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"Bleiben Sie im Haus": Arktische Kälte hält an

KURIER-Logo KURIER 08.01.2017 kurier.at Redaktion

Eiseskälte und glatte Straßen führen in ganz Europa zu Todesfällen. Selbst im Mittelmeerraum herrscht Schneechaos.

Bis zu minus 34 Grad in Tschechien, bis minus 31 Grad im deutschen Bundesland Sachsen, minus 26 Grad in Bayern und in Teilen Österreichs (siehe auch Chronik) – selbst in Griechenland Werte von 14 Grad unter null: Die Kälte hat Europa dank Tief "Axel" fest im Griff. Mit dramatischen Folgen: In Polen starben allein am Donnerstag und Freitag zehn Menschen. Die Zahl der Kältetoten seit Anfang November stieg damit auf 53. Auch in Lettland erfroren seit Jahresbeginn mindestens elf Menschen, Tote gab es unter anderem auch in Tschechien, Bulgarien und Italien.

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Notschlafstellen

Kälte von bis zu minus 34 Grad in Osteuropa © APA/AFP/NIKOLAY DOYCHINOV Kälte von bis zu minus 34 Grad in Osteuropa

Dort schneite es vor allem in der Mitte des Landes, in bergigen Regionen wie Umbrien, Latium oder Abruzzen sowie im Süden, in Sizilien und Apulien. Fotos zeigten Touristenattraktionen wie die apulischen Trulli-Kegelbauten weiß überzuckert – was kaum vorkommt. Weiß präsentierte sich auch das "Tal der Tempel" in Agrigent auf Sizilien mit seinen über 2000 Jahre alten Ruinen. In Rom blieben die U-Bahn-Stationen nachts geöffnet, um Obdachlosen Schutz vor der Kälte zu bieten.

In Frankreich wurde in mehr als 30 Departements die Alarmstufe erhöht, mehrere Städte richteten Notschlafstellen in Turnhallen ein. Auch in Griechenland wurden beheizte Hallen und U-Bahn-Stationen für Frierende geöffnet. Besonders hart trifft es in Griechenland die Tausenden Flüchtlinge und Migranten auf den Inseln, die in Zelten bei Minusgraden und Schneefall ausharren müssen.

In Istanbul in der Türkei, wo in der Nacht auf Samstag bis zu 40 Zentimeter Schnee gefallen waren, musste der Bosporus für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Die Sichtweite auf der Meerenge zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer war zeitweise unter 100 Meter gefallen. Auch Hunderte Flüge wurden gestrichen.

Europaweit sorgten Unfälle wegen Glatteis für volle Notaufnahmen: Allein in den Niederlanden wurden gestern bei rund 330 Glätteunfällen – vor allem auf Autobahnen – mehrere Menschen verletzt. Ein Autofahrer starb, als er mit seinem Wagen in einen Graben stürzte. In Deutschland riet der Wetterdienst: "Bleiben Sie im Haus!"

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