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„Euer Wetter ist so gut”: Trump bietet skurrilen Auftritt nach Hurrikan in Puerto Rico

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 04.10.2017 ksta
Trump Puerto Rico: Trump bietet skurrilen Auftritt in Puerto Rico © AP Trump bietet skurrilen Auftritt in Puerto Rico

Auf der durch Hurrikan „Maria“ verwüsteten Karibikinsel Puerto Rico wollte sich der US-Präsident als Krisenmanager präsentieren. In Erinnerung dürften aber geschmacklose Rechenbeispiele und unpassende Kommentare bleiben.

Selbst in einem Katastrophengebiet ist Trump vor allem mit sich selbst beschäftigt.

In sandfarbenen Khaki-Hosen und einem schwarzen Windbreaker stapfte er durch die verwüsteten Straßen von San Juan. Er schüttelte Hände, posierte für Fotos und lobte den Einsatz der Rettungskräfte nach Hurrikan „Maria”.

Er ließ sich Zeit

Fast zwei Wochen hatte sich der US-Präsident Zeit gelassen, um die völlig zerstörte Karibikinsel Puerto Rico zu besuchen.

„Wenn man sich eine echte Katastrophe wie «Katrina» anschaut, mit Aberhunderten von Toten, und sieht, was hier bei dem Sturm passiert ist mit 16 Toten, könnt ihr sehr stolz sein”, sagt er verblüfften Militärs, Rettungskräften und Politikern gleich nach seiner Ankunft in einem Hangar am Militärflughafen von San Juan.

Trump bietet skurrilen Auftritt in Puerto Rico © AP Trump bietet skurrilen Auftritt in Puerto Rico

Trump sieht alles anders

Eigentlich sollte Trump sich bei dem Treffen über die Situation vor Ort, den Stand der Aufräumarbeiten und die Probleme bei den Hilfslieferungen informieren lassen, aber der Präsident erklärte den Einsatzkräften lieber selbst, wie er die Lage sieht. „Wir haben viele großartige Menschen hier, die so hart arbeiten. Wir können sehr stolz darauf sein, was wir in Puerto Rico leisten.”

Trip zur Trump-Show

Trump wollte sich als Krisenmanager präsentieren. Anstatt aber zuzuhören und Trost zu spenden, machte er den Trip zur Trump-Show. Im Briefing lobte er Gouverneur Rosselló dafür, dass dieser gut über seine Regierung gesprochen hat. 

Dann forderte er Puerto Ricos Kongressabgeordnete Jenniffer González dazu auf, etwas Nettes über ihn zu sagen. „Ich, ich, ich”, kommentiert CNN-Reporter Chris Cillizza die bizarre Situation.

„Euer Wetter ist gut”

Kein Wort des Mitgefühls für die Opfer. „Das ist eine tolle Reise. Euer Wetter ist so gut wie nirgendwo sonst, aber hin und wieder erwischt es euch. Jetzt seid ihr wirklich hart getroffen worden”, sagte Trump – auf einer Insel, wo die Menschen durch ein Unwetter gerade alles verloren haben.

Trotz Tausender Obdachloser, menschlicher Tragödien und Leid im Katastrophengebiet konnte sich Trump auch einen Spruch über das liebe Geld nicht verkneifen.

Skurril: Trump warf mit Papierrollen

„Puerto Rico, es tut mir leid euch das sagen zu müssen, aber ihr habt unser Budget ein bisschen durcheinandergebracht”, sagt er mit Blick auf die Ausgaben für Rettungseinsätze und die Aufräumarbeiten. „Aber das geht schon in Ordnung.”

Besonders skurril: Er schnappte sich von einem Tisch mit Hilfsgütern mehrere Papierrollen, warf sie den grölenden Menschen zu, wie ein Basketball-Star. Das versteht Trump unter Nothilfe ...

Menschen warten verzweifelt auf Lieferungen

Viele Puerto Ricaner fühlen sich von der Regierung in Washington alleine gelassen. „Maria” hat große Teile der Karibikinsel zerstört. Allein das Stromnetz wieder aufzubauen, könnte laut dem Heimatschutzministerium Jahre dauern. Die Zahl der Toten ist auf 34 gestiegen.

„Ihr tötet uns”

„Wir sterben hier und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und eurer Bürokratie”, schimpfte zuletzt die Bürgermeisterin von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz.

„Ich bin mir nicht sicher, ob Trump weiß, dass Puerto Ricaner auch US-Bürger sind”, sagt die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. (dpa)

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