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Schnee- und Verkehrschaos beim Bücherfrühling in Leipzig

KLEINE ZEITUNG-Logo KLEINE ZEITUNG 18.03.2018 Kleine Zeitung

Heftiger Schneefall und ein Verkehrschaos bei der Bahn und auf den Straßen haben der Leipziger Buchmesse am Samstag zugesetzt. Ausgerechnet am besucherstärksten Messetag behinderte das Wetter Besucher und Aussteller am Morgen bei der Anreise zum Bücherfrühling.

Bild: APA (dpa) © Bild: APA (dpa) Bild: APA (dpa)

Die Deutsche Bahn sperrte den Leipziger Hauptbahnhof am Morgen wegen eingefrorener Weichen und Schneeverwehungen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Das hatte auch Folgen für den S-Bahn-Verkehr zum Messegelände. Die Leipziger Verkehrsbetriebe setzten wegen des Schneetreibens ihren Fahrplan außer Kraft.

Das Chaos bei der Bahn und auf den Straßen hat die Buchmesse aber nicht ausgebremst. "Es sind nur einige wenige Lesungen abgesagt worden, weil die Autoren nicht rechtzeitig auf das Gelände gekommen sind", sagte eine Sprecherin der Leipziger Buchmesse. Generell sei der Besuch aber sehr gut, die Messehallen voll mit Besuchern, sagte die Sprecherin am Samstagmittag.

Am Morgen hatten Hunderte Literaturfans vor dem Hauptbahnhof in Leipzig in eisiger Kälte auf Straßenbahnen gewartet. Viele von ihnen hatten nur dünne Kostüme an, weil sie sich extra für die Manga-Comic-Con verkleidet hatten. Und wer auf andere Verkehrsmittel umsteigen wollte, musste lange warten. An den Taxiständen am Bahnhof bildeten sich lange Schlangen und mit dem eigenen Auto wurde die Anreise zum Messegelände zur stundenlangen Geduldsprobe.

Am Samstagmittag erhielt Solveig Engel für ihren Thriller "Neondunkel" um eine Physikerin den Indie-Autor-Preis. Sie bekommt 300 Euro Preisgeld und einen Verlagsvertrag. In diesem Jahr waren ausschließlich Autoren im Genre Krimis und Thriller nominiert.

Zur Halbzeit hatte die Messe an den ersten beiden Tagen bis Freitag rund 81.000 Besucher gezählt. Bis zum Sonntag werden auf dem Messegelände und dem Lesefestival "Leipzig liest" knapp 300.000 Besucher erwartet.

Auf der Leipziger Buchmesse muss sich nach Meinung des Direktors nicht jedes Jahr ein Gastland präsentieren. Wenn die politische Buchmesse weiter bestehe, sei es auch denkbar, mal wieder ein politisches Thema statt ein Land in den Vordergrund zu stellen, sagte Oliver Zille am Samstag der dpa. Für 2020 ist die Entscheidung noch offen. Momentan sei man auch mit Österreich in Verhandlungen.

In diesem Jahr präsentiert sich Rumänien auf den Bücherfrühling. Es folgt Tschechien, 2021 ist Portugal als Gastland gesetzt. Leipzig will laut Zille auch in Zukunft seinen Fokus auf Mittel-und Osteuropa sowie Südosteuropa behalten. "Aber die Buchmesse ist in den vergangenen Jahren deutlich attraktiver geworden für europäische Länder", sagte Zille. Viele Länder hätten großes Interesse, ihre Literatur auf dem deutschen Buchmarkt zu präsentieren. Ein Vorteil der Messe sei, auch auf aktuelle Entwicklungen schnell reagieren zu können.

Auch wenn der Auftritt rechter Verlage auf der Buchmesse für viel Wirbel und Unmut gesorgt hat, bedauert Zille die Entscheidung nicht, rechte Verlage zuzulassen: "Weil die Gesellschaft politisiert ist, was ich erstmal gut finde. Debatten müssen geführt werden. In einer Welt von 'Fake-News' und Twitter-Nachrichten ist es wichtig, auch vertiefend über Dinge zu sprechen. Vielleicht ist da einiges auf der Strecke geblieben in der Vergangenheit." Wenn die Messe solche Debatten mit befördern oder fokussieren könne, sei das gut. "Dass da auch Meinungen an die Oberfläche gespült werden, die man selber für falsch oder unerträglich hält, ist die anstrengende Seite."

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