, nach Behördenangaben sind alle Autobahnen in der Umgebung überschwemmt.

Dallas will Flutopfer aufnehmen

Laut Vorhersagen soll die viertgrösste Stadt der USA auch in den kommenden Tagen von schweren Regenfällen heimgesucht werden. Die Stadt Dallas bereitet sich auf Tausende Gestrandete vor. Sie machte ihr Kongresszentrum zu einer Herberge für Flutopfer, wie CNN berichtete. Bis zu 5000 Menschen können dort unterkommen.

Präsident Donald Trump will sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Auf Ersuchen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott hatte Trump bereits am Freitag für Teile von Südtexas den Notstand ausgerufen. Damit können rascher Bundeshilfen ins Katastrophengebiet fliessen.

Noch nie dagewesene Regenmengen

Die Behörden sprachen zunächst von zwei Todesopfern: Eine Frau aus Houston blieb mit ihrem Auto in den Fluten stecken und ertrank beim Aussteigen. Das zweite Todesopfer fanden Helfer in der Küstenstadt Rockport bei Corpus Christi.Die genaue Zahl der Obdachlosen war unklar. «Wir sehen noch nie dagewesene Niederschlagsmengen», sagte der Chefmeteorologe Steve Bowen vom Rückversicherer Aon Benfield.

Der Branchendienst Insurance Information erklärte, die Hochwasserschäden durch «Harvey» könnten ähnlich hoch liegen wie bei «Katrina» 2005. Die versicherten Schäden beliefen sich damals auf mehr als 15 Milliarden Dollar.

Der Sturm belastete am Montag auch die Aktienkurse von europäischen Versicherern. «Harvey» hat auch die amerikanischen Raffinerie- und Förderanlagen an der Küste und im Golf von Mexiko in Mitleidenschaft gezogen. Am Montagmorgen zog als Folge der Benzinpreis an.

Höchste Marke seit 800 Jahren

Im Landkreis Fort Bend wurden 50'000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, um sich vor den steigenden Pegelständen des Flusses Brazos in Sicherheit zu bringen. Die Behörden sprachen von der höchsten Marke seit mindestens 800 Jahren.

«Harvey» war in der Nacht zum Samstag als Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern in der Stunde über die Küste von Texas hinweggefegt. Damit war er der stärkste Sturm in dem US-Bundesstaat seit 1961. Zwar hat er sich über Land abgeschwächt und wurde in der Nacht auf Montag zum Tropensturm zurückgestuft.

Allerdings bringt er riesige Regenmengen mit sich und bewegte sich zunächst kaum vom Fleck. Experten gehen davon aus, dass einige Teile der betroffenen Region in einer Woche so viel Regen erhalten könnten wie sonst im ganzen Jahr. (sda/reu/dpa/afp)

(amü/sda)

Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten

Land unter in Houston. Rettungskräfte evakuieren tausende Menschen aus ihren Häusern.

Land unter in Houston. Rettungskräfte evakuieren tausende Menschen aus ihren Häusern.
© KEYSTONE

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