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Wahre Belgier kommen aus Wallonien

Wir sind in Wallonien, im Südteil Belgiens. Diese Region ist wirtschaftlich schwächer als der reiche Norden, denn hier haben die Menschen eine gewaltige De-Industrialisierung durchgemacht. Die jüngsten Wahlen haben die Sozialdemokraten gewonnen, nicht ohne Schwierigkeiten, wie der Lokalpolitiker Gaetan Bangisa erklärt. "In unserer Stadt ist die Armut größer als anderswo, viele Menschen kommen so gerade zurecht. Unser Hauptproblem ist, staatliche Unterstützung zu bekommen." Auf dem Höhepunkt der Industrie-Ära war Wallonien eine Wachstumsregion ersten Ranges. Vor 30 Jahren aber wurde der letzte Bergbau-Schaft geschlossen. Seitdem haben viele Unternehmen die Region verlassen. Die Folge: eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit. Bei den jüngsten Wahlen landeten die Sozialdemokraten wie erwartet auf Platz eins, doch die linksgerichtete Arbeitspartei PTB landete mit mehr als 13 Prozent auf einem beachtlichen zweiten Platz. Die PTB entsendet nun sieben Abgeordnete ins Brüsseler Bundesparlament. "Wir wollen die Gehälter von Ministern und Abgeordneten deutlich kürzen, so dass diese wirklich ein Gefühl für die Realität vieler Menschen bekommen", sagt der Parteifunktionär Germain Mugemangango. Und die Partei will die Rechte von Arbeitern verteidigen. Mugemangango: "Die Frage ist doch, ob die Masse der wirtschaftlichen Zugewinne anschließend, der großen Mehrheit der Bevölkerung zugute kommt oder nur einer kleinen wohlhabenden Minderheit." Doch die Spaltung Belgiens in Nord und Süd hat nicht nur wirtschaftliche Ursachen. Es geht auch um Identität. Bangisa: "In Flandern lernen die Kinder, vor allem erst einmal Flamen zu sein. Hier in Wallonien haben die Menschen eher eine Bindung zu ihrer Stadt. Man fühlt sich als jemand aus Charleroi, aus Lüttich oder aus Namur. Aber vor allem ist man Belgier und denkt belgisch." Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Verhandlungen über eine neue Regierungskoalition sich lange hinziehen und sehr verschiedene Gefühle ansprechen.

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